Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

TU München forscht zu 6G-Anwendungen in der digitalen Medizin

Telemedizin, kontinuierliches Monitoring und ferngesteuerte Eingriffe werden in der Medizin zunehmend wichtiger. Die Technische Universität München (TUM) und das TUM Klinikum haben untersucht, wie künftige 6G-Netze Rechenleistung und Datenübertragung steuern können.
TUM 6G-Forschung

Telemedizinische Untersuchung und Patientenmonitoring in einem gemeinsamen 6G Netzwerk

© F. Jurosch/TUM

Damit immer wichtigere Dienste wie die Telemedizin, ferngesteuerte Eingriffe und das kontinuierliche Monitoring der Patienten im Krankenhäusern funktionieren können, müssen Daten schnell, zuverlässig und ohne Unterbrechungen übertragen werden. Bislang steht Rechenleistung im Krankenhaus aber nicht immer genau dort zur Verfügung, wo sie benötigt wird. Verzögerungen oder Unterbrechungen in der Datenübertragung können bei Anwendungen wie der Teleoperation schwerwiegende Folgen haben.

Forschende der Technischen Universität München (TUM) und des TUM Klinikums haben untersucht, wie die künftigen 6G-Netze Rechenleistung und Datenübertragung so steuern können, dass bis zu 40 Prozent mehr Anwendungen gleichzeitig betrieben werden können. Im Zentrum steht die Frage, wo einzelne Anwendungen am besten ausgeführt werden: möglichst nah an der Patientin oder dem Patienten, direkt im Krankenhaus, an einem Netzknoten in der Nähe oder in einem entfernten Rechenzentrum.

Ein Ergebnis: Je näher die Verarbeitung an der Patientin oder dem Patienten stattfindet, desto besser lassen sich Verzögerungen reduzieren und hohe Anforderungen an die Datenübertragung und die Rechenleistung erfüllen. Gleichzeitig wäre das Netz überlastet, wenn alle Anwendungen direkt dort verarbeitet würden. Daher ist es wichtig, die Technik dynamisch dorthin zu verlagern, wo sie in der jeweiligen Situation den grössten Nutzen bringt.

Grundlage des Verfahrens ist die Lösung eines Optimierungsproblems: Das System bewertet, welche Anwendungen aktiv sind, welche Anforderungen sie stellen und welche Netzwerk- und Rechenressourcen verfügbar sind. «Daraus können wir ableiten, an welcher Stelle die jeweiligen Prozesse im Netz ausgeführt werden sollen», ergänzt Wolfgang Kellerer.

Die Simulationen der TUM zeigen, dass mit diesem Ansatz bis zu 40 Prozent mehr medizinische Anwendungen gleichzeitig betrieben werden können – auch dann, wenn Netzkapazität und Rechenleistung begrenzt sind. Künftige 6G-Netze könnten damit eine wichtige technische Grundlage für eine zuverlässige, flexible und stärker digital unterstützte medizinische Versorgung schaffen.

«Für medizinische Anwendungen reicht es nicht aus, Daten nur möglichst schnell von A nach B zu übertragen», sagt Wolfgang Kellerer, Professor für Kommunikationsnetze an der TUM School of Computation, Information and Technologie sowie Mitglied des TUM-MIRMI. «Zukünftig muss innerhalb der Netze entschieden werden, wo Rechenleistung benötigt wird, welche Anwendungen Vorrang haben und wann Funktionen im Netz verlagert werden müssen. Gerade in der Medizin kann diese Flexibilität entscheidend dazu beitragen, dass digitale Dienste zuverlässig verfügbar sind.»

 

Kommentare

Forschung Mobile Wissenschaft
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 35
In der Kalenderwoche 35 vom 24. bis 30.August 2026 standen die Artikel «ChatGPT richtig nutzen» und «Perfekte Bilder mit KI» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
Modernisiertes Informationsportal des BWO zu den Kurzzeitvermietungen
Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat sein vollständig überarbeitetes Informationsportal zur Kurzzeitvermietung über Buchungsplattformen aufgeschaltet.
3 Minuten
Global Cyber Conference 2026
Cybersicherheit lebt vom Austausch
Cyberangriffe machen weder an Landesgrenzen noch an Unternehmensmauern halt. Umso wichtiger ist der direkte Austausch zwischen Sicherheitsverantwortlichen, Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Global Cyber Conference 2026 in Zürich brachte mehr als 300 Fach- und Führungskräfte zusammen. Im Zentrum standen Cybersecurity, künstliche Intelligenz und Quantentechnologien.
6 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Der Zenit für Gamer, Cosplayer und Fans von Star Wars
Fantasy Basel 2024: der grosse Rückblick
Sie war auch dieses Jahr die wichtigste Messe für Gamer, Cosplayer oder einfach für alle, die galaktische und fantastische Geschichten lieben. PCtipp hat die coolsten Bilder auf der Fantasy Basel 2024, der grössten Schweizer Comic Con, gesammelt.
3 Minuten
13. Mai 2024
Brack.Alltron CONNECT 2026: Die wichtigste ICT-Leitmesse der Schweiz
Auf der CONNECT 2026 von Brack.Alltron am 26. und 27. August 2026 in Zürich-Oerlikon treffen sich ICT-Professionals zur wichtigsten Fachmesse der Branche. In der Halle 550 präsentiert der Veranstalter Brack.Alltron unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» an zwei Tagen die neuesten Trends und Lösungen. PCtipp ist live vor Ort und zeigt die Aussteller und Trends.
5 Minuten
27. Aug 2026
In eigener Sache
PCtipp 9/2026: mit diesen Themen ab dem 28. August 2026 am Kiosk erhältlich
Freuen Sie sich auf eine Ausgabe voller praktischer Ratschläge und fesselnder Inhalte! Holen Sie sich Ihren PCtipp 9/2026 ab dem 28. August 2026 am Kiosk und bleiben Sie stets auf dem neuesten Stand der PC-Technologie. Das Epaper ist auch schon online.
2 Minuten
28. Aug 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare