Lesertest Speicher
Lesertest: Samsung SSD 990 (2 TB)
Samsungs SSD 990 (Modell MZ-V9V2T0BW, 2 TB) soll dank der Unterstützung der schnellen PCIe-4.0-x4-Schnittstelle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 7250 MB/s und Schreibraten von bis zu 6450 MB/s erreichen, Bild 1. Die einfach einbaubare M.2-SSD verwaltet Firmware-Updates und Leistungsoptimierung über die kostenlose Download-Software Samsung Magician. Der Preis für den Speicher beträgt aktuell um die 350 Franken. Wir suchten im Rahmen unseres Lesertests drei PCtipp-Leser, die das Speichermedium in ihrem eigenen System ausgiebig prüften. Der Lesertest entstand in Kooperation mit Samsung.
Die folgenden Berichte decken unterschiedliche Einsatzszenarien ab: Es handelt sich um einen technisch vertieften Plattformvergleich, einen breiteren Alltagstest auf drei Systemen sowie einen Gaming-Test im Vergleich zu einer SATA-SSD.
Bild 2: Einbau im ASUS NUC 15 Pro Tall
HirtVon Hansruedi Hirt, Würenlingen – Getestet im PCIe-4.0/3.0-Plattformvergleich
Reibungslose Installation
Der Einbau der Samsung SSD 990 in meinen ASUS NUC 15 Pro Tall lief unkompliziert: Das BIOS erkannte das Laufwerk sofort über PCIe 4.0 x4, Bild 2. Ich installierte Windows 11 frisch auf der SSD, ohne dass die Platte selbst während der Einrichtung Probleme verursachte. Im Lieferumfang liegen eine mehrsprachige Kurzanleitung und ein Beiblatt zu Samsung Magician – knapp, aber ausreichend.
Um zu prüfen, wie stark eine ältere Plattform die SSD begrenzt, setzte ich dasselbe Laufwerk anschliessend in einen GMKtec M5 Ultra mit PCIe 3.0 x4 ein.
Magician als Pluspunkt
Für mich gehört Samsung Magician zu den stärksten Punkten am Gesamtpaket. Die Software zeigt Laufwerkszustand, Firmware und SMART-Werte übersichtlich an und bietet vier Performance-Modi. Der Kurz-Scan schrieb testweise eine 1-GB-Datei und bestätigte alle 2 097 152 geprüften Sektoren als einwandfrei.
Fast am Maximum
Im Magician-Benchmark erreichte die SSD 6838 MB/s lesend und 5729 MB/s schreibend, CrystalDiskMark bestätigte das mit rund 7078 MB/s Lesen – damit kommt sie sehr nahe an Samsungs Maximalangabe von 7250 MB/s heran. Praxisnah zeigte sich das bei einer 30-GiB-Kopie (30 Gibibyte = 32,21 Gigabyte): 6 statt 12 Sekunden gegenüber einem älteren PCIe-3.0-System.
Kühlung entscheidet
Auffällig war die Temperaturdifferenz: Der interne Hotspot-Sensor kletterte im Benchmark auf bis zu 93 °C, blieb im Praxisbetrieb aber deutlich kühler (66 bis 69 °C). Grund: Der NUC kühlt die SSD direkt über Wärmeleitpad und Aluminiumkörper, Bild 3, im GMKtec fehlt dieser Kontakt – dort lag der interne Messsensor schon im Idle-Zustand höher und erreichte unter Last bis zu 96 °C.
Bild 3: Die direkte M.2-Kühlung des NUC mit Aluminiumkörper und Wärmeleitpad
HirtFazit: Samsungs SSD 990 (2 TB) überzeugt mit sehr hoher und gut reproduzierbarer PCIe-4.0-Leistung nahe am Herstellerversprechen, sofern die Plattform PCIe 4.0 x4 bietet und für eine vernünftige M.2-Kühlung gesorgt ist. Nach rund 1,3 TB zusätzlichem Schreibvolumen blieb sie bei 100 Prozent Gesundheitszustand. Wer eine ältere PCIe-3.0-Plattform nutzt, verliert bei grossen Dateien spürbar an Tempo – im Alltag mit kleineren Zugriffen fällt der Unterschied jedoch geringer aus.
Von Fritz Kölliker, Birsfelden – getestet auf drei PCle-3.0-Systemen
Dreimal im Einsatz
Ich habe die Samsung SSD 990 als geklonte Systemplatte auf drei Rechnern getestet: einem ASUS TUF X299 Mark2, einem Alienware-17R4-Notebook und einem ASUS Vivobook X580VN. Zusätzlich lief sie am zweiten M.2-Steckplatz des Alienware-Laptops auch als einfacher Datenträger ohne System. Als Messwerkzeuge dienten CrystalDiskMark, DiskGenius und Samsung Magician.
Hinweis der Redaktion: Alle drei Systeme sind ältere Plattformen aus der Kaby-Lake- respektive Skylake-X-Generation von Intel. Diese CPUs und Chipsätze unterstützen für M.2-NVMe-Steckplätze nur PCIe 3.0, nicht PCIe 4.0. Die Samsung SSD 990 fällt dort automatisch auf die niedrigere Anbindung zurück.
Magician nur für Samsung-Nutzer
Samsung Magician listet alle Laufwerke übersichtlich auf, doch bei Fremdmarken bleiben Funktionen wie Drive Health oder Diagnostic Scan gesperrt, Bild 4. Die Software prüft zudem Samsung-Platten auf Firmwareupdates und kann Benchmarktests ausführen. Zusätzlich können S.M.A.R.T-Gesundheitstests ausgeführt werden. Das Programm bietet eine gefällige grafische Oberfläche, ist aber hauptsächlich für Anwender mit Samsung-Disks empfehlenswert. Alle anderen müssen sich fragen, ob sich die 195 MB grosse Installation wirklich lohnt.
Bild 4: Samsung Magician erkennt die SSD 990 auf dem Asus TUF und stuft den Zustand als «Gut» ein
KoellikerBei PCIe 3.0 nicht die Schnellste
Auf dem Asus TUF erreichte die SSD im CrystalDiskMark um die 3250 MB/s lesend und 3000 MB/s schreibend. Ähnlich waren die Werte auf dem Alienware-Notebook. Auf dem Vivobook streuten die Werte teils stark, Bild 5, ohne dass ich eine Erklärung dafür gefunden hätte – vor allem bei der Schreibrate. Diese lagen etwa beim DiskGenius-Benchmark zwischen 59 und 2941 MB/s.
Bild 5: Die Schreibkurve im DiskGenius-Benchmark auf dem Vivobook zeigt die starken Ausschläge
KoellikerFazit: Die Schnellste ist Samsungs SSD 990 über eine PCIe-3.0-Anbindung nicht, aber 2 TB sind 2 TB! Geschrieben und gelesen habe ich insgesamt über 30 TB, ohne je ein Problem zu erleben. Die Maximaltemperatur stieg auf 64 °C – auch das blieb unauffällig. Für alle, die eine grosszügige, zuverlässige SSD ohne Rekordanspruch suchen, ist die Samsung-Festplatte eine gute Wahl.
Von Alan Blazevic, Würenlos – getestet im Gaming-PC gegen eine SATA-SSD
Schnell eingebaut
Die Verpackung der Samsung SSD 990 ist minimalistisch: Neben dem Laufwerk liegen nur eine Kurzanleitung und die Garantiekarte bei. Der Einbau lief so unkompliziert wie bei jeder anderen M.2-SSD. Nach dem Neustart erkannte das System die SSD sofort. Mein Testrechner ist ein Gaming-PC mit der Intel-CPU Core i7-14700K, dem ASUS-Mainboard TUF Gaming Z790-Plus WiFi, 32 GB DDR5-6400-RAM und einer GeForce-Grafikkarte RTX 4080 Super. Als Vergleichsmassstab diente die 2 TB grosse Samsung-SSD 870 Evo im 2,5-Zoll-SATA-Format (560 MB/s lesend, 530 MB/s schreibend).
Beim Spielen teils spürbar
In Spielen fiel der Gewinn unterschiedlich aus. Am deutlichsten zeigte er sich bei «Cyberpunk 2077»: Die Ladezeit beim Spielstart sank von rund 21 auf 11 Sekunden. Texturen der Open-World-Umgebung wurden ohne merkliche Verzögerung nachgeladen. Bei «Starfield» blieben die Ladezeiten mit der 990-SSD beim Betreten neuer Gebiete und beim Planetenwechsel so kurz, dass sie den Spielfluss nicht störten. Bei Titeln wie «Forza Horizon 6» war der Unterschied zur SATA-SSD dagegen kaum wahrnehmbar – dort bremsen auch CPU und Dateidekomprimierung, nicht nur die Leserate.
Trumpft bei grossen Dateien
Ausserhalb von Spielen zeigt sich dasselbe Bild: Beim Windows-Start und bei kleineren Dateien war die 990 nur ein bis drei Sekunden schneller, weil das System nicht die volle Bandbreite benötigt. Ihre Stärke spielt die SSD erst bei sehr grossen Datenmengen aus – beim Kopieren von Dateien jenseits der 100 GB war sie bis zu elfmal so schnell wie die SATA-SSD. Die Software Samsung Magician ist für den Betrieb nicht nötig, für Zustandsprüfung und Firmware-Updates aber praktisch.
Teurer als bessere Modelle
Mein Kritikpunkt betrifft nicht die Technik, sondern das Preisschild. Bei Digitec kostete die SSD 990 mit 2 TB ohne Kühlkörper am 16. September 2026 rund 358 Franken, die schnellere 990 Pro dagegen nur 319 Franken und die neuere 9100 Pro mit 359 Franken nur 1 Franken mehr. Zudem war sie mit rund sieben Tagen Lieferfrist auch schlechter verfügbar, während die Alternativen ab Lager kamen.
Fazit: Die Samsung 990 ist eine überaus gute SSD und absolut geeignet für modernste PCs. Nutzer mit einer HDD, aber auch einer älteren SSD, werden mit der Samsung 990 ein signifikantes Performance-Upgrade erhalten. Die grössten Kritikpunkte sind Preis und Verfügbarkeit gegenüber besseren Profimodellen von Samsung.
Kommentare