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Lesedauer 3 Min.

Wieso kann das Briefzentrum nur eine WebStamp pro Sendung erkennen?

Die Post erhöht per 2022 die Briefsendungs-Preise. Nebst unschönem Effekt fürs Portemonnaie ist auch die Verwendung von bereits vorhandenen WebStamps komplizierter geworden.

Noch kostet das Erstellen einer WebStamp für einen A-Post-Standardbrief 1 Franken

© (Quelle: Screenshot/PCtipp.ch)

PCtipp-Redaktorin Claudia Maag

© Quelle: NMGZ/PCtipp

Die aktuelle Preisstruktur für Briefsendungen, welche diese in A- und B-Post aufteilt, geht zurück auf die 1990er Jahre. Nachdem die Preisstruktur lange unangetastet blieb, erhöht die Schweizerische Post nun per 1. Januar 2022 die Preise (PCtipp berichtete). Ein A-Post-Standardbrief (bis 100 g) kostet künftig statt Fr. 1.– neu Fr. 1.10. Ein B-Post-Standardbrief (bis 100 g) kostet dann statt 85 Rappen neu 90 Rappen. Eigentlich eine moderate Erhöhung. 

Die neue Preisstruktur hat aber unter anderem Auswirkungen auf WebStamps – und die Art und Weise irritiert mich. Mit WebStamp können Sie individuelle Briefmarken nach eigenen Ideen und Vorstellungen online gestalten. Zunächst das Positive: Wer noch dieses Jahr WebStamps erstellt, darf diese auch ab 1. Januar 2022 verwenden. Doch nun kommts: Kundinnen und Kunden müssen den fehlenden Wert mit einer – physischen! – Briefmarke oder am Schalter nachfrankieren.

Bei mir Zuhause liegen höchstens einmal ein paar 1-Franken-Briefmarken – wenn überhaupt. Ganz sicher keine 10-Rappen-Marken, um den A-Post-Standard-Brief nachzufrankieren. Beispiel B-Post: Hier müsste man mit 5 Rappen nachfrankieren. Das ist schlicht nicht möglich, denn derzeit kann man keinen Brief nur mit 5 Rappen  frankieren – die günstigste Briefmarke, die man bei der Post kaufen kann, kostet 10 Rappen. Somit müsste man dann für jeden Brief zur Postfiliale latschen oder fahren.

Es kommt noch besser. Wer jetzt denkt: Eine WebStamp-Briefmarke befindet sich ja bereits auf dem Couvert, wieso also nicht noch eine zweite draufpappen? Die Antwort ist ein klares Nein. Leider können nicht mehrere WebStamps auf einer Sendung angebracht werden. Die Begründung: Das Briefzentrum kann nach Angaben der Post nur eine WebStamp pro Sendung elektronisch erkennen. Befinden sich mehrere WebStamps auf einem Brief, wird dieser aussortiert und manuell kontrolliert, was zu einer Zustellverzögerung führen kann.

Aha. Exgüsi, aber das ist sowas von 1990er! Das kannst du besser, liebe Post.

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