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Viele Internetriesen entziehen sich Kontrollen

Viele Internet-Riesen geben zwei Aktientypen heraus, um sich Kontrollen zu entziehen. Käufer der einen sind stimmberechtigt, die anderen müssen schweigen, werden aber durch Dividendenzahlungen ruhiggestellt.
© (Quelle: Shutterstock/tanuha2001)

Auf diese Weise gelingt es Einzelpersonen oder einer kleinen Zahl von Unternehmern, die vollständige Kontrolle über ihre Unternehmen zu behalten, kritisiert Forscher Gregory H. Shill von der University of Iowa.

TikTok, Meta und Alphabet

"Als Professor für Gesellschaftsrecht möchte ich politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit dringend bitten, die gesellschaftlichen Risiken eines Systems zu bedenken, das es einer einzelnen Person ermöglicht, die vollständige Kontrolle über ein grosses Unternehmen auszuüben", so der Experte in einem Beitrag für "The Conversation".

TikTok droht in den USA ein Verbot, weil der Gesetzgeber fürchtet, dass der chinesische Besitzer ByteDance als alleiniger Kontrolleur mithilfe der Plattform Spionage betreiben könnte. Laut Shill sind derartige Konstruktionen in diesem Genre keine Seltenheit. "Es könnte die Amerikaner überraschen, dass fast jeder Social-Media-Riese von nur ein oder zwei Männern kontrolliert wird", schreibt er. Mark Zuckerberg kontrolliere Meta, dem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, während Larry Page und Sergey Brin Alphabet beherrschen, Muttergesellschaft von YouTube und Google.

"Königliche Unternehmer"

Aktien dieser Unternehmen werden an der Börse gehandelt und jeder kann diese kaufen oder verkaufen. Aber der Rechtsmechanismus der zwei Klassen gibt den Gründern zusätzliche Stimmen bei Entscheidungen der Aktionäre. "Die Struktur mit zwei Klassen krönt diese Männer zu königlichen Unternehmern, wie es ein ehemaliger Kommissar der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC ausgedrückt hat, und verleiht ihnen eine nahezu absolute Kontrolle über die Unternehmenspolitik und -ressourcen", klagt Shill. Auch ByteDance und damit TikTok werde de facto von einem einzelnen Mann geführt, von Zhang Yiming, einem der Gründer.

"Das Modell der zwei Klassen, das seit Googles IPO 2004 in den USA bei Unternehmen im Silicon Valley immer beliebter wird und vor Kurzem auch in Grossbritannien legalisiert wurde, wird in Kreisen der Unternehmensführung heftig diskutiert. Bisher wurden seine Nachteile jedoch nur als Problem für die Aktionäre und nicht für die Gesellschaft verstanden, trotz der breiten und parteiübergreifenden Besorgnis über den Einfluss der Big Tech", weiss Shill. Es sei nur fair, wenn die Öffentlichkeit die Frage stelle, ob es klug sei, Unternehmensgründern zu erlauben, die Ressourcen und verfassungsmässige Rechte grosser Unternehmen ausschliesslich für sich selbst zu nutzen. (pressetext.com)

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