Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

6G-Forschung rückt Anwendungen in den Fokus

Der Transferhub „6G-life²“ startet in seine zweite Förderphase.Technische Universität MünchenundTechnische Universität Dresdenwollen Forschung zu 6G-Kommunikation stärker in marktfähige Anwendungen überführen.

In der zweiten Förderphase von „6G-life²“ rücken Anwendungen wie vernetzte Robotik, Echtzeit-Computing und die enge Verzahnung von Kommunikation und Computing in den Fokus der 6G-Forschung

© (Quelle: DALL-E)

Mit dem Start der zweiten Förderphase von „6G-life²“ verlagert sich der Schwerpunkt der deutschen 6G-Forschung weiter in Richtung Praxis. Statt reiner Grundlagenarbeit geht es nun gezielt darum, Technologien für die sechste Mobilfunkgeneration in konkrete Anwendungen zu überführen, etwa für vernetzte Robotik, industrielle Echtzeitkommunikation oder neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion. Der Bund unterstützt das Projekt mit 25 Millionen Euro über vier Jahre.

Vom Funkstandard zur Arbeits- und Produktionsplattform

Im Mittelpunkt der Forschung stehen Kommunikationsverfahren für Szenarien, in denen Maschinen, Menschen und digitale Umgebungen eng zusammenarbeiten. Anders als bei 5G, das stark auf Machine-to-Machine-Kommunikation ausgerichtet ist, soll 6G den Menschen stärker einbeziehen, etwa bei Teleoperationen, in der Pflege oder in industriellen Anwendungen mit kollaborativen Robotern. Der kommerzielle Start von 6G wird derzeit für das Jahr 2030 erwartet.

Ein wesentlicher Fokus der neuen Projektphase liegt auf der engen Verzahnung von Kommunikation und Computing. Ziel ist es, Daten nicht nur schnell zu übertragen, sondern auch unmittelbar zu verarbeiten – energieeffizient und in Echtzeit. Anwendungen wie digitale Zwillinge, industrielle Metaverse-Szenarien oder sensorbasierte Steuerungen gelten dabei als zentrale Treiber. Ergänzend ist ein Gesamtdemonstrator geplant, der die entwickelten Technologien im Zusammenspiel erprobt und deren Potenzial sichtbar macht.

Transfer, Start-ups und technologische Souveränität

Für die Telekommunikationsbranche besonders relevant ist der ausgeprägte Transferansatz des Projekts. „Um die Entwicklung von 6G in Deutschland erfolgreich voranzutreiben, braucht es neue Technologiefirmen, die innovative Lösungen schnell zur Marktreife bringen“, sagt Wolfgang Kellerer, Professor für Kommunikationsnetze an der TUM. Entsprechend nimmt die gezielte Förderung von Start-ups eine zentrale Rolle ein. Bereits 2024 wurde mit dem „launchhub42“ ein gemeinsamer Startup-Inkubator in Dresden eingerichtet.

Auch industriepolitisch ist das Vorhaben klar positioniert. Angesichts der starken Rolle asiatischer Anbieter in der Telekommunikationsindustrie wird „6G-life²“ ausdrücklich als Beitrag zur technologischen Souveränität verstanden. Frank Fitzek, Professor für Kommunikationsnetze an der TUD, betont, Ziel sei es, Spitzenforschung schneller in marktrelevante Innovationen zu überführen.

Eingebettet ist das Projekt in die nationale 6G-Forschungsroadmap 2025–2030 des Bundes. Für Netzbetreiber, Ausrüster und Technologieanbieter ist „6G-life²“ damit weniger kurzfristige Produktnews als vielmehr ein strategischer Ausblick darauf, wie sich Kommunikationsnetze, industrielle Anwendungen und neue Geschäftsmodelle in den kommenden Jahren entwickeln könnten.

Kommentare

Mobile Smartphone & Apps
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Amazon liefert erstmals ausserhalb der USA per Drohne aus
Von einer Basis in Nordengland aus beliefert Amazon im nahen Umfeld Kunden jetzt auch im regulären Betrieb per Drohne. Auf diese Weise sollen die Waren maximal 60 Minuten nach der Bestellung dort sicher landen.
3 Minuten
11. Aug 2026
Tablet-Markt leidet unter Engpässen bei Komponenten
Die weltweiten Tablet-Verkäufe gingen im zweiten Quartal deutlich zurück. Ein Grund waren knappe Komponenten wie Speicherchips, die Hersteller dazu bewegt haben, teurere Modelle im Portfolio zu priorisieren.
2 Minuten
10. Aug 2026
«Lex Netflix»
Investitionen in das Schweizer Filmschaffen steigen 2025 um 25 Prozent
Seit dem 1. Januar 2024 gilt die im Filmgesetz verankerte Investitionspflicht für Unternehmen mit Fernseh- und Abrufdiensten. Sie müssen mindestens 4 Prozent ihrer in der Schweiz erzielten Bruttoumsätze in das Schweizer Filmschaffen investieren. Die Auswertung des Bundesamts für Kultur (BAK) für das Jahr 2025 zeigt, dass die Investitionen gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent zugenommen haben.
3 Minuten
10. Aug 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Der Zenit für Gamer, Cosplayer und Fans von Star Wars
Fantasy Basel 2024: der grosse Rückblick
Sie war auch dieses Jahr die wichtigste Messe für Gamer, Cosplayer oder einfach für alle, die galaktische und fantastische Geschichten lieben. PCtipp hat die coolsten Bilder auf der Fantasy Basel 2024, der grössten Schweizer Comic Con, gesammelt.
3 Minuten
13. Mai 2024
Soluna-Beach-Party-Launch
Samsung lanciert Fold-Handys und Smart-Watches
Samsung hat im Soluna-Beach-Club in Zürich bei Tiefenbrunnen seine neue Galaxy Z Serie der Foldbables und Smart-Watches vorgestellt. Das Line-Up umfasst drei Falt-Smartphones und drei smarte Uhren - allerdings für unterschiedliche Zielgruppen. PCtipp hat die Preise, und sagt, welches Modell sich für welchen Anwender empfiehlt.
6 Minuten
22. Jul 2026
Jubiläum
40 Jahre Macintosh
Am 24. Januar 1984 wurde der erste Macintosh von Apple vorgestellt. Wir gratulieren zu 40 Jahren Mac!
2 Minuten
24. Jan 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare