Apple-Ecke
Darum sind 30 fps die ideale Bildrate für iPhone-Videos
Die Pro-Modelle seit dem iPhone 16 filmen sogar mit bis 120 fps in 4K: Diese Bildrate erlaubt spannende Einsichten, etwa bei Bewegungsstudien und anderen schnellen Abläufen. Doch für Ferienfilme ist sie jenseits von Gut und Böse.
Eine möglichst hohe Bildrate klingt verlockend, denn schliesslich will man die beste Qualität aus dem Gerät kitzeln. Doch viele von uns sind durch Videogames einseitig konditioniert: Je höher deren Bildrate, umso schöner fliegt einem die Welt um die Ohren. Bei Videos sind hingegen 60 fps die schlechtere Wahl – und das hat gleich mehrere Gründe.
Nein, nichts ruckelt
Videos mit 60 fps können unnatürlich scharf wirken, sodass sie an eine Überwachungskamera erinnern. Ausserdem beklagt sich kaum jemand über «ruckelnde Kinofilme». Dabei werden auch die neusten und teuersten Blockbuster mit 24 fps gedreht, obwohl die Technik längst viel weiter wäre. Doch das ist ein anderes, komplexes Thema. Bei iPhone-Videos wirken 30 fps ein wenig glatter als
24 fps, ohne dass der Effekt ins Negative dreht. Kurzum, 30 fps bilden den «Sweet Spot», also den perfekten Kompromiss.
Tipp: Die Bildraten werden in den Einstellungen im Bereich Kamera definiert: für die allgemeine Bildrate, für Slo-Mo (Zeitlupen) und für den Kino-Modus, Bild 1.
Bild 1: Die Bildrate wird für jeden speziellen Modus separat eingestellt
PCtippVerschwendeter Speicher
Eine höhere Bildrate verschlingt mehr Speicher. 30 fps benötigen etwa 190 MB pro Minute oder 11 GB pro Stunde. Bei 60 fps sind es 44 MB pro Minute oder 26 GB pro Stunde. Das ist eine Menge teurer Speicher für einen Vorteil, der meisten keiner ist.
Bessere Zeitlupen
Wenn eine Szene mit 120 fps gedreht und in einen Film mit 30 fps eingebunden wird, resultiert eine vierfache Zeitlupe. Handelt es sich um ein Projekt mit 60 fps, bleibt hingegen nur noch eine zweifache Zeitlupe übrig.
Tipp: Je nach iPhone lassen sich sogar Zeitlupen mit bis zu 240 fps drehen, dann allerdings nur in Full HD (1080p). Diese Filme lassen sich problemlos in ein 4K-Projekt einbinden, auch wenn die Auflösung mit dem Rest nicht ganz mithalten kann.
Kino-Modus
Der Kino-Modus gehört zu den spannendsten Videofunktionen des iPhones. Er erzeugt eine künstliche Ebene der Unschärfe, so wie der Porträt-Modus bei den Fotos. Und genau wie bei den Fotos lässt sich die Unschärfe in der Nachbearbeitung fliessend auf eine andere Stelle legen, Bild 2.
iMovie variiert die Tiefenschärfe bei Streifen, die im Kino-Modus gedreht wurden
PCtippDer Modus wurde mit dem iPhone 13 eingeführt, allerdings nur für Full-HD-Filme. Mit dem iPhone 14 kam 4K Dolby Vision hinzu. Doch selbst mit dem neusten iPhone 17 Pro funktioniert der Kino-Modus nur mit 30 fps. Somit lässt sich dieser Effekt nicht in Projekte mit 60 fps einflechten, weil daraus eine zweifache Zeitlupe resultieren würde.
Tipp: Slo-Mo und der Kino-Modus werden in der Kamera-App angewählt, indem etwas länger auf die Schaltfläche Video gedrückt wird, Bild 3.
Der iMovie-Export
Unterdessen tummeln sich unzählige kostenlose Programme für den Videoschnitt auf dem Mac, bis hin zum professionellen DaVinci Resolve. Dennoch nimmt Apples kostenloses iMovie eine Sonderstellung ein. Es präsentiert sich nicht nur sehr zugänglich, sondern versteht sich auch bestens mit Zeitlupen und dem Kino-Modus. Die beiden sind füreinander geschaffen, mit einer Einschränkung: iMovie verarbeitet zwar Projekte mit 60 fps mit Leichtigkeit – doch der Export bietet maximal 30 fps. Wer also unbedingt mit 60 fps filmen will, muss auf diese Alternative zu professionellen Schnittprogrammen verzichten.
Bild 3: Ein längerer Druck auf die Schaltfläche Video zeigt die alternativen Modi
PCtipp
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