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Lesedauer 4 Min.

Meinung: KI, KI, nur noch KI?

Amazon hats, Google hats, Microsoft hats, Nvidia hats, Samsung hats, und wers nicht hat, hat verloren? Manchmal kommts mir fast schon so vor.
© (Quelle: HubSpot Blog)

Klar, KI, AI oder wie man «intelligentes», maschinelles Lernen auch immer bezeichnen mag, hat sich in kürzester Zeit in unsere Köpfe eingebrannt. Es ist ein Hype entstanden, der nicht nachzulassen scheint, und kaum mehr wegzudenken ist. Dennoch ist Obacht geboten, man sollte sich von dem ganzen Brimborium nicht zu sehr vereinnahmen lassen!

«Langsam nervts!»

Und ganz ehrlich gesagt, fängts mich manchmal schon auch an zu nerven. Den (nachhaltigen) Erfolg einer Firma einzig oder zumindest in hohem Masse von ihrem KI-Engagement abhängig zu machen, finde ich kümmerlich und viel zu arg reduziert.

Es gibt nämlich auch eine, nennen wirs mal, eher ungemütliche Kehrseite: Microsoft hats vor wenigen Tagen vorgemacht, wohin sich das Ganze in Zukunft bewegen wird. Erst wird, Pardon für die Wortwahl, «angefixt»: Angefangen von Alexa über ChatGPT bis hin zum Copilot. Zuerst werden die Vorteile der genannten KI-gesteuerten Chatbots respektive Sprachassistenten hervorgehoben und angeboten. Ohne Zweifel, je nach Anwendung ist das ein Mehrwert. Danach aber, und auch das ist nicht von der Hand zu weisen, werden Kunden im Namen der Künstlichen Intelligenz zur Kasse gebeten.

«Nach dem Hype ist vor dem Zahldienst.»

Stv. Chefredaktor PCtipp: Daniel Bader

© Quelle: PCtipp

Drei Beispiele, die das eindrücklich zeigen: So kostet die deutlich umfassendere Copilot-«Pro»-Version, die in den Office-Produkte von Microsoft in grossem Stile Einzug halten wird, Anwender 21 Franken pro Monat und Nutzer. Der E-Commerce-Krösus Amazon wird, so zumindest ist sich die englischsprachige Seite «Business Insider» sicher, für den KI-Assistenten-Dienst «Alexa Plus» ebenso Geld verlangen. So soll Amazon an einem kostenpflichtigen Abomodell arbeiten, und dieses spätestens am 30. Juni 2024 einführen. Dann gibts für bestimmte Fragen, wohl nur noch gegen Geld auch passende Antworten.

Und drittens: Samsungs neues KI-Universum «Galaxy AI», das mit der brandneuen Galaxy S24-Smartphone-Serie gestartet wird, und hinter dem übrigens Google steckt, ist wohl nur für die ersten zwei Jahre für lau. Danach, konkret ab 2026, will Samsung damit Geld verdienen. Dann soll der KI-Dienst nämlich kostenpflichtig werden.

«Generative KI wird auch zur degenerativen Kostenfalle»

Ebenso für mich nur schwer zu verdauen: «Tech-Wale» wie Amazon, Google, Facebook oder auch Microsoft haben sich zuletzt immer gesundgeschrumpft und hunderte an Jobs sukzessive abgebaut. Während Amazon bei der Entwicklung von Alexa, seinem Prime-Dienst Stellen streicht, hat Google zuletzt mehrere hundert Menschen bei Youtube oder auch dem Werbe-/Verkaufsteam gekündigt.

Bleibt Kreativität auf der Strecke?

Stellenabbau als Allheilmittel: Amazon setzt künftig KI für ihre kontextbezogenen Gespräche ein, und will damit natürlich Kosten senken. Ganz klar: Hier spürt das Unternehmen den Druck von OpenAi, sprich ChatGPT. Amazon will und muss wohl ihre Generative KI (kann aus Vorgaben wie Anfragen oder bestehenden Informationen neue Inhalte generieren) auf Vordermann bringen. Zeitlich (und vielleicht auch technologisch) ist man, wie übrigens auch Apple, hinter Microsoft/OpenAI zurückgefallen.

«KI? Ja, aber nicht um jeden Preis!»

Wettbewerb ist auf der einen Seite wichtig, keine Frage! Wie man allerdings mit dem dadurch entstehenden Druck umgeht, ist für mich auch matchentscheidend. Ich möchte solche Firmen in Zukunft auch danach messen, wie gut sie diese, zugebenermassen schwierige Transformation und Verantwortung, auch für ihre (wertvollen) Angestellten bewältigen. Der Einsatz der KI muss wohlüberlegt sein. Vertraut man ihr (zunehmend), rücken auch rechtliche und soziale Fragen in den Fokus. Nur ein Beispiel: Mit Samsungs Galaxy S24 können Telefonate auch dann geführt werden, wenn sich zwei Personen mit unterschiedlicher Sprache unterhalten. Der AI gesteuerte «Live»-Übersetzer machts möglich. Hier stellt sich für mich aber auch die Frage: Was passiert mit den Daten, wenn folglich ein weiterer Dritter (die «Galaxy AI») beim Gespräch ständig mithört, und womöglich diese Daten (zwischen-) speichert. Hoffentlich «nichts»! Geklärt und rechtlich abgesichert werden muss dies aber auf jeden Fall.

Ums nochmal zu sagen: Fortschritt ist wichtig und sollte unbedingt unterstützt werden! Die damit verbundenen Technologien sind aber eben nicht immer einfach umzusetzen. Vor allem sollten wir, als Anwender, diese Kehrseite der Medaille nie aus den Augen verlieren. Denn diese meist eher unbequeme Seite zeichnet Menschen aus. Neue Wege gehen, die eben (noch) nicht kosteneffizient sind, vielmehr aber für etwas viel wertvolleres stehen: die Kreativität.

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Künstliche Intelligenz Apple Google Microsoft Samsung KI & Trends Office
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