Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Sennheiser HD 620S im Test

Offene Kopfhörer bieten eine hohe Klangtreue und eine gute räumliche Abbildung. Das grosse Manko: Wir hören die Umgebungsgeräusche und die Umgebung hört unsere Musik. Sennheiser verspricht mit dem  HD 620S einen geschlossenen Kopfhörer mit den Vorteilen eines offenen.
© (Quelle: Sennheiser)

Offene Kopfhörer sind bei Fans von Klassik und Jazz sowie bei der Musikproduktion sehr beliebt. Sie brillieren mit einem sehr natürlichen und räumlichen Klang. Zudem lassen sie sich dank ihrer Luftdurchlässigkeit auch stundenlang tragen, ohne dass man zu schwitzen beginnt. Allerdings eignen Sie sich nur in ruhiger Umgebung, da sonst zu viele Aussengeräusche stören. Auch andere Personen im selben Raum würden keine Freude haben; sie hören den Sound aus den Kopfhörern.

Der Sennheiser HD 620S soll die Vorteile von geschlossenen und offenen Kopfhörern verbinden

© Quelle: Sennheiser

Der neue HD 620S soll laut Sennheiser «ein ablenkungsfreies Hörerlebnis bieten, ohne auf einen natürlichen, luftigen und detaillierten Klang zu verzichten.» Durch die geschlossene Bauweise schottet er von der Umgebung ab, eignet sich also auch für Büros oder Gaming-Sessions in der Gruppe.

In der Box findet sich alles Wichtige: Nebst dem Kopfhörer erwarten einen eine Stofftragetasche, eine kurze Anleitung sowie ein mit 1,8 Metern ausreichend langes Kabel. Dieses lässt sich abnehmen und hat einen 3,5-mm-Klinkenstecker. Ein 6,3-mm-Adapter wird zusätzlich mitgeliefert. Ein optionales symmetrisches 4,4-mm-Kabel soll laut Sennheiser ab Sommer 2024 erhältlich sein. Der Vorteil des auswechselbaren Kabels: Es kann auch ein Kabel mit integriertem Mikrofon verwendet werden; das ist wichtig für Gamer, die den Kopfhörer als Headset nutzen möchten.

Robust und bequem

Beim Design wagt Sennheiser keine grossen Sprünge: Es ist schlicht und funktional. Dank dicken Polstern am Bügel und den Muscheln sitzt der HD 620S sehr bequem. Er liegt eng an, quetscht aber dank der Polsterung nicht – selbst bei längeren Musiksessions wird es nicht unangenehm. Mit 326 Gramm ist der Kopfhörer allerdings kein Leichtgewicht.

Der HD 620S besteht aus Kunststoff und Kunstleder. Die Bügel sind metallverstärkt. Die Konstruktion ist sehr robust. Zusätzlich ist die Abdeckung der Ohrmuscheln aus Stahl. Die Stahlplatten fungieren laut Sennheiser als Isolator und sollen den Kopfhörer noch besser vor Aussengeräuschen abdämpfen. In der Tat: Die Umgebung wird beim Hören effizient ausgeblendet. Hier hat Sennheiser ganze Arbeit geleistet. Natürlich kann man keine Isolation wie bei aktiver Geräuschunterdrückung oder In-Ears erwarten – aber wenn Musik läuft, verschwindet die Umgebung.

Die Ohrmuschel im Detail

© Quelle: Sennheiser

Eine Kritik: Durch die Kunststoffoptik wirkt der HD 620S weniger edel als etwa der PX8 von Bowers & Wilkins, obwohl er 365 Franken kostet. Zudem habe ich mit Kunstleder negative Erfahrungen gemacht. Die Polster bei meinen bisherigen Kopfhörern lösten sich nach wenigen Jahren auf. Die Plastikbrösel verteilten sich überall … Ersetzen kann man die Polster am Bügel nur schwer. Das finde ich bei teuren Kopfhörern, die eigentlich noch viele Jahre gebraucht werden könnten, mehr als schade.

Ans edle Design eines Bowers & Wilkins PX8 kommt der neue Sennheiser nicht heran, ist aber auch ca. 200 Franken günstiger

© Quelle: Bowers & Wilkins

Sound – bis ins kleinste Detail

Die wohl wichtigste Frage: Kann Sennheiser sein Versprechen halten? Laut der Soundschmiede setzt «der Sennheiser HD 620S neue Massstäbe im Bereich der geschlossenen Kopfhörer». Bei dieser Aussage handelt es sich nicht um Schaumschlägerei: Der HD 620S überzeugt mit einem ausgesprochen natürlichen, neutralen Klang, einer weiten Bühne und einer ausgezeichneten räumlichen Abbildung. Sehr beeindruckt hat mich der schnelle, präzise und detailreiche Bass – bis in tiefste Regionen. Auch die Mitten überzeugen und drängen sich nicht in den Vordergrund. Die Höhen sind präsent und offenbaren viele Feinheiten, ohne Klirren und Zischen.

Sennheiser hat beim HD 620S einen sehr ausgewogenen, unauffälligen und neutralen Klang geschaffen. Selbst kleinste Details (und Fehler) lassen sich gut wahrnehmen. Der Kopfhörer eignet sich damit ausgezeichnet für die Musikproduktion oder für den Genuss von Stilrichtungen wie Klassik und Jazz; alle Instrumente haben ihren Platz, keines wird in den Hintergrund gedrängt. Auch fürs Gaming ist er aufgrund ihrer Präzision und Schnelle bestens geeignet – ebenso zum Filmgenuss. Die Stimmen der Schauspieler und epische Filmmusik bildet dieser Kopfhörer fantastisch ab. Bei Stilrichtungen wie Hip-Hop, Rock, Heavy Metal oder Pop würde ich zu weniger neutralen Kopfhörern greifen; mit stärkeren Mitten und druckvollerem Bass.

Fazit: Probehören empfohlen

Der Sennheiser HD 620S ist ein sehr guter Kopfhörer, empfiehlt sich aber nicht für alle. Sein ausgewogenes, zurückhaltendes und detailliertes Klangbild eignet sich vor allem für bestimmte Musikrichtungen oder Anwendungen wie Mixing, Gaming und Filmgenuss. Ich empfehle deshalb vor einem Kauf probezuhören – nicht zuletzt wegen des Preises von rund 365 Franken

Inhalt

Testergebnis

Pros + Cons

  • toller
  • präziser
  • schneller Bass
  • sehr detaillierter
  • ausgewogener Sound
  • Tragekomfort
  • schottet Umgebung gut ab
  • nicht für jede Musikrichtung
  • Design mit Kunststoff und Kunstleder wirkt nicht sehr edel

Details:  Geschlossener Over-Ear-Kopfhörer (42-mm-Wandler; 38-mm-Membran; dynamisch), 6 Hz bis 30 kHz, 150 Ohm, Polster aus Kunstleder, Kabellänge: 1,8 Meter, Schalldruckpegel: 110 dB, Stereo-Adapter von 3,5 mm auf 6,3 mm Klinke

Preis:  Fr. 364.90

Infos: 

Kommentare

Kopfhörer Musik
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Hektische Handy-Nutzung am gefährlichsten
Smartphone-, Laptop- oder Tablet-User, die stundenlang auf das Display starren, werden weniger von Informationsüberflutung gepeinigt als diejenigen, die alle paar Minuten ihr Gerät zücken. 
3 Minuten
26. Mär 2026
Eliska Vogt wird Co-Vizepräsidentin von ICT-Berufsbildung Schweiz
An der letzten Vorstandssitzung wurde Eliska Vogt, Talent Partnerin Schweiz bei UBS, zur Co-Vizepräsidentin von ICT-Berufsbildung Schweiz gewählt. Sie folgt auf Alain Gut, der am 4. Dezember 2025 das Präsidium des Verbandes übernommen hat. 
3 Minuten
26. Mär 2026
Top 5
Die besten PCtipp-Artikel aus der Kalenderwoche 12
In der Kalenderwoche 12 vom 16. bis zum 22. März 2026 standen die Artikel «Fotos gratis bearbeiten» und «Auf der Überholspur mit Elektroautos» ganz oben in der Gunst unserer Leserschaft.
2 Minuten
26. Mär 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Gaming-Headset
Im Test – Logitech Lightspeed G325
Wer ein günstiges, gut klingendes und einfaches Gaming-Headset sucht, macht mit Logitechs Lightspeed G325 nichts falsch. Die Devise heisst: Verbinden und spielen. Wir haben den Ohrenschmeichler getestet.
4 Minuten
16. Mär 2026
Aufruf in eigener Sache
Aufruf Lesertest HP Smart Tank 7305
Würden Sie gerne einmal ein Produkt testen und bewerten? Dann haben wir genau das Richtige für Sie: In Kooperation mit HP sucht der PCtipp fünf pfiffige Anwenderinnen bzw. Anwender, die den cleveren HP Smart Tank 7305 mit nachfüllbaren Tintenpatronen testen.
2 Minuten
30. Jan 2026
TV-Kopfhörer
Im Test – Sennheiser RS 275
Fernsehen, ohne andere zu stören – und dabei jedes Wort verstehen: Genau hier setzt Sennheisers Kopfhörer-Bundle RS 275 an. Der Fokus liegt nicht auf audiophilem High End, sondern auf klaren Stimmen, hohem Komfort und einer möglichst einfachen Integration am TV.
4 Minuten
16. Feb 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare