Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

KI-Chatbots können Wahlen stark beeinflussen

Wissenschaftler der Cornell University belegen viermal effektivere Wirkung bei der Politik-Beeinflussung von KI-Bots als mit klassischen Spots.
© (Quelle: Gemini)

Eine kurze Interaktion mit einem Chatbot kann die Meinung eines Wählers über einen Präsidentschaftskandidaten oder eine vorgeschlagene Politik erheblich beeinflussen. Das zeigt eine Studie von Forschern der Cornell University. So seien KI-Bots bei der politischen Überzeugungsarbeit sehr effektiv. In vielen Fällen könnten sie die Präferenzen der Wähler um zehn Prozentpunkte oder mehr verschieben, und zwar sowohl zugunsten der Republikaner als auch der Demokraten in den USA.

Überzeugend durch viele Argumente

Die Chatbots auf KI-Basis sind möglicherweise wirkungsvoller als Beiträge in sozialen Medien, die teilweise so toxisch sind, dass sie das politische Klima zu vergiften drohen, wie pressetext berichtete. Die Überzeugungskraft der Bots beruht laut den Cornell-Experten nicht darauf, dass sie Meister der psychologischen Manipulation sind, sondern darauf, dass sie so viele Argumente vorbringen, die ihre Positionen zu den politischen Standpunkten der Kandidaten stützen.

"Aber diese Argumente sind nicht unbedingt korrekt, und selbst Argumente, die auf zutreffenden Behauptungen beruhen, können irreführend sein, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden", unterstreicht Studienautor David Rand. Er und sein Kollege Gordon Pennycook haben für die aktuelle Studie KI-Chatbots testweise angewiesen, die Einstellung der Wähler gegenüber den Präsidentschaftskandidaten zu ändern.

Nach dem Zufallsprinzip ausgesucht, mussten die Probanden sich dann mit einem Chatbot unterhalten, der für die eine oder andere Seite warb. Die Forscher massen dann jede Veränderung in deren Meinungen und Wahlabsichten. Sie wiederholten dieses Experiment dreimal: bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024, den kanadischen Parlamentswahlen 2025 und den polnischen Präsidentschaftswahlen 2025.

Meinungen verschieben sich deutlich

Zwei Monate vor den US-Wahlen bewirkten Chatbots bei mehr als 2'300 Amerikanern moderate Meinungsänderungen. Auf einer 100-Punkte-Skala bewegte das Pro-Harris-KI-Modell potenzielle Trump-Wähler um 3,9 Punkte in Richtung Harris - ein Effekt, der etwa viermal grösser war als bei traditionellen Werbespots, die während der Wahlen 2016 und 2020 getestet wurden. Das pro-Trump-KI-Modell bewegte potenzielle Harris-Wähler um 1,51 Punkte in Richtung Trump.

In ähnlichen Experimenten mit 1'530 Kanadiern und 2'118 Polen war der Effekt noch viel grösser: Chatbots veränderten die Einstellungen und Wahlabsichten der Wähler um etwa zehn Prozentpunkte. Die Bots nutzten verschiedene Überzeugungstaktiken, wobei Höflichkeit und das Vorlegen von Beweisen am häufigsten vorkamen.

Als die Forscher das Modell daran hinderten, Fakten zu verwenden, verlor es deutlich an Überzeugungskraft, was die zentrale Rolle zeigt, die faktenbasierte Behauptungen bei der Überzeugungsarbeit durch KI spielen. Die Forscher überprüften die Argumente des Chatbots anhand eines KI-Modells, das professionelle menschliche Faktenprüfer validierten.

Während die Behauptungen im Durchschnitt meist zutreffend waren, machten Chatbots, die angewiesen waren, für rechtsgerichtete Kandidaten zu werben, in allen drei Ländern mehr unzutreffende Behauptungen als diejenigen, die für linksgerichtete Kandidaten warben. Diese Erkenntnis spiegelt die oft wiederholte Erkenntnis wider, dass Social-Media-Nutzer mit eher rechter Gesinnung mehr unzutreffende Informationen teilen als eher linksgerichtete, resümiert Pennycook. (pressetext.com)

Kommentare

Künstliche Intelligenz Gesellschaft KI & Trends
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

10 Professorinnen und Professoren an den beiden ETH ernannt
Der ETH-Rat hat auf Antrag des Präsidenten der ETH Zürich, Prof. Dr. Joël Mesot, und der Präsidentin der EPFL, Prof. Dr. Anna Fontcuberta i Morral, insgesamt 7 Professorinnen und 3 Professoren ernannt, einer Person den Titel Professor und einer Person den Titel Professor of Practice verliehen sowie den Rücktritt von einem Professor mit Verdankung zur Kenntnis genommen.  
8 Minuten
16. Jul 2026
Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 28
In der Kalenderwoche 28 vom 6. bis zum 12. Juli 2026 standen die Artikel «So geht Smartphone-Schutz für Android und iOS» und «Europäisches Smartphone Punkt. MC03 ist ab sofort erhältlich» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
17. Jul 2026
Oberklasse: Motorola Edge 70 Max kommt mit starkem Akku
Mit einem üppig dimensionierten Akku, einem schnellen Prozessor und einem sehr hellen Display will Motorola Käufer in der Oberklasse vom neuen Smartphone Edge 70 Max überzeugen.
3 Minuten
16. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

«Vorsicht: Spam Verdacht»
Swisscom startet Warnhinweis bei verdächtigen Anrufen
Swisscom lanciert für ihren Callfilter eine neue Funktion. Mit der Erweiterung des Callfilters um die Funktion «Vorsicht: Spam Verdacht» erkennen Kunden potenzielle Werbe- und Betrugsanrufe bei ihrem Smartphone auf einen Blick.
2 Minuten
22. Jun 2026
Tipps & Tricks
Schweizer Handy-Nummer: So finden Sie sie heraus
Wenn man einen Kollegen oder einen Firmenkontakt sucht und nicht an seine Handy-Nummer herankommt, hilft manchmal ein einfacher Google-Suchtrick.
3 Minuten
29. Jan 2019
Auswirkungen von Hitze auf Akkus in E-Autos, E-Bikes und E-Scooter
Die grosse Sommerhitze hat auch Folgen für die Akkus von E‑Bikes, E‑Scootern und E-Autos.
2 Minuten
25. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare