Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Telekom setzt KI-Agenten im Mobilfunknetz ein

Mit dem „RAN Guardian Agent“ führt die Telekom erstmals Künstliche Intelligenz zur autonomen Netzüberwachung und -optimierung ein. Das System soll Anomalien erkennen, Lastspitzen ausgleichen und langfristig den Weg zu selbstheilenden Netzen ebnen.

Der neue KI-Agent „RAN Guardian“ überwacht und optimiert die Mobilfunkversorgung der Telekom – ein Schritt hin zu autonomen, selbstlernenden Netzen

© (Quelle: Telekom)

Die Deutsche Telekom hat den operativen Einsatz eines KI-Agenten im Mobilfunknetz gestartet. Der „RAN Guardian Agent“ unterstützt ab sofort das Netzwerkmanagement bei der Überwachung, Analyse und Optimierung des Radioteils des Netzes (RAN – Radio Access Network). Ziel ist es, die Netzqualität weiter zu verbessern und Störungen künftig schneller und automatisiert zu beheben.

„Mit der Einführung des RAN Guardian Agent setzen wir als erster Netzbetreiber auf einen hochentwickelten KI-Agenten im Netzmanagement“, erklärte Abdu Mudesir, Vorstand Product & Technology der Deutschen Telekom. „Damit haben unsere Entwicklerteams Pionierarbeit bei der Entwicklung von KI-Agenten für Mobilfunknetze geleistet. Wir lösen damit konkrete Herausforderungen im Sinne unserer Kunden – für das beste Netz – und machen einen grossen Schritt in Richtung autonomer, selbstheilender Netze.“

KI analysiert Netzlast und reagiert in Echtzeit

Der neue KI-Agent kann das Verhalten des Mobilfunknetzes analysieren, Leistungsprobleme erkennen und selbstständig Massnahmen zur Optimierung einleiten. Grundlage ist ein Multi-Agenten-System, das aus mehreren spezialisierten KI-Modulen besteht, die zusammenarbeiten.

Ein Modul identifiziert etwa auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen wie Veranstaltungskalendern oder Social Media, wo grössere Menschenansammlungen zu erwarten sind – beispielsweise bei Konzerten, Sportereignissen oder Festivals. Anschliessend prüft ein weiterer Agent, wie gut die umliegenden Funkzellen diese zusätzliche Netzlast bewältigen können. Bei drohender Überlastung kann das System automatisch Kapazitäten umverteilen oder Konfigurationen anpassen.

Ein dritter Agent setzt die vorgeschlagenen Optimierungen um und dokumentiert alle Schritte, um aus vergangenen Ereignissen zu lernen. Auf diese Weise kann das System seine Entscheidungen kontinuierlich verbessern und künftige Situationen proaktiv steuern.

Kooperation mit Google Cloud

Technisch basiert der RAN Guardian Agent auf der Gemini-2.5-Plattform von Google Cloud. Er nutzt Komponenten wie CloudRun, BigQuery und Firestore, um grosse Datenmengen aus dem Netzbetrieb zu analysieren und Entscheidungen in Echtzeit umzusetzen. Durch die Integration sogenannter Large Language Models (LLMs) und Reasoning-Frameworks kann der Agent Muster erkennen, argumentieren, Entscheidungen begründen und sich mit anderen Modulen abstimmen.

Der Einsatz solcher Systeme gilt als nächster Schritt in der Automatisierung des Netzbetriebs. Bisherige regelbasierte Automatisierung stösst bei der Vielzahl an Parametern und dynamischen Einflüssen zunehmend an Grenzen. Durch KI-gestützte Steuerung lassen sich Fehlerquellen schneller identifizieren und beheben – laut Telekom teilweise in Minuten statt in Stunden.

Auf dem Weg zum autonomen Netz

Mit dem Projekt erweitert die Telekom ihre Initiativen zur intelligenten Netzsteuerung, die sie bereits auf dem Mobile World Congress vorgestellt hatte. Der langfristige Ansatz: Netze sollen künftig nicht nur automatisiert, sondern weitgehend selbstlernend betrieben werden – also in der Lage sein, Fehler zu erkennen, zu korrigieren und sich an neue Anforderungen anzupassen.

Der operative Einsatz des RAN Guardian Agent markiert den ersten konkreten Schritt in diese Richtung. Für die Kunden könnte das mittelfristig spürbare Vorteile bringen: stabilere Verbindungen, geringere Ausfallzeiten und eine präzisere Netzoptimierung auch bei aussergewöhnlichen Belastungen.

Mudesir fasste das Ziel zusammen: „Die Telekom verbindet menschliche Expertise mit der Intelligenz von KI-Systemen. Das Ergebnis ist ein Netz, das schneller reagiert, sich selbst verbessert und so den steigenden Anforderungen von morgen gewachsen ist.“

Kommentare

Mobile Künstliche Intelligenz Smartphone & Apps KI & Trends
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Stromverbrauch und Effizienzpotenziale von Rechenzentren in der Schweiz
2024 betrug der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz 2,1 TWh, was ungefähr 3,6 Prozent des Gesamtverbrauchs entspricht. Bis 2030 wird ein Anstieg des Stromverbrauchs der inländischen Rechenzentren auf 2,5 bis 3,2 TWh erwartet. 
3 Minuten
ggs netz übernimmt sämtliche Kommunikationsnetze der GIB-Solutions
Die ggs netz ag übernahm per 1. Mai 2026 sämtliche Kommunikations-netze der GIB-Solutions AG. Mit der Transaktion kommen rund 10’000 Digitalanschlüsse hinzu. Die übernommenen Netze werden künftig über die neu gegründete Tochtergesell-schaft ggs plus ag betrieben.
3 Minuten
Echtzeittext - Bundesrat schafft Grundlage für neue Notruffunktion
Der Bundesrat hat mehrere Verordnungen angepasst, um ein sicheres Notrufsystem zu fördern. In Zukunft können Menschen in Notlage die Notdienste von Polizei, Feuerwehr und Sanität per Echtzeittext auf den Smartphones auch schriftlich erreichen. 
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Publireportage
Ist öffentliches WLAN sicher? Das solltest du wissen
Öffentliche WLAN-Netze sind überall: in Flughäfen, Hotels, Bibliotheken, Einkaufszentren und vielen anderen Orten. Sich schnell und kostenlos mit dem Internet zu verbinden, war noch nie so einfach. Doch so praktisch diese Netzwerke auch sind – für Cyberkriminelle sind sie ein echtes Einfallstor.
3 Minuten
Vergabe der UKW-Konzessionen für Radios 2027 bis 2034
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat das Verfahren für die Vergabe der UKW-Funkkonzessionen zur Verbreitung von Radioprogrammen ab 2027 festgelegt. Die SRG und Privatradios mit Leistungsauftrag können auf Gesuch hin ihre bisherigen Frequenzen weiter nutzen. SRG vor UKW-Rückkehr?
3 Minuten
21. Apr 2026
Lederarmbänder werden zu Stromspeichern
Forscher der Jilin-Universität machen aus ledernen Jacken, Trachtenhosen und Uhrarmbändern Batterien. Dabei bleibt ihre ursprüngliche Funktion erhalten.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare