Im Abaton-Kinosaal zu Zürich
26.02.2026, 13:06 Uhr
Samsung präsentiert seine neuen Galaxy-S26-Handys
Mit den Galaxy S26-, S26+- und S26-Ultra-Modellen lanciert Hersteller Samsung seine drei neuen Smartphone-Spitzenmodelle für die Schweiz. PCtipp hat die Infos und Preise. Plus Meinung.
Die drei neuen Smartphone-Modelle Galaxy S26, S26+ und das S26 Ultra wurden im Rahmen einer knapp eineinhalbstündigen Präsentation im Zürcher Abaton-Kinosaal der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch das Programm führte Toni Koller, Marketing Director von Samsung Schweiz, der die strategische Ausrichtung der neuen Generation erläuterte.
Dabei wurde deutlich, dass Samsung bei der S26-Serie den Fokus gezielt auf die nahtlose Integration von (Hintergrund-)KI, eine höhere Hardware-Leistung für komplexe Rechenprozesse sowie den Schutz der Privatsphäre direkt auf Hardware-Ebene legt. Vorab: Diese Kernbereiche ziehen sich als roter Faden durch die gesamte neue Produktlinie. «Technologische Komplexität soll für den Endnutzer reduziert werden», indem Aufgaben proaktiv und automatisiert im Hintergrund ausgeführt werden.
Hardware-Architektur und Energiemanagement
Die technische Basis der Galaxy S26-Serie bildet eine aktualisierte Hardware-Architektur, die auf KI-Anwendungen und Energieeffizienz optimiert wurde. Während das Galaxy S26 Ultra exklusiv auf Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 (8-Kern-Design) setzt, setzen die beiden anderen Modelle auf den (etwas) leistungsschwächeren Exynos-2600-Chip (10-Kern-Design), einer Samsung-Eigenentwicklung. Alle drei neuen Modelle verfügen wiederum über ein verbessertes Wärmemanagement, so Samsung. Beim Ultra-Modell wird eine neue «Vapor Chamber» (= Dampfkammer) genutzt – ein flaches Kühlsystem, das Flüssigkeit zur Wärmeableitung nutzt –, die entlang der Prozessorseiten positioniert ist, um die Hitze über eine grössere Fläche zu verteilen.
Zur Energieversorgung: Das Galaxy S26 (6,2 Zoll) ist mit einem 4.300 mAh Akku ausgestattet, das S26+ (6.7 Zoll) verfügt über 4.900 mAh und das Galaxy S26 Ultra (6.9 Zoll) bietet eine Kapazität von 5.000 mAh. Durch «Super Fast Charging 3.0» lassen sich die Geräte innerhalb von 30 Minuten auf bis zu 75 Prozent ihrer Kapazität aufladen, so Samsung. Zur visuellen Optimierung setzt Samsung auf die integrierten Technologien «ProScaler» und «mDNIe», welche die Bildskalierung durch KI-gestützte Detailnachschärfung und eine viermal präzisere Farbberechnung verfeinern sollen.Tipp: Hier direkt darunter finden Sie unser Hands-on-Video zum Launsch der neuen Sam,sung-Galaxy-Handys.
Speicherkonfigurationen und Kamerasysteme
Hinsichtlich der Speicherkonfigurationen bietet Samsung verschiedene Abstufungen an, um den unterschiedlichen Nutzerbedürfnissen gerecht zu werden. Das Galaxy S26 und das Galaxy S26+ ist in den Varianten mit 256 GB und 512 GB erhältlich. Das Flaggschiff Galaxy S26 Ultra gibts mit bis zu 1-TB-Speicherplatz. Das Kamerasystem wurde ebenfalls umfassend überarbeitet. Die Modelle S26 und S26+ nutzen ein Triple-Kamerasystem mit einem 50-MP-Hauptsensor, während das S26 Ultra durch zwei grössere Blendenöffnungen (die mehr Licht einfangen) eine höhere Lichtausbeute erzielen soll. Das soll sich, so der Hersteller, besonders bei nur mittelmässigen Lichtverhältnissen mit einer besseren Fotoqualität auszahlen. Besonders hervorgehoben wurde die Funktion Enhanced Nightography Video für rauscharme Nachtaufnahmen sowie die SuperSteady-Funktion mit einem neuen Horizontal Lock, der den Horizont im Video auch bei schiefer Kamerahaltung gerade und wackel frei hält. Das S26 Ultra unterstützt zudem als erstes Galaxy-Gerät den professionellen Videostandard APV, der eine visuell verlustfreie Komprimierung für die Nachbearbeitung ermöglicht.
Ergänzend dazu, das meint zumindest Samsung, optimiert das verbesserte AI-ISP--System nun auch die Selfie-Kamera für natürlichere Hauttöne bei schwierigen Lichtverhältnissen. Kreative Werkzeuge wie der Photo Assist erlauben zudem komplexe Bildmanipulationen per Sprachbefehl, während das Creative Studio die Erstellung von Inhalten aus Skizzen oder Textanweisungen (Prompts) in einer zentralen Anwendung bündelt.
Integrierte KI-Agenten
Ein wesentliches Merkmal der S26-Serie ist die tiefe Integration verschiedener KI-Assistenten direkt in das System. Neben Googles Gemini, das für generative Aufgaben und App-übergreifende Aktionen wie (Uber-) Taxibuchungen zuständig ist, steht nun auch Perplexity zur Verfügung. Dieser Dienst ermöglicht eine dialogbasierte Informationssuche mit direkten Quellenangaben und fungiert als ergänzender Recherche-Assistent, der komplexe Fragen präzise aufbereiten soll. Funktionen wie Now Nudge und Now Brief (bereits ab dem S25 integriert) unterstützen Anwender durch kontextbasierte Vorschläge und personalisierte Erinnerungen, während «Circle-to-Search»-Funktion mit Google ab sofort nun auch mehrere Objekte gleichzeitig in einer Suche identifizieren kann. Diese Funktionen bilden die Grundlage für ein agentenbasierte Interaktionen mit dem Handy.
Sicherheit durch Samsung Knox und «Privacy Display»
Ein technologisches Alleinstellungsmerkmal des Galaxy S26 Ultra stellt das integrierte «Privacy Display» dar. Durch eine gezielte Steuerung der Pixellichtstreuung wird der Bildschirminhalt ab einem Blickwinkel von rund 45 Grad für Aussenstehende unkenntlich gemacht, ohne die Bildqualität für den «direkten» Nutzer einzuschränken (siehe Video). Für die Gerätesicherheit bildet jedoch Samsung Knox, eine mehrschichtige Plattform, die bereits auf Chipebene ansetzt. Knox isoliert sensible Informationen wie Passwörter oder biometrische Daten in einem physisch getrennten Bereich, dem Knox Vault, der vor Hardware-Angriffen schützen soll. Die neue «Personal Data Engine» sorgt zudem dafür, dass persönliche Daten für KI-Berechnungen lokal auf dem Gerät verarbeitet werden und dieses nicht verlassen müssen, meint Samsung. Neu ist zudem der Einsatz von Post-Quantum-Kryptografie (PQC) – ein Verschlüsselungsverfahren, das so stark ist, dass es selbst theoretischen Angriffen durch zukünftige Supercomputer standhalten soll –, um die Systemintegrität langfristig zu gewährleisten.
Software und Service
Samsung will mit der Galaxy-S26-Serie auf «Langlebigkeit und Nachhaltigkeit» setzen. Das Unternehmen garantiert für alle drei Modelle einen Zeitraum von sieben Jahren für Betriebssystem-Upgrades sowie sieben Jahre lang regelmässige Sicherheitspatches. Damit bleibt das Gerät bis in das Jahr 2033 softwareseitig aktuell und geschützt. Für den physischen Schutz bietet Samsung optional den Dienst «Care+» an. Dieses Versicherungspaket bietet Schutz gegen Displaybrüche oder Wasserschäden und bietet eine Garantieverlängerung sowie Zugang zu zertifizierten Expertenreparaturen im In- und Ausland.
Marktstart und Preise
Die neue Galaxy S26-Serie ist ab sofort erhältlich, wobei die Preise bei Fr. 899.- für das Galaxy S26, Fr 1079.- für das S26+ und Fr. 1249.- für das S26 Ultra beginnen. Das Design umfasst Farben wie Cobalt Violet, White, Black und Sky Blue sowie exklusive Online-Varianten in Pink Gold und Silver Shadow. Als Ergänzung dient die ebenso neu vorgestellte, neue Galaxy Buds4-Serie, die eine Interaktionen durch Sprachbefehle an KI-Agenten oder die Annahme von Anrufen durch einfache Kopfbewegungen ermöglicht. Nach Angaben von Samsung ist das das Bud4-Ökosystem auf eine «moderne, freihändige Bedienung» ausgerichtet.
Meinung: Schöne neue Welt der Bevormundung
Samsung bittet mit ihrer neuen Galaxy-S26-Serie zur grossen KI-Show in Zürich und das im grossen Abaton-Saal in Zürich. Der Rahmen passt. Doch wer hinter die Kulissen blickt, erkennt schnell ein bekanntes Muster: Es ist oft «alter Wein in neuen Schläuchen». Während das Gehäuse dünner und der Prozessor schneller wird, bleibt die echte Revolution aus. Die Ausnahme bildet das neue Privacy Display des Ultra-Modells. Dieser physische Sichtschutz ist eine Innovation, die Privatsphäre im öffentlichen Raum greifbar macht. Doch, Hand aufs Herz, abseits dieses Hardware-Lichtblicks wirkt vieles wie ein Aufguss bekannter Ideen.
Abkürzung oder Sicherheitsrisiko?
Das grosse Versprechen lautet «schneller zum Ziel». KI-Agenten wie Gemini oder Perplexity sollen uns das Denken und Klicken abnehmen. Sie buchen Taxis, sortieren Fotos und verwalten Termine. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis. Wenn KI-Agenten proaktiv auf Kreditkarten und sensible Daten zugreifen, öffnet das Tür und Tor für Manipulationen. Erschleicht sich ein Cyber-Gauner Zugang zum Gerät, wird die KI zum Komplizen, der das Konto effizienter leert, als es jeder menschliche Hacker könnte. Die einzige Schutzmauer bleibt das Knox-System – doch reicht ein digitaler Wall aus, wenn wir die Kontrolle über die Prozesse bereits freiwillig abgegeben haben? Der schleichende Kontrollverlust ist dann nämlich der blinde Passagier dieser Entwicklung.
«Die KI frisst ihre Kinder»
Besonders brisant wird es bei der Software-Strategie. Samsung integriert mit Gemini und Perplexity mächtige externe Partner so tief ins System, dass die selbst entwickelten Tools zumindest Gefahr laufen, im eigenen Haus, schneller als gedacht, bedeutungslos zu werden: Die KI frisst ihre eigenen Kinder. Warum sollte ein Nutzer noch auf klassische Samsung-Funktionen oder ein mühsam modernisierte Bixby setzen, wenn spezialisierte Agenten wie Perplexity jede Recherche schneller und präziser erledigen? Samsung liefert die Plattform, verliert aber die Hoheit über das Nutzererlebnis an Google und Co..
Akku-Spassbremse
Besonders ernüchternd bleibt der Blick auf die Ausdauer. Während Samsung seine Akkus und Ladegeschwindigkeiten nur in homöopathischen Dosen verbessert, zeigt die chinesische Konkurrenz, was möglich ist. Hersteller wie Xiaomi oder Honor (Huawei) verbauen längst Silizium-Kohlenstoff-Akkus mit deutlich höheren Kapazitäten bei gleicher Baugrösse und Ladegeschwindigkeiten von über 100 Watt. Samsung liefert hier lediglich Standardkost, die im direkten Vergleich mit den asiatischen Langläufern blass aussieht. Wer den ganzen Tag KI-Prozesse im Hintergrund laufen lässt, braucht Energie – und genau hier könnte das S26 ganz schnell schwächeln. Tests werden folgen!
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Samsung uns eine Welt verspricht, in der Technologie leise im Hintergrund für uns arbeitet. Doch diese neue Welt ist eben oft nur ein neuer Aufguss auf Bekanntes, der mit viel KI-Zucker versüsst wurde. Wir gewinnen Sekunden bei der Terminplanung, verlieren aber womöglich die Hoheit über unser Tun. Das Privacy Display schützt uns zwar vor den Blicken des Sitznachbarn im Tram, doch vor der Manipulation durch die eigene Technik schützt es nicht. Die KI-Show mag glänzen, doch der Nutzer sollte genau prüfen, ob er für ein wenig mehr Bequemlichkeit wirklich das Steuer aus der Hand geben will.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Samsung uns eine Welt verspricht, in der Technologie leise im Hintergrund für uns arbeitet. Doch diese neue Welt ist eben oft nur ein neuer Aufguss auf Bekanntes, der mit viel KI-Zucker versüsst wurde. Wir gewinnen Sekunden bei der Terminplanung, verlieren aber womöglich die Hoheit über unser Tun. Das Privacy Display schützt uns zwar vor den Blicken des Sitznachbarn im Tram, doch vor der Manipulation durch die eigene Technik schützt es nicht. Die KI-Show mag glänzen, doch der Nutzer sollte genau prüfen, ob er für ein wenig mehr Bequemlichkeit wirklich das Steuer aus der Hand geben will.
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