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Lesedauer 2 Min.

Influencer prellen Fiskus um 300 Mio. Euro

Das Influencer-Team des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in Nordrhein-Westfalen (LBF NRW) macht Jagd auf professionelle Influencer, die allein in Nordrhein-Westfalen Steuern in Höhe von bis zu 300 Mio. Euro hinterzogen haben sollen.
© (Quelle: Shutterstock / Farion_O)

Eigenen Angaben nach werten die Steuerfahnder aktuell ein Datenpaket von mehreren grossen Plattformen aus: Darin enthalten sind der Behörde nach 6'000 Datensätze, die auf nicht versteuerte Gewinne mit Werbung, Abos und Co hinweisen.

Steuernummer Fehlanzeige

"Es ist keine Seltenheit, dass ein Influencer pro Monat mehrere zehntausend Euro verdient, aber nicht einmal eine Steuernummer hat. Da geht es nicht um Überforderung mit plötzlichem Ruhm, sondern um immense Steuerhinterziehung mit Wissen und Willen", so LBF-NRW-Stephanie Thien.

Die Behörde geht speziell Vergütungen für Klicks, Verkäufe, Werbekooperationen, Abo-Zahlungen sowie Trinkgeldern für persönliche Fotos nach. Bei Werbung, die nur temporär sichtbar ist und nach 24 Stunden gelöscht wird, ist die Beweisführung aber schwierig.

Erst die Spitze des Eisbergs

Das LBF NRW führt derzeit rund 200 laufende Strafverfahren gegen in NRW lebende Influencer - die Fälle aus dem aktuellen Datenpaket noch nicht eingerechnet. Durchschnittlich geht es um einen hohen fünfstelligen steuerlichen Fehlbetrag, in Einzelfällen auch um Fehlbeträge in Millionenhöhe, heisst es.

Das LBF NRW bündelt seit dem 1. Januar 2025 die gesamte nordrhein-westfälische Steuerfahndung mit rund 1.200 Experten auf dem Gebiet der Bekämpfung von Steuerbetrug, Geldwäsche und Cybercrime. Es ist die erste Landesbehörde dieser Art in der Bundesrepublik. (pressetext.com)

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