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Mehr Transparenz durch neues Energielabel

Seit diesem Sommer müssen Smartphone-Hersteller ihre Geräte mit dem EU-Energielabel kennzeichnen. Emporia-Chefin Eveline Pupeter spricht von einem „Kraftakt sondergleichen“, sieht darin aber auch eine Chance gegen asiatische Konkurrenz.

Wie die Verbraucher das EU-Energielabel für Smartphones annehmen, bleibt abzuwarten

© (Quelle: Emporia)

Das EU-Energielabel hat eine neue Produktkategorie erobert: Smartphones. Seit Sommer 2025 müssen Hersteller ihre Geräte mit der bekannten Kennzeichnung versehen, die Verbrauchern von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern längst vertraut ist. Die Skala reicht von A (sehr gut) bis G (schlecht) und bewertet neben dem Energieverbrauch auch Langlebigkeit und Reparierbarkeit. Ein QR-Code auf dem Label führt direkt zu detaillierten Produktinformationen.

Was für Konsumenten mehr Transparenz bedeutet, war für viele Hersteller – insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen – eine enorme Belastung. „Das war ein Kraftakt sondergleichen“, sagt Eveline Pupeter, Eigentümerin und Geschäftsführerin des österreichischen Smartphone-Herstellers Emporia. „Der gesamte Prozess hat uns rund zwei Millionen Euro gekostet – keine Kleinigkeit für ein mittelständisches Unternehmen.“

Komplexe Anforderungen, hohe Kosten

Die Summe verdeutlicht, welcher Aufwand hinter der scheinbar simplen Kennzeichnung steckt. Hersteller müssen ihre Geräte umfassenden Tests unterziehen, Dokumentationen erstellen und die Daten in standardisierten Datenbanken hinterlegen. Akkutests über hunderte Ladezyklen, Sturz- und Wasserdichtigkeitsprüfungen, Bewertungen der Reparierbarkeit – all das erfordert Zeit, Ressourcen und spezialisierte Prüfstellen.

Trotz der Kosten sieht Pupeter in der neuen Regelung eine strategische Chance: „Ich betrachte das als Investition in die Zukunft, die es meinem Unternehmen ermöglicht, sich weiterhin als europäischer Hersteller gegen Produzenten aus Asien oder den USA zu behaupten.“ Die Hoffnung: Europäische Hersteller, die traditionell auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit und nachhaltige Produktion setzen, könnten von den neuen Labels profitieren – sofern ihre Geräte entsprechend gut abschneiden.

Für Konsumenten bringt das Label potenziell erhebliche Vorteile. Erstmals lassen sich auf einen Blick zentrale Fragen beantworten: Wie viele Ladezyklen übersteht der Akku? Wie einfach lässt sich das Display austauschen? Ist das Gerät wasserdicht? Bisher mussten sich Käufer diese Informationen mühsam zusammensuchen – wenn sie überhaupt verfügbar waren.

Regulierung als Marktkraft

Die Einführung des Energielabels für Smartphones ist Teil einer grösseren EU-Strategie, die auf Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Verbraucherschutz setzt. Nach dem Recht auf Reparatur, dem verpflichtenden USB-C-Anschluss und den geplanten Regeln für austauschbare Akkus ist das Label ein weiterer Baustein, um die Lebensdauer elektronischer Geräte zu verlängern und Elektroschrott zu reduzieren.

Für die Branche bedeutet das: Regulierung wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Wer heute in langlebige, reparierbare und energieeffiziente Produkte investiert, kann morgen davon profitieren. Wer hingegen weiter auf geplante Obsoleszenz und Wegwerfmentalität setzt, wird es schwerer haben. Die zwei Millionen Euro, die Emporia investiert hat, könnten sich langfristig auszahlen – wenn Verbraucher die Transparenz auch nutzen. Ob das geschieht, wird die Branche in den kommenden Monaten genau beobachten.

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