Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Schmeicheleien von Chatbots sind gefährlich

KI-gestützte Chatbots, die viele Menschen als Ratgeber nutzen, können falsche und gefährliche Ansichten noch verstärken.

Themenbild Schmeicheleien von Chatbots

© Gemini

Davor warnen Forscher der Stanford University und der Carnegie Mellon University in einer kürzlich im Fachjournal «Science» veröffentlichten Studie. Das Problem entsteht durch eine fatale Eigenschaft der meisten Chatbots: Sie reden ihren Nutzern gerne nach dem Mund und bestärken so deren Meinung - egal, ob diese richtig oder falsch ist. Derart bestärkt, sind sie nur wenige User bereit, ihre Ansichten zu ändern, auch wenn es gute Argumente dafür gibt.

KI-Bestärkung als Risiko

Die Ergebnisse «unterstreichen die Notwendigkeit von Rahmenwerken zur Rechenschaftspflicht, die Schmeichelei als eigenständige Ursache von Schäden anerkennen und bekämpfen», so die Autoren. Die Forschung zu sozialen Auswirkungen von KI hat zunehmend die Aufmerksamkeit auf die Schmeichelei in grossen KI-Sprachmodellen (Large Language Model, LLM) gelenkt. Sie neigen dazu, Nutzer übermässig zu bestätigen, ihnen zu schmeicheln oder ihnen zuzustimmen.

Während dieses Verhalten oberflächlich betrachtet harmlos erscheinen mag, deuten neue Erkenntnisse darauf hin, dass es ernsthafte Risiken gibt, insbesondere für schutzbedürftige Personen, bei denen übermässige Bestätigung schädliche Folgen hat und sogar zu selbstzerstörerischen Aktivitäten bis hin zum Selbstmord führen kann.

Fragwürdiger Beziehungsrat

Gleichzeitig greifen KI-Systeme immer tiefer in den Alltag ein und dienen oft als Quelle für Ratschläge und persönliche Unterstützung. So wenden sich zahlreiche Menschen an KI, um Gespräche zu führen und Tipps in Beziehungsfragen zu bekommen. In solchen Situationen sind kriecherische, unterwürfige, schmeichlerische Antworten besonders gefährlich, da übermässige Bestätigung fragwürdige Entscheidungen verfestigen, ungesunde Überzeugungen verstärken und verzerrte Realitäten legitimieren können. Doch trotz dieser Gefahren ist soziale Unterwürfigkeit in KI-Modellen nach wie vor kaum erforscht.

Um diese Lücke zu schliessen, entwickelten Stanford-Informatikerin Myra Cheng und ihre Kollegen ein Verfahren zur Bewertung sozialer Unterwürfigkeit, das sowohl deren Verbreitung in gängigen KI-Modellen als auch deren reale Auswirkungen auf die Nutzer untersucht.

Anhand von Beiträgen aus der Reddit-Community «AITA» bewerteten die Forscher das Verhalten von elf weit verbreiteten KI-basierten LLMs führender Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Google. Dabei stellten sie fest, dass diese Systeme die Meinungen der Nutzer um 49 Prozent häufiger bestätigen als Menschen - selbst bei Täuschungsversuchen und illegalen Ansichten.

Eine Interaktion reicht aus

In zwei nachfolgenden Experimenten untersuchten die Autoren daraufhin die verhaltensbezogenen Konsequenzen solcher Ergebnisse. Demzufolge waren Teilnehmer, die in zwischenmenschlichen Szenarien, insbesondere bei Konflikten, mit einer unterwürfigen KI interagierten, bereits nach nur einer Interaktion stärker von der Richtigkeit ihrer Meinung überzeugt und weniger geneigt, diese zu ändern. Zudem bewerteten dieselben Teilnehmer die schmeichelhaften Antworten als hilfreicher und vertrauenswürdiger als jene von Menschen. (pressetext.com)

Kommentare

Künstliche Intelligenz Gesellschaft Forschung
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Netzwerk-Tipps
LAN oder WLAN?
Eine wichtige Frage beim Einrichten eines jeden Heimnetzwerks ist: Verwende ich für ein bestimmtes Gerät lieber ein LAN-Kabel oder Wi-Fi-Funk? Erfahren Sie alles wichtige über die Vor- und Nachteile der beiden Technologien.
6 Minuten
27. Sep 2026
Telekom führt eSIM-Plattform T-Travel für globales Reisen ein
Die Deutsche Telekom startet mit T-Travel ein neues eSIM-Produkt für internationale Reisende. Über die digitale Plattform können mobile Datenpakete für mehr als 200 Destinationen gebucht und sofort aktiviert werden.
3 Minuten
26. Sep 2026
Bundesrat will neues Cybersicherheitsgesetz schaffen
Der Bundesrat hat zur Stärkung der nationalen Cybersicherheit das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, bis im Juni 2027 eine Vernehmlassungsvorlage für ein neues, eigenständiges Bundesgesetz über die Cybersicherheit auszuarbeiten.
3 Minuten
27. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Der Zenit für Gamer, Cosplayer und Fans von Star Wars
Fantasy Basel 2024: der grosse Rückblick
Sie war auch dieses Jahr die wichtigste Messe für Gamer, Cosplayer oder einfach für alle, die galaktische und fantastische Geschichten lieben. PCtipp hat die coolsten Bilder auf der Fantasy Basel 2024, der grössten Schweizer Comic Con, gesammelt.
3 Minuten
13. Mai 2024
TWINT bringt Funktion Einkaufsliste direkt in die App
Mit der neuen Funktion «Einkaufsliste» ermöglicht TWINT über 6 Millionen Nutzern, ihre Einkäufe direkt in der App zu planen, zu organisieren und gemeinsam zu teilen, vom Einkaufszettel bis zum nahtlosen Bezahlen.
2 Minuten
Gefälschte Migros-Umfrage lockt mit kostenloser Lebensmittelbox
Eine gefälschte Migros-Umfrage verspricht als Belohnung eine kostenlose Lebensmittelbox. Wer die Umfrage ausfüllt und das vermeintliche Geschenk anfordert, wird auf eine betrügerische Bestellseite weitergeleitet.
3 Minuten
23. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare