Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

EU verhängt Rekordstrafe gegen Onlinemarktplatz AliExpress

Der chinesische Onlinemarktplatz AliExpress hat über Jahre gegen den Digital Services Act der Europäischen Union verstossen und muss nun 550 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Muttergesellschaft Alibaba Group will gegen die Massnahme rechtlich vorgehen.
Pakete von AliExpress
© ChatGPT

Es ist nach X und Temu erst die dritte Strafe gegen ein Unternehmen wegen Verstössen gegen den Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union, doch die Rekordsumme lässt aufhorchen: Der chinesische Onlinemarktplatz AliExpress, der zur Alibaba Group gehört, soll 550 Millionen Euro Bussgeld zahlen, wie die EU-Kommission jetzt verkündete.

Das Verfahren wurde nach eineinhalb Jahren abgeschlossen. Dabei hat die Kommission festgestellt, dass AliExpress wesentliche Vorgaben des DSA nicht eingehalten habe, die die Verbraucher in Europa aber auch andere Bereiche wie etwa Markenrechtsinhaber vor unzulässigen Produkten schützen sollen. So habe AliExpress nicht ausreichend Personal vorgehalten, um zu prüfen. Zudem habe der Betreiber keine wirksamen Massnahmen ergriffen, um gegen das Ausnutzen von Lücken in der Überwachung vorzugehen. Nicht in der EU verkaufsfähige Produkte konnten nicht geprüft werden und trotz Erkennung seien diese teils über Wochen weiterhin bestellbar geblieben. 

Auch die Compliance-Mechanismen für problematische Produkte seien für Händler zu leicht zu umgehen gewesen, unter anderem durch das Einstellen in eigentlich falsche Produktkategorien. Auch im Bereich der Markenrechtsverletzungen habe AliExpress nur unzureichende Massnahmen ergriffen. Auch sei kein wirksames Sanktionsregime gegen Händler etabliert worden, die sich nicht an die Regeln hielten.

Nach eigenen Angaben nutzt AliExpress auf seinem Marktplatz intensiv Algorithmen, die illegale Produkte erkennen und frühzeitig und umfassend aus dem Verkehr ziehen sollen. Doch die waren für die EU-Kommission offenbar nicht ausreichend, da sie ihre Wirkung verfehlen.

Die 550 Millionen Euro Strafe sind zwar ein Rekord unter dem DSA, sie sind aber zugleich deutlich unterhalb der theoretisch möglichen sechs Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes der Firmengruppe angesiedelt. Dieser lag bei Alibaba bei umgerechnet mehr als 120 Milliarden Euro – also wäre eine Strafe von maximal 7,2 Milliarden Euro möglich gewesen. Wie schon X und Temu zuvor muss AliExpress nun verpflichtend einen Massnahmenplan vorlegen, wie der Marktplatz die Verstösse dauerhaft beseitigen will.

In einer ersten Reaktion erklärte AliExpress, dass man gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen werde, da die Höhe der Strafe unverhältnismässig sei und zudem die Verbesserungen, die das Unternehmen vorgenommen habe, nicht beachtet wurden.

Kommentare

Recht Onlinehandel
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 29
In der Kalenderwoche 29 vom 13. bis zum 19. Juli 2026 standen die Artikel «Kleiner Excel-Spick von Microsoft» und «Finanzen im Griff» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
24. Jul 2026
Schweizer KI-Innovation schliesst die Lücke zwischen Denken und Handeln
Die Schweiz macht erneut mit einer spannenden KI-Innovation auf sich aufmerksam. Das Zürcher Unternehmen Gieni bringt mit GieniABX ein Agentensystem auf den Markt, das einen Schritt weiter gehen soll als klassische Chatbots oder KI-Assistenten. 
4 Minuten
In eigener Sache
Kurze Newsletter-Sommerpause
Vom 27. Juli bis zum 9. August macht die PCtipp-Redaktion eine kurze Newsletter-Sommerpause. Sie bekommen in diesem Zeitraum keinen Newsletter. Den nächsten Newsletter erhalten Sie dann wieder am 10. August.
2 Minuten
26. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Europäisches Smartphone Punkt. MC03 ist ab sofort erhältlich
Das MC03 des Schweizer Unternehmens Punkt ist ein Smartphone, das mit dem Android-basierten Betriebssystem Aphy OS konsequent auf Datenschutz und Kontrolle durch den Anwender ausgerichtet sein soll. Es ist ab sofort in Europa erhältlich.
2 Minuten
6. Jul 2026
Publireportage
Eine Kamera. Alles im Blick: Die Reolink OMVI 3i PoE
Die neue Reolink OMVI 3i PoE (P931) vereint eine 180°-Panoramakamera mit einem motorisierten PT-Objektiv. So behält die smarte Kamera gleichzeitig das grosse Ganze im Blick und verfolgt Bewegungen in Echtzeit. Sie ist ab sofort für 279 Fr. bei digitech.ch erhältlich.
4 Minuten
6. Jul 2026
E-Mail «Neue Sprachnachricht» ist Phishing
Betrüger versenden E-Mails, in denen sie behaupten, dass eine neue Sprachnachricht bereitstehe. Damit versuchen sie, an Zugangsdaten von persönlichen Benutzerkonten zu gelangen.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare