Test: Sony Alpha A6000

Fotografische Möglichkeiten

Fotografische Möglichkeiten

Die α6000 ist der perfekte Spielplatz für Fotografen, die von Funktionen nie genug bekommen können. Zum einen bietet die Kamera viele solide Möglichkeiten, die man heute von einem gehobenen Gerät erwartet. Zum anderen lässt sie sich über Apps deutlich erweitern. Zum Standard-Umfang gehören:
Motivprogramme. Die Motivprogramme sind zahlreich und nützlich. Sie umfassen so typische Szenen wie Sport, Portraits, Landschaft und mehr. Dabei zieht die Kamera alle Register. Wird zum Beispiel Portrait angewählt, wird die grösstmögliche Blende für einen unscharfen Hintergrund angewählt; die Hauttöne werden optimiert und die Kamera fokussiert automatisch auf jenes Auge, das näher bei der Kamera ist.
Die meisten Motivprogramme erlauben die gleichzeitige Speicherung von Raw- und JPEG-Dateien, sodass man jederzeit mit Netz und doppeltem Boden arbeitet. Leider muss auch die Makro-Funktion aus den Motivprogrammen hervorgekramt werden; für diese wichtige Funktion hätten wir uns jedoch eine eigene Schalterstellung gewünscht.
Dynamikumfang und HDR. Für kontrastreiche Szenen, die den Sensor überfordern könnten, bietet die α6000 zwei Einstellungen. Die eine optimiert die Lichter und Schatten bereits in der Kamera, wobei auch in Raw fotografiert werden kann. Diese Funktion kann dauerhaft eingeschaltet bleiben, lässt sich aber auch deaktivieren. Dazu kommt die automatische HDR-Funktion, die in schneller Folge drei Bilder schiesst und diese zu einer neuen Szene zusammensetzt – allerdings funktioniert sie nur mit JPEG-Dateien.
Panorama. Die allseits beliebten Panoramas werden erzeugt, indem die Kamera über eine Szene bewegt wird, während sie in maximalem Tempo Einzelbilder schiesst und diese später zusammensetzt. Die α6000 meistert diese Disziplin ohne sichtbare Übergänge.
Die Panoramas sind makellos und zeigen keine Nahtstellen
Quelle: PCtipp / ze
Farbgebung. Und dann sind da noch die unterschiedlichen Farbgebungen. Fertige Zusammenstellungen wie «Neutral», «Lebhaft», «Portrait» oder «Landschaft» sorgen dafür, dass die persönlichen Vorlieben befriedigt werden.

Apps für die Kamera

Über Apps lässt sich der Funktionsumfang zusätzlich erweitern. Dazu gehören zum Beispiel Programme für die Langzeitbelichtung, aber auch hilfreiche Apps, um die Fotos beim Ausschalten automatisch auf das Smartphone zu übertragen.
Die Apps sind zahlreich, aber nur in Ausnahmefällen kostenlos
Quelle: PCtipp / ze
Wenn die α6000 in ein WLAN eingebunden ist, können die Programme direkt in der Kamera geladen werden. Allerdings ist dazu ein Sony-Account nötig, wie er zum Beispiel auch für das Playstation Network verwendet wird. Eine Übersicht über die verfügbaren Apps und deren Preise finden Sie hier.

Video

Die α6000 filmt in Full-HD (1080p). Als Bildrate stehen 24 fps zur Verfügung, falls ein Kino-ähnliches Filmerlebnis gewünscht wird. Ausserdem kann je nach Einstellung (PAL oder NTSC) auch mit 50 respektive 60 fps gefilmt werden. Wird jedoch in NTSC gefilmt, nervt die Kamera bei jedem Einschalten mit dem Hinweis «Läuft in NTSC», der erst verschwindet, wenn eine beliebige Taste angetippt wird. Macht das bitte weg, Sony!
Die Filmaufnahme wird über die dedizierte Taste unter dem Funktionsrad gestartet und beendet. Diese Platzierung verhindert vielleicht ungewollte Aufnahmen, aber die Bedienung wird deswegen auch ein wenig umständlich.
Die Filmtaste ist unglücklich platziert. Auf der rechten Stirnseite befindet sich das NFC-Modul, zu erkennen am Logo.
Quelle: PCtipp / ze
Die α6000 bietet leider keinen Anschluss für ein externes Mikrofon. Stattdessen gibt es nur das Sony-eigene Modell ECM-XYST1M (ca. 200 Franken), das auf den «Multi Interface-Zubehörschuh» gesteckt wird.
Das externe Mikrofon ECM-XYST1M (Bild: Sony)
Quelle: Sony
Ein zuschaltbares «Zebra-Muster» zeigt bereits auf dem Display, welche Lichter und Schatten keine Zeichnung mehr aufweisen. Das funktioniert auch bei Fotos. Die Anzeige ist zwar praktisch, kann aber auch irritierend wirken.

Wifi und NFC

Die α6000 verfügt über ein integriertes Wifi-Modul. Dieses ermöglicht den Zugriff auf das Internet, um Fotos direkt zu einem Dienst hochzuladen (über ein Zusatzmodul aus dem App Store) oder um neue Apps herunterzuladen. Ausserdem kann die Kamera selbst zu einem Wifi-Hotspot werden und anschliessend Bilder zu einem Smartphone übertragen. Dazu wird die kostenlose App «PlayMemories Mobile» benötigt, die für iOS und für Android angeboten wird.
Allerdings ist die Übertragung unter Android deutlich einfacher, wenn das Smartphone mit NFC ausgerüstet ist. Das NFC-Modul wird jedoch nicht für die Bildübertragung genutzt, denn dafür ist die Technik viel zu langsam. Vielmehr werden Smartphone und Kamera aneinandergehalten, damit automatisch eine Wifi-Verbindung aufgebaut wird. Anschliessend lassen sich die Fotos schnell und komfortabel austauschen. In unserem Test funktionierte der Datenaustausch mit einem HTC One perfekt und mit geringem Aufwand.
Ganz anders die Erfahrungen mit dem iPhone: Da sich das Apple-Gerät nicht mit NFC versteht, muss in den WLAN-Einstellungen zuerst die Kamera als Zugangspunkt angewählt werden. Auch in mehreren Anläufen gelang es uns nicht, eine tragfähige Verbindung herzustellen, die den Fototausch ermöglicht hätte.
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