Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Keilschriftprinzip vervierfacht Datenvolumen

Die vor rund 6.000 Jahren im vorderen Asien erstmals genutzte Keilschrift hat Forscher der Flinders University zur Entwicklung einer neuen Speichertechnik inspiriert. Der Clou: Das Verfahren übertrifft die aktuell technologisch mögliche Datendichte deutlich.

Keilschrift: Sie inspirierte zu einer neuen Datenspeichertechnik

© (Quelle: @bilgekutukoglu/ Pexels)

Das Prizip ähnelt dem einer Compact Disc, die Philips und Sony zunächst zur Speicherung von Musik entwickelt hat und 1979 auf den Markt brachte.

Ternärer Code versus Binärcode

In beiden Fällen werden die Daten als Vertiefungen in eine Kunststoffscheibe fixiert. Doch während sie auf der CD und später der DVD im Binärsystem kodiert werden, nutzen die australischen Entwickler das Prinzip der Keilschrift. Bei Binärcode bedeutet eine Vertiefung eine "1", das Fehlen einer solchen eine "Null".

Beim Keilschrift-Code gibt es drei Variablen. So heisst er ternärer Code. Das Fehlen einer Vertiefung bedeutet "0", eine 0,3 bis 1,0 Nanometer tiefe Delle ist eine "1" und eine 1,5 bis 2,5 Nanometer tiefe Delle eine "2". Dass erhöht die Datendichte um das Vierfache, verglichen mit dem Binärcode.

Rasterkraftmikroskop statt Laser

Der zweite Unterschied besteht in der Technik, mit der die Vertiefungen hergestellt werden. Bei der CD ist es ein Laserstrahl, der den Kunststoff punktweise aufschmilzt, sodass eine Delle zurückbleibt, die vom Lese-Laserstrahl identifiziert wird. Die Forscher nutzen ein Rasterkraftmikroskop sowohl zur Herstellung der Vertiefungen als auch zum Auslesen.

Die kostengünstige Folie, in die die Kerben durch physische Kraft eingebracht werden, besteht aus Schwefel und der chemischen Verbindung Dicyclopentadien. Der Datenspeicher lässt sich löschen, indem er zehn Sekunden lang auf eine Temperatur von 140 Grad Celsius aufgeheizt wird. Dann kann er erneut beschrieben werden. In bisherigen Tests blieb das Material über vier Schreib-Lese-Lösch-Schreib-Zyklen hinweg funktionsfähig.

Rasterkraftmikroskope arbeiten mit einer Sonde, deren Spitze kaum dicker ist als ein einziges Atom. Sie wird mit unvorstellbarer Geschwindigkeit über die Folie geführt, wobei sie die unterschiedlich grossen Dellen hineindrückt. Das geschieht, anders als bei der CD, ohne Wärmezufuhr, sodass der Energieverbrauch gering ist. (pressetext.com)

Kommentare

Forschung Speicher Speichermedien
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Adobe integriert lizenzierte Musik von UMG und WMG in Premiere Mobile
Adobe erweitert Premiere Mobile um lizenzierte Musik: In Zusammenarbeit mit der Universal Music Group (UMG) und der Warner Music Group (WMG) stellt das Unternehmen Creatorn künftig eine Auswahl an Musikclips bekannter Künstler direkt in der App zur Verfügung.
2 Minuten
Gartner nennt fünf KI-Trends für IT-Infrastruktur 2027
Das Analystenhaus Gartner hat die wichtigsten KI-Trends für Infrastruktur und IT-Betrieb (I&O) im Jahr 2027 benannt. Sie reichen von KI-Agenten im autonomen IT-Betrieb über steigende Token-Kosten bis zur Zusammenlegung von Netzwerk- und Sicherheitsleitstellen.
3 Minuten
Prüfung der Infrastruktur und Ressourcen für den Meldebetrieb
Seit dem 1. April 2025 müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen Cyberangriffe innerhalb von 24 Stunden an das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) melden. Hierfür nutzt das BACS die Online‑Plattform Cyber Security Hub (CSH), über die meldepflichtigen Vorfälle sowie aktuelle Bedrohungs‑ und Schwachstellendaten ausgetauscht werden können.
2 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Der Zenit für Gamer, Cosplayer und Fans von Star Wars
Fantasy Basel 2024: der grosse Rückblick
Sie war auch dieses Jahr die wichtigste Messe für Gamer, Cosplayer oder einfach für alle, die galaktische und fantastische Geschichten lieben. PCtipp hat die coolsten Bilder auf der Fantasy Basel 2024, der grössten Schweizer Comic Con, gesammelt.
3 Minuten
13. Mai 2024
Kritische Schwachstellen in PHP - Sicherheitsupdates sofort einspielen
Zwei kritische Schwachstellen in PHP können Angreifern ermöglichen, ohne Anmeldung Schadcode auf betroffenen Servern auszuführen. Sicherheitsupdates sind jetzt verfügbar. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt, betroffene Systeme unverzüglich zu aktualisieren.
2 Minuten
21. Okt 2026
Sprachbarrieren überwinden
Alertswiss informiert, warnt und alarmiert neu auch in Leichter Sprache
Hunderttausenden Menschen in der Schweiz fällt das Lesen schwer. Informationen, Warnungen und Alarmmeldungen müssen aber auch für sie verständlich sein. Deshalb bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) Meldungen in der Alertswiss-App neu auch in Leichter Sprache an.
4 Minuten
21. Okt 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare