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Google schaltet SMS-Nachfolger scharf

160 Zeichen. Mehr nicht. Die SMS verweist Mitteilsame gnadenlos in ihre Schranken. Kein Wunder, dass Messenger ihre Funktion quasi übernommen haben. Trotzdem tritt nun ein SMS-Nachfolger an.
© (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)

Für seine Messages-App hat Google den SMS-Nachfolgestandard Rich Communications Services (RCS) aktiviert. Der bereits seit 2012 verfügbare, offene Standard soll alle von Messengern bekannten Annehmlichkeiten bieten, hatte sich bislang aber nicht durchsetzen können. Nun steht er quasi auf jedem Android-Gerät weltweit zur Verfügung.

Gegenüber Messengern jeglicher Couleur bietet der RCS-Standard entscheidende Vorteile, etwa die Interoperabilität: Nutzerinnen und Nutzer können unabhängig von der genutzten RCS-Apps hinweg miteinander kommunizieren. Zudem verbleiben die Kontakte auf den Geräten und werden nicht zum Abgleich auf Internetserver hochgeladen.

Und es gibt auch deutliche Vorteile von RCS gegenüber SMS. Etwa eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – mit der sich Google bei Messages allerdings noch in der Umsetzungsphase befindet – oder die Tatsache, dass es keine Textlängenbegrenzung gibt.

Darüber hinaus ist alles möglich, was man sonst von Messengern kennt: Telefonate mit oder ohne Video, das Verschicken von Fotos, Filmen oder Sprachnachrichten, Status-Informationen wie «Empfangen» oder «Gelesen» sowie Gruppenchats. Zudem können die Daten bei Verfügbarkeit natürlich auch per WLAN übertragen werden.

Allerdings unterstützt noch nicht jedes Android-Gerät zwingend RCS. Und auch der eigene Mobilfunk-Anbieter muss mit von der Partie sein; an den drei Mobilfunknetzen in Deutschland kann es nicht liegen, alle drei bieten inzwischen RCS-Dienste an.

Und in der Schweiz? RCS steht schon seit über sieben Jahren zur Diskussion. Über Swisscoms konkrete RCS-Pläne berichteten wir im Frühling 2019. Ein Jahr später hat Swisscom einen RCS-Dienst unter dem Namen «Message+» auf der eigenen Community-Plattform vorgestellt. Die Liste der unterstützten Geräte umfasste damals noch ausschliesslich ein paar Samsung-Produkte. RCS steht heute auf mehr Geräten zur Verfügung. Im April berichtete Moneyland.ch, die Anbieter Sunrise und Salt würden RCS mangels Nachfrage nicht einführen wollen. Das scheint sich geändert zu haben. Auf Geräten, die via Sunrise ins Netz gehen, hat das Androidblog die RCS-Funktion im Oktober 2020 entdeckt, auf einem via Salt verbundenen Gerät in der PCtipp-Redaktion war es jetzt im November 2020 nicht nur verfügbar, sondern bereits aktiviert.

Gewissheit gibt es erst, wenn man versucht, RCS in der Google-Messages-App zu aktivieren. Das funktioniert in den Einstellungen, wenn man auf «Chatfunktionen aktivieren» geht. Es kann aber auch sein, dass man schon beim Öffnen der Messages-App mit dem Hinweis begrüsst wird, dass RCS aktiv ist. Im Detail beschreibt PCtipp den Vorgang in diesem Tipp.

Damit eine RCS-Konversation zustande kommt, muss das Chat-Gegenüber RCS ebenfalls erfolgreich aktiviert haben. Ist das nicht gegeben, fällt die Kommunikation auf SMS-Nachrichten zurück. Messages ist nicht die einzige RCS-App. Viele Smartphone-Hersteller bieten auch eine RCS-Funktionalität in der vorinstallierten Standard-App für Nachrichten.

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