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KI löst Flut an wissenschaftlichen Artikeln aus

Noch nie hat es so viele wissenschaftliche Publikationen gegeben wie heute. Laut Forschern der Cornell University und der University of California Berkeley liegt das vorrangig an Tools der Künstlichen Intelligenz (KI), die einen Teil der Arbeit übernehmen.
© (Quelle: EMGenie)

Suche nach KI-Spuren

Um den Einfluss von KI auf wissenschaftliche Veröffentlichungen zu quantifizieren, haben die Wissenschaftler fast 2,1 Mio. Abstracts von wissenschaftlichen Beiträgen analysiert, die zwischen Januar 2018 und Juni 2024 auf drei grossen Preprint-Servern veröffentlicht wurden, bevor sie von Fachkollegen begutachtet worden waren.

Das Team hat hierfür den GPT-3.5 Turbo-0125 genutzt, um KI-geschriebene Versionen von Abstracts zu generieren. Anschliessend überprüften die Fachleute die KI-Texte auf Muster, die sie von menschlichen Texten unterscheiden. Mit diesem Wissen entwickelten sie einen Algorithmus, um neuere Arbeiten auf ähnliche Muster zu scannen und KI-unterstützte Arbeiten zu kennzeichnen. Zudem beobachteten sie das Wirken der Autoren über einen längeren Zeitraum, um zu messen, wie sich ihr Publikationsvolumen veränderte.

60 Prozent produktiver

Die Experten haben festgestellt, dass die Produktivität der Wissenschaftler bei Einsatz von KI sprunghaft ansteigt. Der grösste Zuwachs lässt sich in den Sozial- und Geisteswissenschaften nachweisen, wo die Produktion um 59,8 Prozent zugenommen hat. In den Biowissenschaften waren es 52,9 Prozent, in den Bereichen Physik und Mathematik jeweils 36,2 Prozent.

Eine der faszinierendsten Erkenntnisse war für die Analysten der massive Produktivitätsanstieg in nicht englischsprachigen Ländern. Die meisten renommierten Fachzeitschriften verlangen, dass Manuskripte in perfektem Englisch verfasst sind, was diese Wissenschaftler bisher benachteiligte. Da KI jedoch einen Teil der Arbeitslast übernimmt, schafften Forscher aus Asien in einigen Fällen einen Anstieg ihrer Produktion um bis zu 89 Prozent, heisst es.

Demokratie-Effekt verpufft

Zumindest teilweise sind dadurch Qualitätseinbussen zu verzeichnen. "Früher war ein ausgefeilter Schreibstil ein Zeichen für hochwertige Forschung, doch heute ist manchmal das Gegenteil der Fall", so die Autoren der Studie. Ein guter Schreibstil kaschiere manchmal schwache Ideen.

"Da traditionelle Heuristiken nicht mehr funktionieren, verlassen sich Redakteure und Gutachter möglicherweise zunehmend auf Statusmerkmale wie den wissenschaftlichen Werdegang der Autoren und die Zugehörigkeit zu renommierten Institutionen, um die Qualität von Beiträgen einzuschätzen, was ironischerweise den demokratisierenden Effekten von grossen Sprachmodellen auf die wissenschaftliche Produktion entgegenwirkt", so die Autoren abschliessend. (pressetext.com)

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