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Lesedauer 3 Min.

Gamern drohen nach Spielende Depressionen

Stundenlanges Computerspielen kann Gamer in eine Depression führen. Das haben Forscher der SWPS-Universität und der Stefan-Batory-Akademie für Angewandte Wissenschaften ermittelt. 
© Gemini

Sie haben das Gefühl der Leere untersucht, das mit dem Beenden eines fesselnden Computerspiels einhergeht, und eine Skala zur Messung der sogenannten «Post-Game-Depression» entwickelt.

Psychische Gesundheit beeinflusst

«Spiele werden immer ausgefeilter und bieten zunehmend mehr als nur Unterhaltung. Für viele Menschen ist das Beenden eines langen, fesselnden Spiels nicht nur ein Moment der Befriedigung, sondern auch eine emotionale Herausforderung. In einer Zeit zunehmend realistischer und immersiver Spiele kann das Verständnis der Vorgänge im Kopf der Spieler uns helfen zu verstehen, wie sich diese auf unsere psychische Gesundheit auswirken», sagt der SWPS-Psychologe Kamil Janowicz.

Um das Phänomen zu ergründen, haben Janowicz und sein Kollege Piotr Klimczyk von der Stefan-Batory-Akademie für Angewandte Wissenschaften zwei Studien mit 373 Spielern durchgeführt. Im ersten Teil setzen sie ihre Messskala ein, um zu prüfen, ob sie funktioniert und ein schlüssiges Bild vom Zustand der Spieler wiedergibt. Die Teilnehmer füllten Fragebögen zu Wohlbefinden und psychischer Gesundheit aus. Die meisten spielten täglich (28,1 Prozent) oder fast täglich (41,4 Prozent).

Auf diese Weise haben die Forscher vier Aspekte im Zusammenhang mit dem Phänomen der Post-Game-Depression erfasst: nachträgliches Grübeln über das Spiel, ein herausforderndes Ende des Spielerlebnisses, das Bedürfnis, das Spiel erneut zu spielen und die Medienanhedonie der Probanden, ein Fachbegriff für den Verlust des Interesses an anderen Aktivitäten.

Rollenspiele am problematischsten

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass Nutzer von Rollenspielen am anfälligsten für eine Post-Game-Depression sind. Hierbei haben die Spieler durch ihre Entscheidungen den grössten Einfluss auf die Charakterentwicklung und bauen die stärksten Bindungen zu ihren Charakteren auf. Und je fesselnder die Spielwelt und je enger die Beziehung zum Charakter ist, desto schwieriger ist es, nach Beendigung des Spiels in die Realität zurückzukehren», erklärt Janowicz.

«Post-Game-Depression ist eine spezifische Form der Trauer nach einem Verlust, vergleichbar mit dem Abschied von einem geliebten Menschen oder dem Ende einer wichtigen Lebensphase. Die virtuelle Welt wird für viele Spieler zu einer so bedeutenden Quelle von Emotionen, dass die Rückkehr in den Alltag Zeit und geeignete psychologische Hilfsmittel erfordert», weiss Janowicz. Game-Entwickler sollten die potenziellen Auswirkungen des Spielgeschehens daher mitberücksichtigen. (pressetext.com)
 

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