Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Überwachungsfalle in Funknetzwerken

KIT-Forscher warnen: Neue Technik erkennt Personen ohne ihr eigenes Gerät anhand von Signalen.
© (Quelle: Generiert mit Google Gemini)

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) können Personen allein anhand von WLAN-Signalen erkennen. Damit weisen sie auf ein erhebliches Risiko für die Privatsphäre hin. Das Verblüffende: Personen müssen für die Identifikation kein Smartphone oder Tablet bei sich tragen. Es reicht, dass WLAN-Geräte in ihrer Umgebung miteinander kommunizieren.

Bild wie Kamera-Aufnahme

Den Experten nach entsteht im Zuge der Interaktion der Geräte ein Bild - vergleichbar mit einer Kamera-Aufnahme, jedoch basierend auf Funkwellen. "Wir beobachten die Ausbreitung der Radiowellen und können so ein Bild der Umgebung und von Personen erzeugen. Das funktioniert ähnlich wie bei einer normalen Kamera, nur dass diese Lichtwellen statt Radiowellen in ein Bild umwandelt", so KIT-Forscher Thorsten Strufe.

Dem Sicherheitsexperten nach ist es deshalb auch unerheblich, ob jemand ein WLAN-Gerät bei sich hat oder nicht. Auch das Abschalten schützt nicht, stellt Strufe klar: "Es genügt, wenn andere Geräte in der Umgebung aktiv sind." Und sein Kollege Julian Todt ergänzt: "Die Technik macht aus jedem Router ein potenzielles Überwachungsgerät."

Arbeitsweg als Alltagsrisiko

Menschen, die beispielsweise regelmässig an einem Café mit WLAN vorbeigehen, könnte dort unbemerkt identifiziert und später wiedererkannt werden - etwa von staatlichen Stellen oder Unternehmen. Zwar gebe es für Geheimdienste oder Cyber-Kriminelle einfachere Methoden, Menschen zu beobachten, aber Drahtlosnetzwerke könnten zu einer nahezu flächendeckenden Überwachungsinfrastruktur werden, warnen die Wissenschaftler. WLAN-Netze seien überall.

Angreifende brauchen zudem keine teure Spezial-Hardware, stellen die Ingenieure klar. Es würden handelsübliche WLAN-Geräte ausreichen. Die neue Methode nutze die legitimen Nutzer aus, die mit dem WLAN verbunden sind. Diese senden im Netzwerk regelmässig Rückmeldesignale an den Router - unverschlüsselt und für Dritte lesbar. So entstünden Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln, die zur Identifikation der Personen dienen können.

Diese dauerten nur wenige Sekunden, sobald das dahinterstehende Machine-Learning-Modell trainiert sei. In einer Studie mit 197 Probanden hat das Team Personen mit nahezu 100-prozentiger Genauigkeit erkennen können - unabhängig von Gehweise oder Perspektive. "Die Technik ist leistungsfähig, aber birgt gleichzeitig Gefahren für die Grundrechte, insbesondere der Privatheit", betont Strufe abschliessend. (pressetext.com)

Kommentare

Wi-Fi Sicherheit Internet & Sicherheit
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 27
In der Kalenderwoche 27 vom 29. Juni bis zum 5. Juli 2026 standen die Artikel «Achtung, Roaming-Kostenfalle!» und «Sicher vor Betrug im Internet» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
ICT-Fachmesse CONNECT von Brack.Alltron erscheint in neuem Gewand
Unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» möchte die Handelsgruppe Brack.Alltron die ICT-Themen von morgen präsentieren. 
3 Minuten
10. Jul 2026
Bitkom: Deutsche Digitalwirtschaft zeigt sich weiter stabil
Laut dem Bitkom soll der deutsche Markt für IT und Telekommunikation auch 2026 weiter wachsen. Einen Boom gibt es im Segment der Cloud-Software und bei KI-Plattformen, während der TK-Bereich deutlich weniger zulegt, doch zumindest Zeichen der Erholung aufweist.
3 Minuten
9. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

«Vorsicht: Spam Verdacht»
Swisscom startet Warnhinweis bei verdächtigen Anrufen
Swisscom lanciert für ihren Callfilter eine neue Funktion. Mit der Erweiterung des Callfilters um die Funktion «Vorsicht: Spam Verdacht» erkennen Kunden potenzielle Werbe- und Betrugsanrufe bei ihrem Smartphone auf einen Blick.
2 Minuten
22. Jun 2026
Auswirkungen von Hitze auf Akkus in E-Autos, E-Bikes und E-Scooter
Die grosse Sommerhitze hat auch Folgen für die Akkus von E‑Bikes, E‑Scootern und E-Autos.
2 Minuten
25. Jun 2026
Europäisches Smartphone Punkt. MC03 ist ab sofort erhältlich
Das MC03 des Schweizer Unternehmens Punkt ist ein Smartphone, das mit dem Android-basierten Betriebssystem Aphy OS konsequent auf Datenschutz und Kontrolle durch den Anwender ausgerichtet sein soll. Es ist ab sofort in Europa erhältlich.
2 Minuten
5. Jul 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare