App-Tipps
Fit mit Google dank Google Health
Wer die Produkte von Fitbit genutzt hat, dürfte die Veränderung bereits bemerkt haben. Seit Mai ersetzt Google die bekannte Fitbit-App schrittweise durch seine eigene Anwendung Google Health. Die neue App soll Fitness, Gesundheit und persönliche Auswertungen stärker zusammenführen. Doch was steckt dahinter, was ändert sich für Sie und welche Funktionen bietet die Software?
Was ist Google Health?
Google hatte den Fitnessspezialisten Fitbit bereits im Jahr 2021 übernommen, Bild 1. Nun folgt der nächste Schritt: Die Fitbit-App wird zur Google-Health-App. Seit dem 19. Mai wird das Update weltweit auf Smartphones mit Android und iOS verteilt. Die bestehende Fitbit-App wird automatisch aktualisiert und erhält einen anderen Namen sowie ein neues Design, Bild 2. Ihre gespeicherten Gesundheitsdaten bleiben dabei erhalten.
Es ist klar, dass Google seinen Fussabdruck im lukrativen Fitnessgeschäft vergrössern möchte. Vor allem aber ist die App ein direkter Angriff auf den Apple-Konzern, der mit seiner Gesundheits-App «Fitness» gezeigt hat, wie eine gute Fitness-App aussehen kann.
Bild 1: Vor rund fünf Jahren hat Google den Anbieter Fitbit übernommen. Jetzt wird alles anders
PCtipp
Bild 2: Fitbit ist neu in Googles Health-Software aufgegangen. Die Fitness-App setzt auf KI
PCtippFrischer Anstrich
Für Nutzerinnen und Nutzer der bisherigen Fitbit-App bedeutet das vor allem eine Umgewöhnung. Die bekannten Fitbit-Funktionen bleiben grösstenteils erhalten, auch wenn die Bedienung von Google Health etwas anders daherkommt. Auch die Anmeldung läuft inzwischen über ein Google-Konto. Falls Sie noch ein altes Fitbit-Konto verwenden, werden Sie beim Start der Google-Health-App aufgefordert, dieses in ein Google-Konto zu überführen.
Sind Sie das erste Mal in der Google-Health-App eingeloggt, werden Sie feststellen, dass die Oberfläche sich merklich von der Fitbit-App unterscheidet. Im Zentrum stehen vier Bereiche: Aktivität, Fitness, Schlaf und allgemeine Gesundheitsdaten.
Im Grunde bleibt aber auch vieles gleich wie in der bisherigen App. Sie sehen etwa auf einen Blick, wie viele Schritte Sie zurückgelegt haben, wie lange Sie geschlafen haben oder wie aktiv Sie während des Tages waren. Die Oberfläche von Google Health wirkt zudem wesentlich moderner als in der Fitbit-App.
Besser dank KI?
Eine der grössten Neuerungen ist der sogenannte Google Health Coach. Dahinter steckt ein Assistent auf Basis von Googles KI-Technologie Gemini. Der Coach analysiert Ihre Gesundheits- und Fitnessdaten und erstellt daraus persönliche Empfehlungen. Er kann etwa Hinweise zu Ihren Schlafgewohnheiten geben, Trainingsvorschläge machen oder Fragen zu Ihrer Aktivität beantworten. Diese können Sie direkt in der App stellen.
Ein Beispiel: Sie möchten wieder fitter werden und jeden Morgen zehn Minuten lang leichte Übungen machen. Sie können nun den Health Coach bitten, Ihnen ein Programm zusammenzustellen. Dabei berücksichtigt die KI auch Umstände wie Ihren Zeitplan oder Ihren gesundheitlichen Zustand. Sagen Sie der KI zum Beispiel, dass Sie Knieprobleme haben, vermeidet sie Übungen, welche die Knie belasten. Sie können auch Fragen zur Gesundheit stellen, etwa zur Herzfrequenz, Bild 3.
Google möchte damit eine Art digitalen Gesundheitsberater schaffen. Allerdings sind viele dieser Funktionen nur mit einem kostenpflichtigen Abo verfügbar. Dieses startet bei Fr. 9.90 pro Monat. Wer bereits ein «Google AI Pro»-Abo hat, erhält den Zugang zu den Premium-Funktionen gratis.
Bild 3: Die KI kann Fragen direkt in der Health-App beantworten
PCtippBegleiter für den Tag
Die Stärke von Google Health liegt weniger in einzelnen Spezialfunktionen als in der täglichen Begleitung. Die App sammelt laufend Daten und hilft Ihnen dabei, Gewohnheiten und Entwicklungen besser zu verstehen. Das kann zum Beispiel wie folgt aussehen.
Morgens: So haben Sie geschlafen
Wenn Sie die App nach dem Aufstehen öffnen, erhalten Sie eine Übersicht über Ihre Nacht. Google Health zeigt an, wie lange Sie geschlafen haben und wie sich Ihr Schlaf auf die verschiedenen Schlafphasen verteilt.
Zusätzlich berechnet die App einen Schlafwert. Dieser soll Ihnen helfen, einzuschätzen, wie gut sich Ihr Körper erholt hat.
Wer ein Premium-Abo nutzt, erhält noch detailliertere Auswertungen und weitere Analysen, Bild 4. So sagt Ihnen der Coach beispielsweise, dass Sie sich heute nicht zu sehr verausgaben sollten, da das Schlaf-Tracking ergeben hat, dass Sie nicht so erholt sind, wie es scheinen mag.
Bild 4: Die App liefert gegen Bezahlung detaillierte Auswertungen zum Schlaf
PCtippTagsüber: Bewegung im Blick
Im Alltag zählt Google Health automatisch Ihre Schritte und registriert Bewegungen. Besonders genau wird die Erfassung, wenn Sie eine Pixel Watch oder einen Fitbit-Tracker tragen. Die App zeigt Tagesziele an und erinnert Sie auf Wunsch daran, sich regelmässig zu bewegen. Das kann hilfreich sein, wenn Sie viele Stunden am Schreibtisch verbringen.
Alle erfassten Daten trägt Health zu einer Übersicht zusammen, die Ihnen zeigt, wie Ihr Tag bisher gesundheitstechnisch gelaufen ist, Bild 5. Diese Datenbasis können Sie auch nutzen, um mit dem Health Coach zu reden. So können Sie beispielsweise fragen, wie Sie Ihre Aktivitätsroutine noch verbessern können.
Bild 5: Unter dem Tab Heute fasst Google Health Ihren Tag laufend zusammen
PCtippBeim Sport: Training aufzeichnen
Ob Spaziergang, Joggingrunde, Velotour oder Training im Fitnesscenter: Google Health kann grundsätzlich jede Aktivität aufzeichnen, die es gibt, Bild 6.
Dank der KI können Sie dies unter anderem auch per Sprache tun. Sie sagen der KI also zum Beispiel, welche Übung mit wie vielen Wiederholungen Sie gemacht haben.
Während des Trainings misst die App unter anderem Dauer, Herzfrequenz und Belastung. Nach Abschluss erscheinen die wichtigsten Werte automatisch in Ihrer Tagesübersicht. Für Freizeitsportler bietet die App alles, was im Alltag wichtig ist. Durch die grosse Flexibilität und die Anpassbarkeit ist Health Coach selbst für ambitionierte Sportler interessant.
Bild 6: Dank KI gibt es kaum eine Aktivität, die sich nicht aufzeichnen lässt
PCtippAbends: Fortschritt prüfen
Am Ende des Tages fasst Google Health die wichtigsten Werte zusammen. Sie sehen beispielsweise, ob Sie Ihr Bewegungsziel erreicht haben oder wie aktiv Sie im Vergleich zu den vergangenen Tagen waren.
Besonders praktisch sind die langfristigen Auswertungen. Dadurch erkennen Sie Entwicklungen oft besser als anhand einzelner Tageswerte. So sehen Sie beispielsweise, ob Sie sich in den vergangenen Wochen mehr bewegt haben oder ob sich Ihr Schlaf verbessert hat.
Kompatibilität
Google Health ist mit allen Fitbit-Trackern und Pixel-Smartwatches kompatibel. Geräte von Drittherstellern können genutzt werden, wenn diese ein aktuelles WearOS nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Samsung oder Fossil. Mit Anbietern wie Garmin, die eigene Systeme nutzen, ist der Health Coach hingegen nicht direkt kompatibel. Sie können Gesundheitsdaten aber über die Google-Health-Schnittstelle synchronisieren, wenn Ihr Smartwatch-Anbieter dies unterstützt. Mit der Apple Watch ist der Google Health Coach wenig überraschend nicht kompatibel.
Datenschutz ist wichtig
Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten Informationen überhaupt. Entsprechend wichtig ist der Datenschutz. Google betont, dass die Gesundheits- und Fitnessdaten aus Google Health nicht für personalisierte Werbung verwendet werden. Zudem können Sie festlegen, welche Daten gespeichert werden und welche Funktionen aktiv sein sollen.
Trotzdem lohnt sich ein Blick in die Datenschutzeinstellungen der Health-App. Wenn Sie viele Gesundheitsdaten erfassen, sollten Sie regelmässig prüfen, welche Informationen gespeichert und mit welchen Diensten diese geteilt werden.
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