Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

KI-Tool macht Häuserfassaden "durchsichtig"

Google Street View verrät Details über Gebäude und hilft Städteplanern bei Ressourcenverbrauch.

Shoshanna Saxe und Alex Olson blicken hinter die Fassaden

© (Quelle: Phill Snel, utoronto.ca)

Die Strassenansichten von Google Street View sind weit mehr als die Abbildungen der Fassaden in den meisten Gemeinden der Welt. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) nutzen sie Forscher der University of Toronto für zusätzliche Infos über die dargestellten Gebäude, ihr Alter beispielsweise und die Wohnfläche.

Daraus wiederum könnten sich die Treibhausgasemissionen abschätzen und andere umweltrelevante Infos gewinnen lassen, wie den Wasserverbrauch der Bewohner, unterstreichen Shoshanna Saxe und ihr Kollege Alex Olson, die beide an der in Kanada befindlichen Hochschule lehren und forschen.

1'000 statt Millionen Dollar

"Erstmals können wir Dinge vorhersagen, die auf einem Foto nicht zu sehen sind", so Saxe. Da Google Street View weitverbreitet sei, böte diese Methode eine kostengünstige Möglichkeit, gross angelegte Gebäudedaten zu generieren. "Wir haben vielleicht 1'000 Dollar für Fotos ausgegeben, um Daten zu erhalten, deren Beschaffung sonst Millionen gekostet hätte", sagt die Professorin.

Die Bilder werden mit einer Software ausgewertet, die auf KI basiert. Das Team hat diese anhand der Bilder von Gebäuden, deren Eigenschaften bekannt waren, trainiert. Mit diesem Wissen im "Hinterkopf" gelingt es der KI, die Eigenschaften von unbekannten Gebäuden aufgrund ihrer Fassaden abzuschätzen. Das Alter der Häuser erfasst sie mit einer Trefferquote von 70 Prozent. Bei der Gebäudefläche sind es sogar 80 Prozent.

Hilfe für die Städteplanung

"Das ermöglicht uns eine fundierte Einschätzung der Innenbereiche und der Art der Nutzung der lokalen Infrastruktur durch die Bewohner. Dadurch lassen sich beispielsweise die Ressourcen, die für die Instandhaltung und den Betrieb der Gebäude aufgewendet werden, sehr genau abschätzen", weiss Olson. Aus Landkarten und Bauplänen liessen sich diese Erkenntnisse nicht gewinnen, ergänzt Saxe.

Der Einsatz von KI, um hinter die Fassaden von Gebäuden zu blicken, könnte auch Stadtplanern helfen, den Ressourcenbedarf von Städten besser zu verstehen und Prioritäten für künftige Infrastrukturprojekte zu setzen. "Man möchte verstehen, wo es in seiner Stadt ungenutzte Ressourcen oder Infrastruktur gibt. Damit lässt sich zwar nicht die Zukunft modellieren, aber die aktuelle Situation wird recht genau beschrieben", unterstreicht Olson. (pressetext.com

Kommentare

Künstliche Intelligenz Forschung KI & Trends
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Echtzeittext - Bundesrat schafft Grundlage für neue Notruffunktion
Der Bundesrat hat mehrere Verordnungen angepasst, um ein sicheres Notrufsystem zu fördern. In Zukunft können Menschen in Notlage die Notdienste von Polizei, Feuerwehr und Sanität per Echtzeittext auf den Smartphones auch schriftlich erreichen. 
3 Minuten
ggs netz übernimmt sämtliche Kommunikationsnetze der GIB-Solutions
Die ggs netz ag übernahm per 1. Mai 2026 sämtliche Kommunikations-netze der GIB-Solutions AG. Mit der Transaktion kommen rund 10’000 Digitalanschlüsse hinzu. Die übernommenen Netze werden künftig über die neu gegründete Tochtergesell-schaft ggs plus ag betrieben.
3 Minuten
Stromverbrauch und Effizienzpotenziale von Rechenzentren in der Schweiz
2024 betrug der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz 2,1 TWh, was ungefähr 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird ein Anstieg des Stromverbrauchs der inländischen Rechenzentren auf 2,5 bis 3,2 TWh erwartet. 
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Publireportage
Ist öffentliches WLAN sicher? Das solltest du wissen
Öffentliche WLAN-Netze sind überall: in Flughäfen, Hotels, Bibliotheken, Einkaufszentren und vielen anderen Orten. Sich schnell und kostenlos mit dem Internet zu verbinden, war noch nie so einfach. Doch so praktisch diese Netzwerke auch sind – für Cyberkriminelle sind sie ein echtes Einfallstor.
3 Minuten
Vergabe der UKW-Konzessionen für Radios 2027 bis 2034
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat das Verfahren für die Vergabe der UKW-Funkkonzessionen zur Verbreitung von Radioprogrammen ab 2027 festgelegt. Die SRG und Privatradios mit Leistungsauftrag können auf Gesuch hin ihre bisherigen Frequenzen weiter nutzen. SRG vor UKW-Rückkehr?
3 Minuten
21. Apr 2026
Lederarmbänder werden zu Stromspeichern
Forscher der Jilin-Universität machen aus ledernen Jacken, Trachtenhosen und Uhrarmbändern Batterien. Dabei bleibt ihre ursprüngliche Funktion erhalten.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare