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Lesedauer 3 Min.

Apps lotsen Blinde durch fremde Gebäude

Neuartige Smartphone-Applikationen ermöglichen Orientierung in unbekannter Umgebung.
© (Quelle: Roberto Manduchi)

Zwei neue Apps lotsen Blinde durch Gebäude. Satelliten-Navigationsgeräte sind dort keine Hilfe. Mauern und Dächer verhindern den zuverlässigen Austausch von Signalen, meint Roberto Manduchi von der University of California Santa Cruz. Er nutzt die Sensoren, die in den meisten Smartphones vorhanden sind, um den Blinden den Weg zu weisen. Das geschieht mit Worten, die der Blinde über seine drahtlosen Ohrstöpsel hört.

Wege für Rückkehr gespeichert

Die Apps ermöglichen die Wegfindung in Innenräumen, die Navigation zu einem bestimmten Punkt und die sichere Rückkehr, also die Umkehr des Hinwegs, dessen Verlauf gespeichert wird. Bei anderen Smartphone-basierten Wegfindungssystemen muss der Blinde das Handy in die Hand nehmen und hat dann beide Hände belegt. Die eine hält das Telefon, die andere den Blindenstock oder die Leine des Blindenhundes. Besser ist es, wenn eine Hand freibleibt, etwa um sich im Notfall abzustützen.

Die Wegfindungs-App verwendet eine Karte des Inneren eines Gebäudes, die zunächst eingelesen werden muss, um einen Weg zum Ziel zu finden, und nutzt dann die im Telefon integrierten Trägheitssensoren, Beschleunigungsmesser und Gyroskope, die Funktionen wie einen Schrittzähler bereitstellen, um die jeweilige Position festzustellen. Diese wird fortlaufend mit der eingelesenen Karte verglichen, sodass die App genaue Anweisungen geben kann wie "in fünf Metern links abbiegen".

Monte-Carlo-Methode angewendet

Da die Positionen oft nicht genau festzustellen sind, ergänzt das Team um Manduchi die Sensor-Ortung mit einer Methode namens Sequenzielle Monte-Carlo-Methode. Diese gehört zur Klasse der stochastischen Verfahren zur Zustandsschätzung in einem dynamischen Prozess, dessen Veränderungen nur im statistischen Mittel bekannt sind und der nur unvollständig beobachtet wird, wie es die Sensoren im Smartphone tun.

Die App weist auf Richtungsänderungen hin, wenn sie noch rund fünf Meter entfernt sind. Die Abzweigung findet der Blinde dann mit seinem Taststock. "Man kann sich auch hier nicht allein auf Technologie verlassen. Das ist so wie beim Autofahren. Wenn das Navi sagt 'Rechts abbiegen', folgt man der Anweisung ja auch nicht sofort, sondern schaut, wo genau die Abzweigung ist", sagt Manduchi. (pressetext)

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