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Die besten Webseiten und Apps für Nachbarschaftshilfe

Zu Beginn der Corona-Pandemie erlebten Webseiten und Apps zur Nachbarschaftshilfe eine Blütezeit. Doch auch darüber hinaus ist diese praktische Hilfe unter Nachbarn begrüssenswert. PCtipp nennt Ihnen die besten Seiten und Apps für die Nachbarschaftshilfe.
© (Quelle: geralt/Pixabay)

Die Schweiz zeigte sich im März 2020 angesichts der ausserordentlichen Lage solidarisch. Die Plattform hilf-jetzt.ch wurde Anfang März 2020 lanciert und weniger als fünf Tage danach hatten sich bereits 500 Gruppen auf der Webseite eingetragen, wie das «Bieler Tagblatt» damals berichtete.

Doch im zweiten Pandemie-Jahr sieht die Situation wieder etwas andres aus. Allerdings ist die Nachbarschaftshilfe auch über eine Pandemie hinaus eine sinnvolle Sache. PCtipp stellt Ihnen deshalb ein paar Webseiten und Apps vor, mit deren Hilfe man sich rasch und einfach nachbarschaftlich organisieren kann, um zum Beispiel für ältere Menschen einzukaufen. Aber auch Kinderhüten kann man so organisieren oder jemanden finden, der mit einem spazieren geht.

Nachbarschaft Zürich

Ob die Kinder Nachhilfe benötigen, die Pflanzen während einer Abwesenheit gegossen werden sollen oder jemand die Einkäufe erledigen soll: Unterstützung im Quartier gibts beispielsweise bei Nachbarschaftshilfe Zürich. Auch Tiere betreuen oder gemeinsam Spazieren gehen steht zur Verfügung.

Als Bewohnerin oder Bewohner der Stadt Zürich erhält man kostenlose Dienstleistungen durch die Nachbarschaftshilfe. Nur die Spesen der freiwilligen Mitarbeitenden – wie z.B. das Trambillett – müssen übernommen werden.

Stadt ZürcherInnen können die Dienstleistungen kostenlos nutzen

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Die Nachbarschaftshilfen der Stadt Zürich sind quartierbezogen in Vereinen organisiert. Über diesen Link finden Sie die zuständige Nachbarschaftshilfe ihres Zürcher Quartiers.

Hilf-jetzt.ch

Update 11.03.2022: hilf-jetzt scheint inaktiv zu sein. Momentan wird man direkt auf die Webseite des Schweizerischen roten Kreuzes umgeleitet. Auf Facebook und Instagram gibt es Hilf-jetzt.ch weiterhin.

Facebook-Gruppe hilf-jetzt.ch im März 2022

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Die Webseite hilf-jetzt.ch war übersichtlich und simpel aufgebaut. Man konnte entweder Unterstützung finden oder Hilfe leisten.

Webseite hilf-jetzt.ch im Oktober 2020

© Quelle: Screenshot/hilf-jetzt.ch

Wer eine Gruppe suchte, tippte seine Postleitzahl (oder den Ort) sowie eine Kilometer-Entfernung an und klickte auf Suchen. Bei einem Versuch stand bei mehreren Gruppen direkt eine Mobile-Nummer sowie teilweise die Verfügbarkeit.

Gruppen in der Nähe sind rasch gefunden

© Quelle: Screenshot/hilf-jetzt.ch

Alternativ konnte man den Standortzugriff erlauben und unten in der Kartenansicht direkt die Gruppen in der Nähe anzeigen. Während im März 2020 viele Facebook- und WhatsApp-Gruppen vertreten waren, wurde man in unserem Versuch damals in der Region Zürich mehr auf Webseiten geleitet.

Unter Häufige Fragen wurde z.B. erklärt, wie man eine Gruppe gründet.

Hinweis: Auf Wunsch konnte man die wichtigsten Updates oder Informationen per SMS oder E-Mail Updates erhalten (ziemlich weit unten auf der Webseite). 

Gegründet wurde die Webseite hilf-jetzt.ch von digitalorganizing.ch, publicbeta.ch und wecollect.ch. Per 1. August 2020 ging die Plattform zum Schweizerischen Roten Kreuz über, welches die weitere Betreuung der Gruppen und den Betrieb der Plattform übernommen hat.

Five up

Die App Fiveup im März 2022

© Quelle: Screenshots/PCtipp

Auch via Five up können sich Nachbarn einfach verbinden. Five up setzt allerdings auf eine App. Damit können Privatpersonen oder Vereine rasch Unterstützung organisieren. Es können entweder geschlossene oder öffentliche Gruppen erstellt werden. Mit der Entwicklung der App wurde im August 2018 begonnen, lanciert wurde sie Ende März 2019.

Im Gegensatz zu Facebook und Co. sieht man bei Five up direkt, wo es noch Hilfe braucht. Auch Freiwillige können Angebote öffentlich ausschreiben, nicht nur Bedürftige. Kontakte werden in der App erst ersichtlich bei gegenseitiger Bestätigung.

Die App (AndroidiOS, Web-App) ist kostenlos, man erstellt ein Profil und registriert sich mit einer E-Mail-Adresse. Wer sich engagieren möchte, muss eine Handynummer angeben.

In der Five-up-App gibt es die Tabs: Suche, Verwalten, Meldungen, Gruppen und Profil. Die App ist nicht kompliziert, aber um sich noch rascher zurechtzufinden, können Sie via Profil und dann Tour starten eine Einführung erhalten.

Filtern Sie via Suche nach Ihrer Postleitzahl oder dem Wohnort und nun werden Gruppen angezeigt. Haben Sie einen Einsatz/eine Gruppe gefunden, tippen Sie auf Beitreten oder etwas wie Ich bin interessiert. Ihre Gruppen oder Engagements können Sie einfach in der App verwalten (Tab Verwalten).

Hinter der App steht das Schweizer Start-up Five up Community SA, die App wurde in Zusammenarbeit mit Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, Schweizerisches Rotes Kreuz entwickelt. Verantwortlich für die Entwicklung zeichnete Apps with love

Bring!: Einkaufsliste teilen

Wer den Einkaufszettel längst nicht mehr von Hand schreibt und z.B. die Einkaufs-App Bring! nutzt, kann eine Einkaufsliste teilen, wenn er oder sie das möchte. Beispielsweise für den Partner oder die Ehefrau war dies schon lange möglich.

Wie Sie für andere einkaufen, respektive Ihre Einkaufsliste teilen können, ist auf dieser Webseite sehr einfach erklärt.

Bring! ist für Android, iOS oder als Webversion verfügbar und zudem kompatibel mit Google Assistant und Amazon Alexa.

Migros: Amigos wurde wieder eingestellt

Update 11.03.22

Die Webseite amigos.ch wurde im Frühling 2021 eingestellt. Wie es auf der Webseite heisst, wurde Amigos wegen der fortschreitenden Durchimpfung immer seltener genutzt. Die einst gefährdeten Personen wollten wieder selber einkaufen gehen. Aus diesem Grund sei Amigos per 31. Mai 2021 beendet worden.

Dank Corona wiederbelebt, ist Amigos nun wieder Geschichte

© Quelle: Screenshot/PCtipp.ch

Amigos war ein Service der Migros. Während der Testphase war die Nachbarhilfe sehr beliebt, wurde aber dennoch eingestellt. Wegen Corona hatte sich die Migros im März 2020 aber entschieden, die Social-Shopping-Plattform befristet wieder zu aktivieren (PCtipp berichtete).

Amigos richtete sich zu Beginn der Corona-Pandemie an ältere Personen, Personen mit Vorerkrankungen oder Personen, die in Quarantäne oder Selbstisolation waren. Das Angebot wurde in Zusammenarbeit mit Pro Senectute reaktiviert. Amigos gab es als Webseite oder App (Android, iOS).

Weitere Informationen

Begrüssungs-Info auf liebe-nachbarn.com im März 2022

© Quelle: Screenshot/PCtipp
  • Eine Nachricht an Personen, die zur Risikogruppe gehören, ist mit Hilfe von liebe-nachbarn.com rasch erstellt. Man füllt eine PDF-Vorlage aus, druckt sie aus und kann den Zettel dem Nachbarn an die Tür kleben. Wer die Nachbarn bereits kennt, kann diese natürlich auch via Telefon oder WhatsApp kontaktieren.

  • Swiss Volunteers ist eigentlich eine nationale Nonprofit-Plattform, die Ehrenamtliche und Veranstalter, die Freiwillige suchen, vernetzt. Da die Events aufgrund des Coronavirus abgesagt werden mussten, standen zahlreiche Helfer bereit. Swiss Volunteers stellte deshalb ihre webbasierte Helferplattform kostenfrei für Organisationen zur Verfügung, welche aufgrund der momentanen Lage auf freiwillige Helferinnen und Helfer angewiesen sind, wie es auf der Homepage hiess. 
  • In Deutschland gibt es die Nachbarschaftshilfe «Caring Communities». Nebenan.de ist Nachbarschaftshilfe via App (Android, iOS).

Kennen Sie Nachbarschaftshilfen in der Schweiz, die in unserem Artikel nicht erwähnt sind? Teilen Sie diese Information mit uns und unseren Leserinnen und Lesern unten via Kommentar-Funktion.

(Ursprung März 2020; aktualisiert und ergänzt am 11.03.22).

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