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Lesedauer 3 Min.

Apple-Tools können an Missbrauch erinnern

University of Alberta und Hebräische Universität Jerusalem kritisierten Apple-Funktionen "Memories" und "AirDrop".
© (Quelle: PCtipp.ch)

Funktionen des iPhone-Betriebssystems von Apple wie "Memories" oder "AirDrop" können Frauen schaden. Das behaupten Nicolette Little von der University of Alberta und Tom Divon von der Hebräischen Universität Jerusalem. Sie haben festgestellt, dass die Funktionen von Apple iOS und die entsprechenden Algorithmen "unbeabsichtigt feindliche digitale Umgebungen für Benutzer schaffen" können.

Bleibende Erinnerungen

Die Funktion "Erinnerungen" des iPhones erstellt automatisch personalisierte Diashows mit Fotos und Videos aus der Vergangenheit einer Person, die mit Musik unterlegt sind. Mit AirDrop lassen sich Fotos, Videos, Dokumente und mehr drahtlos an ein iPhone, iPad oder einen Mac in der Nähe senden.

"Es ist eine wirklich schreckliche Erfahrung für Menschen, wenn immer wieder ein Bild von ihrem gewalttätigen Exfreund gezeigt wird, da der Algorithmus denkt, dass man es sehen will. Einige Leute berichteten, dass sie fast nacheinander zehn Bilder von einem früheren Partner bekamen. Wenn der Algorithmus also einen Fehler macht, dann einen wirklich schlimmen Fehler. Missbrauchsopfer, die mit diesen Bildern in einer Diashow konfrontiert werden, finden diese Erfahrung gruselig", so Little.

Ähnliches bei Facebook

Eine ähnliche Funktion mit gleicher Bezeichnung gibt es auch bei Facebook. Wie Little betont, kennen 80 bis 90 Prozent der Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt ihren Täter - oft einen ehemaligen Bekannten, ein Familienmitglied oder einen Intimpartner. Selbst wenn das Opfer diese Person aus seinem Freundeskreis digital verbannt, taucht sie laut Little immer noch auf wieder aufgetauchten Facebook-Fotos auf.

Einige der von Little Befragten liessen ihre Handys zu Hause oder versteckten sie an Jahrestagen oder am Valentinstag, aus Angst vor dem, was unerwartet auftauchen könnte. Zum Thema Apple iOS Memories sagt Little, dass "vermutlich frühere Fotos mit dem Täter den iPhotos-Cache des Überlebenden füllen, da die Überlebenden ihren Peiniger in der Regel kennen und ihm recht nahe standen".

Öffentliche Belästigung

AirDrop wiederum ermöglicht es Tätern, Fotos oder andere Dateien per drahtloser Kommunikation an die Smartphones von Frauen und Mädchen zu schicken, die sich an öffentlichen Orten aufhalten, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie bekämen auf diesem Weg häufig unerwünschte sexuelle Inhalte wie "Dick Pics". Divon, der eine Studie über den Missbrauch von AirDrop in öffentlichen Verkehrsmitteln leitete, bezeichnet dies als "AirDrop-Falle".

Divon hat 16 Frauen interviewt, die in Zügen und Bussen unerwünschte sexuelle Inhalte von einem Fremden erhielten. "Nutzer erhalten zwar eine Vorschau und eine Benachrichtigung, wenn Inhalte über AirDrop geteilt werden, wodurch das Risiko von Belästigungen verringert wird. Doch sexuelle Inhalte könnten sich schon in der Vorschau nachteilig auf die Opfer auswirken." Zudem könnten Täter "Inhalte wiederholt senden, mit denen sich die Empfänger ständig auseinandersetzen müssen, um sie zu verwerfen". (pressetext.com)

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