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KI-Chatbots können Wahlen stark beeinflussen

Wissenschaftler der Cornell University belegen viermal effektivere Wirkung bei der Politik-Beeinflussung von KI-Bots als mit klassischen Spots.
© (Quelle: Gemini)

Eine kurze Interaktion mit einem Chatbot kann die Meinung eines Wählers über einen Präsidentschaftskandidaten oder eine vorgeschlagene Politik erheblich beeinflussen. Das zeigt eine Studie von Forschern der Cornell University. So seien KI-Bots bei der politischen Überzeugungsarbeit sehr effektiv. In vielen Fällen könnten sie die Präferenzen der Wähler um zehn Prozentpunkte oder mehr verschieben, und zwar sowohl zugunsten der Republikaner als auch der Demokraten in den USA.

Überzeugend durch viele Argumente

Die Chatbots auf KI-Basis sind möglicherweise wirkungsvoller als Beiträge in sozialen Medien, die teilweise so toxisch sind, dass sie das politische Klima zu vergiften drohen, wie pressetext berichtete. Die Überzeugungskraft der Bots beruht laut den Cornell-Experten nicht darauf, dass sie Meister der psychologischen Manipulation sind, sondern darauf, dass sie so viele Argumente vorbringen, die ihre Positionen zu den politischen Standpunkten der Kandidaten stützen.

"Aber diese Argumente sind nicht unbedingt korrekt, und selbst Argumente, die auf zutreffenden Behauptungen beruhen, können irreführend sein, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen werden", unterstreicht Studienautor David Rand. Er und sein Kollege Gordon Pennycook haben für die aktuelle Studie KI-Chatbots testweise angewiesen, die Einstellung der Wähler gegenüber den Präsidentschaftskandidaten zu ändern.

Nach dem Zufallsprinzip ausgesucht, mussten die Probanden sich dann mit einem Chatbot unterhalten, der für die eine oder andere Seite warb. Die Forscher massen dann jede Veränderung in deren Meinungen und Wahlabsichten. Sie wiederholten dieses Experiment dreimal: bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024, den kanadischen Parlamentswahlen 2025 und den polnischen Präsidentschaftswahlen 2025.

Meinungen verschieben sich deutlich

Zwei Monate vor den US-Wahlen bewirkten Chatbots bei mehr als 2'300 Amerikanern moderate Meinungsänderungen. Auf einer 100-Punkte-Skala bewegte das Pro-Harris-KI-Modell potenzielle Trump-Wähler um 3,9 Punkte in Richtung Harris - ein Effekt, der etwa viermal grösser war als bei traditionellen Werbespots, die während der Wahlen 2016 und 2020 getestet wurden. Das pro-Trump-KI-Modell bewegte potenzielle Harris-Wähler um 1,51 Punkte in Richtung Trump.

In ähnlichen Experimenten mit 1'530 Kanadiern und 2'118 Polen war der Effekt noch viel grösser: Chatbots veränderten die Einstellungen und Wahlabsichten der Wähler um etwa zehn Prozentpunkte. Die Bots nutzten verschiedene Überzeugungstaktiken, wobei Höflichkeit und das Vorlegen von Beweisen am häufigsten vorkamen.

Als die Forscher das Modell daran hinderten, Fakten zu verwenden, verlor es deutlich an Überzeugungskraft, was die zentrale Rolle zeigt, die faktenbasierte Behauptungen bei der Überzeugungsarbeit durch KI spielen. Die Forscher überprüften die Argumente des Chatbots anhand eines KI-Modells, das professionelle menschliche Faktenprüfer validierten.

Während die Behauptungen im Durchschnitt meist zutreffend waren, machten Chatbots, die angewiesen waren, für rechtsgerichtete Kandidaten zu werben, in allen drei Ländern mehr unzutreffende Behauptungen als diejenigen, die für linksgerichtete Kandidaten warben. Diese Erkenntnis spiegelt die oft wiederholte Erkenntnis wider, dass Social-Media-Nutzer mit eher rechter Gesinnung mehr unzutreffende Informationen teilen als eher linksgerichtete, resümiert Pennycook. (pressetext.com)

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