Lesedauer 4 Min.

Lesertest: Samsung SSD 990 (2 TB)

Drei PCtipp-Leser haben Samsungs SSD 990 mit 2 TB im eigenen Rechner geprüft: im modernen Mini-PC, auf drei älteren Systemen und im Gaming-PC. Das volle Tempo gibt es nur mit PCIe 4.0 x4 – und beim Preis liegt die Konkurrenz aus dem eigenen Haus vorn.

Bild 1: Samsung SSD 990 2 TB in der Originalverpackung

© Hirt

Samsungs SSD 990 (Modell MZ-V9V2T0BW, 2 TB) soll dank der Unterstützung der schnellen PCIe-4.0-x4-Schnittstelle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 7250 MB/s und Schreibraten von bis zu 6450 MB/s erreichen, Bild 1. Die einfach einbaubare M.2-SSD verwaltet Firmware-Updates und Leistungsoptimierung über die kostenlose Download-Software Samsung Magician. Der Preis für den Speicher beträgt aktuell um die 350 Franken. Wir suchten im Rahmen unseres Lesertests drei PCtipp-Leser, die das Speichermedium in ihrem eigenen System ausgiebig prüften. Der Lesertest entstand in Kooperation mit Samsung.

Die folgenden Berichte decken unterschiedliche Einsatzszenarien ab: Es handelt sich um einen technisch vertieften Plattformvergleich, einen breiteren Alltagstest auf drei Systemen sowie einen Gaming-Test im Vergleich zu einer SATA-SSD.

Bild 2: Einbau im ASUS NUC 15 Pro Tall

© Hirt
Von Hansruedi Hirt, Würenlingen – Getestet im PCIe-4.0/3.0-Plattformvergleich

Reibungslose Installation

Der Einbau der Samsung SSD 990 in meinen ASUS NUC 15 Pro Tall lief unkompliziert: Das BIOS erkannte das Laufwerk sofort über PCIe 4.0 x4, Bild 2. Ich installierte Windows 11 frisch auf der SSD, ohne dass die Platte selbst während der Einrichtung Probleme verursachte. Im Lieferumfang liegen eine mehrsprachige Kurzanleitung und ein Beiblatt zu Samsung Magician – knapp, aber ausreichend.

Um zu prüfen, wie stark eine ältere Plattform die SSD begrenzt, setzte ich dasselbe Laufwerk anschliessend in einen GMKtec M5 Ultra mit PCIe 3.0 x4 ein.

Magician als Pluspunkt
Für mich gehört Samsung Magician zu den stärksten Punkten am Gesamtpaket. Die Software zeigt Laufwerkszustand, Firmware und SMART-Werte übersichtlich an und bietet vier Performance-Modi. Der Kurz-Scan schrieb testweise eine 1-GB-Datei und bestätigte alle 2 097 152 geprüften Sektoren als einwandfrei.

Fast am Maximum
Im Magician-Benchmark erreichte die SSD 6838 MB/s lesend und 5729 MB/s schreibend, CrystalDiskMark bestätigte das mit rund 7078 MB/s Lesen – damit kommt sie sehr nahe an Samsungs Maximalangabe von 7250 MB/s heran. Praxisnah zeigte sich das bei einer 30-GiB-Kopie (30 Gibibyte = 32,21 Gigabyte): 6 statt 12 Sekunden gegenüber einem älteren PCIe-3.0-System.

Kühlung entscheidet
Auffällig war die Temperaturdifferenz: Der interne Hotspot-Sensor kletterte im Benchmark auf bis zu 93 °C, blieb im Praxisbetrieb aber deutlich kühler (66 bis 69 °C). Grund: Der NUC kühlt die SSD direkt über Wärmeleitpad und Aluminiumkörper, Bild 3, im GMKtec fehlt dieser Kontakt – dort lag der interne Messsensor schon im Idle-Zustand höher und erreichte unter Last bis zu 96 °C.

Bild 3: Die direkte M.2-Kühlung des NUC mit Aluminiumkörper und Wärmeleitpad 

© Hirt

Fazit: Samsungs SSD 990 (2 TB) überzeugt mit sehr hoher und gut reproduzierbarer PCIe-4.0-Leistung nahe am Herstellerversprechen, sofern die Plattform PCIe 4.0 x4 bietet und für eine vernünftige M.2-Kühlung gesorgt ist. Nach rund 1,3 TB zusätzlichem Schreibvolumen blieb sie bei 100 Prozent Gesundheitszustand. Wer eine ältere PCIe-3.0-Plattform nutzt, verliert bei grossen Dateien spürbar an Tempo – im Alltag mit kleineren Zugriffen fällt der Unterschied jedoch geringer aus.

Von Fritz Kölliker, Birsfelden – getestet auf drei PCle-3.0-Systemen

Dreimal im Einsatz
Ich habe die Samsung SSD 990 als geklonte Systemplatte auf drei Rechnern getestet: einem ASUS TUF X299 Mark2, einem Alienware-17R4-Notebook und einem ASUS Vivobook X580VN. Zusätzlich lief sie am zweiten M.2-Steckplatz des Alienware-Laptops auch als einfacher Datenträger ohne System. Als Messwerkzeuge dienten CrystalDiskMark, DiskGenius und Samsung Magician.

Hinweis der Redaktion: Alle drei Systeme sind ältere Plattformen aus der Kaby-Lake- respektive Skylake-X-Generation von Intel. Diese CPUs und Chipsätze unterstützen für M.2-NVMe-Steckplätze nur PCIe 3.0, nicht PCIe 4.0. Die Samsung SSD 990 fällt dort automatisch auf die niedrigere Anbindung zurück.

Magician nur für Samsung-Nutzer
Samsung Magician listet alle Laufwerke übersichtlich auf, doch bei Fremdmarken bleiben Funktionen wie Drive Health oder Diagnostic Scan gesperrt, Bild 4. Die Software prüft zudem Samsung-Platten auf Firmwareupdates und kann Benchmarktests ausführen. Zusätzlich können S.M.A.R.T-Gesundheitstests ausgeführt werden. Das Programm bietet eine gefällige grafische Oberfläche, ist aber hauptsächlich für Anwender mit Samsung-Disks empfehlenswert. Alle anderen müssen sich fragen, ob sich die 195 MB grosse Installation wirklich lohnt.

Bild 4: Samsung Magician erkennt die SSD 990 auf dem Asus TUF und stuft den Zustand als «Gut» ein

© Koelliker

Bei PCIe 3.0 nicht die Schnellste
Auf dem Asus TUF erreichte die SSD im CrystalDiskMark um die 3250 MB/s lesend und 3000 MB/s schreibend. Ähnlich waren die Werte auf dem Alienware-Notebook. Auf dem Vivobook streuten die Werte teils stark, Bild 5, ohne dass ich eine Erklärung dafür gefunden hätte – vor allem bei der Schreibrate. Diese lagen etwa beim DiskGenius-Benchmark zwischen 59 und 2941 MB/s.

Bild 5: Die Schreibkurve im DiskGenius-Benchmark auf dem Vivobook zeigt die starken Ausschläge

© Koelliker

Fazit: Die Schnellste ist Samsungs SSD 990 über eine PCIe-3.0-Anbindung nicht, aber 2 TB sind 2 TB! Geschrieben und gelesen habe ich insgesamt über 30 TB, ohne je ein Problem zu erleben. Die Maximaltemperatur stieg auf 64 °C – auch das blieb unauffällig. Für alle, die eine grosszügige, zuverlässige SSD ohne Rekordanspruch suchen, ist die Samsung-Festplatte eine gute Wahl.

Von Alan Blazevic, Würenlos – getestet im Gaming-PC gegen eine SATA-SSD

Schnell eingebaut
Die Verpackung der Samsung SSD 990 ist minimalistisch: Neben dem Laufwerk liegen nur eine Kurzanleitung und die Garantiekarte bei. Der Einbau lief so unkompliziert wie bei jeder anderen M.2-SSD. Nach dem Neustart erkannte das System die SSD sofort. Mein Testrechner ist ein Gaming-PC mit der Intel-CPU Core i7-14700K, dem ASUS-Mainboard TUF Gaming Z790-Plus WiFi, 32 GB DDR5-6400-RAM und einer GeForce-Grafikkarte RTX 4080 Super. Als Vergleichsmassstab diente die 2 TB grosse Samsung-SSD 870 Evo im 2,5-Zoll-SATA-Format (560 MB/s lesend, 530 MB/s schreibend).

Beim Spielen teils spürbar
In Spielen fiel der Gewinn unterschiedlich aus. Am deutlichsten zeigte er sich bei «Cyberpunk 2077»: Die Ladezeit beim Spielstart sank von rund 21 auf 11 Sekunden. Texturen der Open-World-Umgebung wurden ohne merkliche Verzögerung nachgeladen. Bei «Starfield» blieben die Ladezeiten mit der 990-SSD beim Betreten neuer Gebiete und beim Planetenwechsel so kurz, dass sie den Spielfluss nicht störten. Bei Titeln wie «Forza Horizon 6» war der Unterschied zur SATA-SSD dagegen kaum wahrnehmbar – dort bremsen auch CPU und Dateidekomprimierung, nicht nur die Leserate.

Trumpft bei grossen Dateien
Ausserhalb von Spielen zeigt sich dasselbe Bild: Beim Windows-Start und bei kleineren Dateien war die 990 nur ein bis drei Sekunden schneller, weil das System nicht die volle Bandbreite benötigt. Ihre Stärke spielt die SSD erst bei sehr grossen Datenmengen aus – beim Kopieren von Dateien jenseits der 100 GB war sie bis zu elfmal so schnell wie die SATA-SSD. Die Software Samsung Magician ist für den Betrieb nicht nötig, für Zustandsprüfung und Firmware-Updates aber praktisch.

Teurer als bessere Modelle
Mein Kritikpunkt betrifft nicht die Technik, sondern das Preisschild. Bei Digitec kostete die SSD 990 mit 2 TB ohne Kühlkörper am 16. September 2026 rund 358 Franken, die schnellere 990 Pro dagegen nur 319 Franken und die neuere 9100 Pro mit 359 Franken nur 1 Franken mehr. Zudem war sie mit rund sieben Tagen Lieferfrist auch schlechter verfügbar, während die Alternativen ab Lager kamen.

Fazit: Die Samsung 990 ist eine überaus gute SSD und absolut geeignet für modernste PCs. Nutzer mit einer HDD, aber auch einer älteren SSD, werden mit der Samsung 990 ein signifikantes Performance-Upgrade erhalten. Die grössten Kritikpunkte sind Preis und Verfügbarkeit gegenüber besseren Profimodellen von Samsung.

Kommentare

Speicher News

Neueste Beiträge

Bundesrat will neues Cybersicherheitsgesetz schaffen
Der Bundesrat hat zur Stärkung der nationalen Cybersicherheit das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, bis im Juni 2027 eine Vernehmlassungsvorlage für ein neues, eigenständiges Bundesgesetz über die Cybersicherheit auszuarbeiten.
3 Minuten
27. Sep 2026
Telekom führt eSIM-Plattform T-Travel für globales Reisen ein
Die Deutsche Telekom startet mit T-Travel ein neues eSIM-Produkt für internationale Reisende. Über die digitale Plattform können mobile Datenpakete für mehr als 200 Destinationen gebucht und sofort aktiviert werden.
3 Minuten
26. Sep 2026
Zum Beispiel fürs Verpixeln
Gimp: Wie speichere ich die Filtereinstellungen?
Wenn Sie in Gimp zum Beispiel den Verpixeln-Filter verwenden, bietet dieser immer zuerst eine Blockgrösse von 16 Pixeln. Sie verwenden aber meistens 6 Pixel. Wie bringen Sie das Werkzeug dazu, sich diese Einstellung zu merken?
2 Minuten
27. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Testcenter
Ikea-Smart-Home im Test
PCtipp konnte die neue Symfonisk-Ständerlampe mit Sonos-Speaker, den smarten Hub Dirigera und den Luftreiniger Starkvind testen.
6 Minuten
6. Mär 2023
Testcenter
Telemedizingerät TytoHome im Test
Wenn Laien zuhause selber Fieber messen, Herz- und Lungentöne aufzeichnen, den Rachen filmen und dann diese Daten einer Ärztin übermitteln – kann das in guter Qualität geschehen? Das Testresultat lesen Sie hier beim PCtipp.
6 Minuten
24. Feb 2021
Formel-Eins-Rasierer
Mähroboter Navimow Segway X420E im PCtipp-Test
Das Auge rasiert mit: Navimows X420E sieht nicht nur schnittig aus, sondern arbeitet auch so. Der Hersteller empfiehlt den vollautomatischen Rasenpfleger mit Doppelklingensystem für wellige bis hochgradig unebene Flächen von maximal 84 Prozent Steigung und einer Abdeckung von bis zu 2000 Quadratmetern. Der PCtipp-Test zeigt, ob die Rechnung aufgeht.
6 Minuten
1. Sep 2026

Kommentare