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Lesedauer 3 Min.

Anweisungen spielen grösste Rolle als Schlaf

Laut Forschern des Merrimack College beeinflussen Anweisungen das Erinnern stärker als bisher vermutet. Ausgeschlafenheit und Emotionen sind eher untergeordnet.
© (Quelle: Pixabay/Gerd Altmann)

Bei der Qualität des Gedächtnisses spielt es jedoch keine Rolle, ob eine Person gut geschlafen hat oder nicht. Die Studienteilnehmer sind in einem Test ersucht worden, sich an Wörter zu erinnern oder diese zu vergessen. Manche dieser Wörter verfügten über negative emotionale Assoziationen. Details sind in "Frontiers in Behavioral Neuroscience" nachzulesen.

Versuche mit 100 Wörtern

Forschungsleiterin Laura Kurdziel nach verfügen die Menschen über mehr Kontrolle über ihre Erinnerungen, als allgemein angenommen wird. Die Wissenschaftler haben zwei aufeinander abgestimmte Studien durchgeführt. Bei der ersten lösten 45 Teilnehmer ihre Aufgabe online. Bei der zweiten Studie besuchten 53 Personen das Labor.

Die Hälfte jeder Gruppe erhielt die zu erinnernden Wörter am Morgen und wurde dann am Abend getestet. Bei den im Labor schlafenden Teilnehmern wurde mittels EEG-Stirnbändern die Gehirnaktivität gemessen. Alle Personen nahmen an zwei Sitzungen teil. Bei der ersten erschienen 100 Wörter auf einem Bildschirm, gefolgt von einem Hinweis, sich diese zu merken oder sie zu vergessen. Eine Hälfte der Wörter verfügte über negative emotionale Zusammenhänge, die andere war neutral.

Sofort danach sahen die Teilnehmer weitere 100 Wörter und wurden gefragt, ob sie sie wiedererkannten. 50 Wörter stammten dabei von der vorhergehenden Aufgabe. Bei den restlichen 50 Wörtern handelte es sich jedoch um Bezeichnungen, die sie nie zuvor gesehen hatten. Nach zwölf Stunden bei der zweiten Sitzung sollten die Teilnehmer möglichst viele der Wörter nennen, an die sie sich erinnern sollten. Anschliessend analysierten die Forscher ihre Performance und die EEG-Daten.

Anweisungen und Gefühle

Anweisungen funktionierten tatsächlich besser als Gefühle. Die Menschen erinnerten sich eher an Wörter, an die sie sich erinnern sollten. Emotionen spielten aber trotzdem eine Rolle. Die Teilnehmer erinnerten sich eher an Wörter mit negativen Konnotationen. Das bedeutet, dass Gefühle den Erfolg von Anweisungen weiter verbessern können. Gefühle erhöhten zudem auch die Wahrscheinlichkeit von Falscherinnerungen. Negative Ausdrücke wurden eher falsch erinnert als Wörter, die sich die Teilnehmer merken sollten.

Kurdziel zufolge werden während der Kodierung mehr Aufmerksamkeitsressourcen auf Wörter verwendet, die explizit erinnert werden sollen. "Die kognitiven Kontrollsysteme können Infos als wichtig markieren und den Hippokampus dazu bringen, sie prioritär zu behandeln. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese Erinnerung während des Schlafs reaktiviert und langfristig abgespeichert wird." Vor allem, so die Expertin, können Anweisungen auch irrelevante Infos unterdrücken und so das Gedächtnis verbessern. (pressetext.com)

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