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Seidenbluse wird zum Ladegerät fürs Handy

Forscher der Technischen Universität Chalmers haben Seidenfasern entwickelt, die elektrischen Strom leiten. Sie haben die natürlichen Fasern hauchdünn mit einem elektrisch leitfähigen Kunststoff ummantelt.
© (Quelle:  Hanna Magnusson, chalmers.se)

Diese Fasern lassen sich nutzen, um Stoffe zu weben, aus denen sich etwa Blusen schneidern lassen. Es ist auch möglich und bereits realisiert, konventionelle Stoffe nachträglich mit diesem Fasern anzureichern. In beiden Fällen ist das Produkt elektrisch aktiv.

Fehlendes Puzzleteil gefunden

Die Experten betonen den gewohnten Tragekomfort und die Möglichkeit des herkömmlichen Waschens. Die Fasern sollen mindestens ein Jahr lang ihre ungewöhnlichen Eigenschaften behalten, heisst es. "Wir haben das fehlende Puzzleteil gefunden, um einen optimalen Faden herzustellen - eine Art Polymer, das erst kürzlich entdeckt wurde", so Mariavittoria Craighero, Doktorandin von Forschungsleiter Christian Müller.

"Die Faser weist eine hervorragende Stabilität bei Kontakt mit Luft auf und besitzt gleichzeitig eine sehr gute elektrische Leitfähigkeit. Durch die Verwendung von Polymeren benötigen wir keine Seltenerdmetalle, die in der Elektronik weitverbreitet sind", ergänzt Müller. Die beiden Chemiker verwenden die Fasern, um thermoelektrische Generatoren herzustellen. Diese erzeugen elektrische Energie, wenn sie auf der einen Seite erwärmt werden, während die andere kalt bleibt.

Ziel automatische Produktion

Die Wärme soll der menschliche Körper liefern, die Kälte die umgebende Luft. Zwar lassen sich so nur geringe Ströme erzeugen, Für das Ladern der Akkus von elektronischen Geräten langt es jedoch allemal, meinen die Experten. "Thermoelektrische Textilien bieten fantastische Möglichkeiten und unsere Forschung kann für die Gesellschaft von grossem Nutzen sein", unterstreicht Müller.

So weit ist es allerdings noch nicht. Die neue Hightech-Faser kann ebenso wie die thermoelektrischen Generatoren bisher nur aufwendig in Handarbeit hergestellt werden. Doch die schwedischen Wissenschaftler arbeiten bereits an der Entwicklung eines automatischen Herstellungsverfahrens, das die Nutzung der leitfähigen Seide erschwinglich machen dürfte. (pressetext.com)

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