Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Hackerattacke zwingt Einhaus-Gruppe in die Insolvenz

Die Einhaus-Gruppe aus Hamm, einst Pionier bei Handy-Versicherungen, steht nach einem Ransomware-Angriff vor dem Aus. Laut Westfälischem Anzeiger beläuft sich der Schaden auf einen mittleren siebenstelligen Betrag.
© (Quelle: Shutterstock / janews)

Ein Cyberangriff hat die Einhaus-Gruppe in Hamm in die Insolvenz getrieben. Das Unternehmen, das als Wegbereiter von Handy-Versicherungen in Deutschland galt und zeitweise bis zu 70 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftete, kann seinen Betrieb nur noch eingeschränkt fortführen. Für drei Gesellschaften wurden laut Westfälischem Anzeiger bereits Insolvenzverfahren eingeleitet.

Dem Bericht zufolge ereignete sich der Angriff bereits im Frühjahr 2023. Die Täter schleusten die Ransomware „Royal“ ein, verschlüsselten sämtliche Systeme und blockierten den Zugriff auf Vertrags-, Abrechnungs- und Kommunikationsdaten. Gründer Wilhelm Einhaus schilderte dem Blatt, er habe an jenem Morgen auf allen Druckern Ausdrucke mit der Nachricht gefunden: Man sei gehackt worden, weitere Informationen gebe es im Darknet. „Kein Rechner und kein Server liess sich mehr hochfahren“, so Einhaus. Die Täter forderten Bitcoins als Lösegeld.

Die Polizei und das Landeskriminalamt wurden unmittelbar eingeschaltet, die Ermittlungen führt nach Angaben des Westfälischen Anzeigers heute die Staatsanwaltschaft Verden. Offizielle Bestätigungen zu Tatverdächtigen oder Zusammenhängen mit weiteren Angriffen stehen jedoch noch aus.

Gebäude der Einhaus-Gruppe: Fast alle Mitarbeiter mussten entlassen werden.

© Quelle: Einhaus-Gruppe

Die Folgen für das Unternehmen waren gravierend: Einhaus musste einen Grossteil der 170 Beschäftigten entlassen und die Betriebsimmobilie veräussern. Der Gesamtschaden soll sich auf einen mittleren siebenstelligen Betrag belaufen.

Der Angriff auf die Einhaus-Gruppe liegt zwar bereits zwei Jahre zurück, doch er fügt sich in ein Muster, das bis heute anhält. Jüngste Fälle bei Vodafone und beim Distributor Ingram Micro zeigen, dass Ransomware-Attacken weiterhin eine grosse Bedrohung darstellen. Während Vodafone Mitte Juli 2025 seine zentrale Partnerplattform „Sales World“ wegen eines Vorfalls bei einem externen Dienstleister vom Netz nehmen musste, kämpfte Ingram Micro nach einem weltweiten Angriff Anfang Juli tagelang mit dem Wiederanlauf seiner Systeme. Zusammen verdeutlichen diese Fälle, dass die Gefahr durch Cyberangriffe nicht abnimmt, im Gegenteil: Sie bleibt für Unternehmen jeder Grösse existenziell.

Kommentare

Sicherheit Internet & Sicherheit
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Stromverbrauch und Effizienzpotenziale von Rechenzentren in der Schweiz
2024 betrug der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz 2,1 TWh, was ungefähr 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird ein Anstieg des Stromverbrauchs der inländischen Rechenzentren auf 2,5 bis 3,2 TWh erwartet. 
3 Minuten
Honor: Neue Oberklasse mit zwei Modellen der 600-Serie
Die neuen Honor-Smartphones 600 und 600 Pro sollen in der Oberklasse mit schnellen Snapdragon-Prozessoren und umfangreichen KI-Funktionen der Kameras punkten.
3 Minuten
6. Mai 2026
Echtzeittext - Bundesrat schafft Grundlage für neue Notruffunktion
Der Bundesrat hat mehrere Verordnungen angepasst, um ein sicheres Notrufsystem zu fördern. In Zukunft können Menschen in Notlage die Notdienste von Polizei, Feuerwehr und Sanität per Echtzeittext auf den Smartphones auch schriftlich erreichen. 
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Publireportage
Ist öffentliches WLAN sicher? Das solltest du wissen
Öffentliche WLAN-Netze sind überall: in Flughäfen, Hotels, Bibliotheken, Einkaufszentren und vielen anderen Orten. Sich schnell und kostenlos mit dem Internet zu verbinden, war noch nie so einfach. Doch so praktisch diese Netzwerke auch sind – für Cyberkriminelle sind sie ein echtes Einfallstor.
3 Minuten
Vergabe der UKW-Konzessionen für Radios 2027 bis 2034
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat das Verfahren für die Vergabe der UKW-Funkkonzessionen zur Verbreitung von Radioprogrammen ab 2027 festgelegt. Die SRG und Privatradios mit Leistungsauftrag können auf Gesuch hin ihre bisherigen Frequenzen weiter nutzen. SRG vor UKW-Rückkehr?
3 Minuten
21. Apr 2026
Lederarmbänder werden zu Stromspeichern
Forscher der Jilin-Universität machen aus ledernen Jacken, Trachtenhosen und Uhrarmbändern Batterien. Dabei bleibt ihre ursprüngliche Funktion erhalten.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare