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Falten oder nicht?

Klapp-Handys sind in den vergangenen Jahren immer besser geworden. Lohnt sich ein Kauf also endlich? Eine Einschätzung.
© ChatGPT

Lange haben die Falt-Smartphones ein Nischendasein gefristet. Nun scheinen die Geräte endlich erwachsen geworden zu sein. Die neuesten Modelle sind nicht nur robuster, sondern werden immer dünner. So ist zum Beispiel Samsungs neues Galaxy Z Fold7 in zugeklapptem Zustand kaum mehr von einem regulären Smartphone zu unterscheiden, Bild 1. Besonders der chinesische Hersteller Huawei setzte in den vergangenen zwei Jahren mit immer ausgefeilteren Modellen regelmässig neue Massstäbe.

Bild 1: Das Galaxy Z Fold7 im Vergleich zum Galaxy S25 Ultra: Beide sind etwa gleich dick

© PCtipp

Bild 2: Motorolas razr 60 gibt es online bereits für unter 500 Franken

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Auch preislich gibt es zumindest im Flip-Segment (das sind Smartphones, die sich vom normalen Format in ein kleineres falten lassen) einige Modelle, die nicht mehr überteuert wirken. Unter anderem haben Motorola, Samsung und Huawei Klapp-Smartphones im Portfolio, die für weit unter 1000 Franken zu haben sind, Bild 2.

Schweiz mager bestückt

Trotz vieler Innovationen sieht der Markt in der Schweiz eher überschaubar aus. Chinesische Hersteller, die spannende Falt-Geräte verkaufen, etwa Honor, Xiaomi oder Vivo, schenken dem hiesigen Markt keine Aufmerksamkeit, Bild 3. Damit bleiben für die Schweizer Konsumenten nur drei Anbieter, die hierzulande offiziell Falt-Smartphones anbieten:

  • Samsung
  • Motorola
  • Google

Das umfassendste Portfolio hat Samsung: Der südkoreanische Hersteller wird seinem Ruf als Falt-Handy-Pionier gerecht und bietet Smartphones im Fold-Format (das Smartphone lässt sich in ein grösseres «Buchformat» falten) als auch im sogenannten Flip-Format an, Bild 4.

Bild 3: Die innovativen Falt-Geräte chinesischer Hersteller wie das Honor Magic V5 kommen in der Schweiz nur selten auf den Markt

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Bild 4: Samsung bietet in der Schweiz das umfassendste Falt-Smartphone-Portfolio an

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Bild 5: Auch Motorola ist hierzulande mit Falt-Handys präsent

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Apple lässt sich Zeit

Ebenfalls zu den Pionieren gehört Motorola. Der chinesische Hersteller hatte sein Flip-­Modell rund sechs Monate nach Samsungs Galaxy Z Flip vorgestellt, Bild 5. Seither hat sich Motorola aber damit begnügt, sein Flip-Modell kontinuierlich zu verbessern. Einen Einstieg in den Fold-Markt hielt der Hersteller bislang für nicht nötig. Laut Gerüchten vom Dezember 2025 könnte sich das aber schon bald ändern.

Das Schlusslicht, wenn man so möchte, bildet Google. Nicht, weil die Geräte technisch veraltet wären, sondern weil der Suchmaschinenriese spät in den Falt-Handy-Markt eingestiegen ist. Erst Mitte 2024, also über fünf Jahre nach Samsung, gab Google seinen Einstand im Falt-Segment. Google debütierte dabei mit einem Falt-Smartphone im Buchformat, mit dem etwas umständlichen Namen Google Pixel 9 Pro Fold, Bild 6. Ob Google auch ein Flip-Smartphone in Planung hat, ist bisher unbekannt.

Bild 6: Google brachte erst 2024 ein Falt-Handy auf den Markt

© PCtipp

Bleibt noch Apple. Ein Smartphone mit Apfellogo sucht man bisher vergebens. Gerüchte, wonach Apple an faltbaren iPhones arbeitet, gibt es schon seit Jahren. Spätestens seit 2025 deutet nun alles darauf hin, dass der US-Hersteller im Herbst 2026 sein erstes Falt-Handy vorstellen wird. 

Bewahrheiten sich die Gerüchte, wird es spannend: Kann Apple den Falt-Smartphones den nötigen Push verpassen? Denn gemessen an den Verkaufszahlen fristen Falt-Handys immer noch ein Nischendasein. Die Gründe, weshalb Nutzerinnen und Nutzer keine Falt-Smartphones kaufen, sind laut Umfragen vor allem die Folgenden:

  • Angst, dass die Geräte (speziell das Display) schnell kaputtgehen
  • schlecht angepasste Software
  • die teuren Preise
  • der Vorteil gegenüber herkömmlichen Smartphones erschliesst sich nicht

Tatsächlich waren diese Bedenken in den ersten Jahren berechtigt. Samsung hat mit seinem ersten Modell weniger mit Innovation von sich reden gemacht als mit etlichen Kinderkrankheiten, Bild 7. 

Auch, dass es anfangs kaum Apps gab, die an den neuen Formfaktor der Falt-Handys angepasst waren, traf (verständlicherweise) zu. Und preislich spielten die Falt-Handys in einer Liga, die sogar Apple-User erblassen liess. Damit einher ging auch der wenig ersichtliche Nutzen von Falt-Smartphones: Warum für ein Smartphone, das man «nur» falten kann, schneller kaputtgeht und unausgereifte Software hat, mehr bezahlen?

Bild 7: Das erste Falt-Handy von Samsung hatte einen holprigen Start

© PCtipp
Endlich ausgereift, aber …

Spätestens ab 2025 kann man allerdings sagen: Falt-Smartphones sind nicht mehr nur ein teures Gimmick. Die Kinderkrankheiten bei der Hardware sind ausgemerzt und auch die Software bringt heutzutage einen echten Mehrwert. Vor allem Falt-Smartphones im grossen Buchformat wie das Galaxy Z Fold7 haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Smartphones: Sie sind für effektives Arbeiten gemacht. 

Dank ausgereiftem Multitasking und tief integrierter KI bieten die Geräte einiges, um den digitalen Alltag zu beschleunigen. Allerdings zeigt sich hier auch gleich die Schwäche von Fold-Smartphones: Wer sie im aufgeklappten Zustand nicht für Multitasking nutzt, hat kaum einen merklichen Vorteil gegenüber klassischen Smartphones. 

Auch die Annahme, man könnte Videos auf einem grösseren Display geniessen, trügt. Die meisten Klapp-Handys im Buchformat sind aufgeklappt mehr oder weniger quadratisch, also im 1:1 Format. Für Videos, die im 16:9-Format angezeigt werden, bringt das überhaupt nichts. Und so hat man am Ende nur ein teures Smartphone, dessen Potenzial man nicht nutzt.
Ähnlich sieht es bei Falt-Handys im Flip-Format aus. Sie bieten im Wesentlichen zwei Hauptvorteile:

  • Dank des kleineren Aussendisplays lassen sich mit der Hauptkamera Selfies machen.
  • In zugeklapptem Zustand passt das Gerät auch in sehr kleine Hosentaschen.

Ansonsten ist der Nutzen gegenüber klassischen Smartphones eher bescheiden. Zumal man bei klassischen Smartphones Geräte mit besseren Kameras für weniger Geld erhält – irgendwo müssen die Hersteller am Ende sparen, um die Preise zu drücken.

2026: ein Wendepunkt?

So kann gesagt werden: Auch wenn viele Vorurteile von Falt-Handys heutzutage nicht mehr stimmen, lohnt sich ein Kauf nur selten. Nur wer die wenigen Vorteile wirklich ausnutzt und regelmässig benötigt, wird mit einem Falt-Smartphone glücklich.

Und trotzdem dürfte Falt-Smartphones 2026 ein grosses Jahr bevorstehen. Denn nun dringen die ersten sogenannten TriFold-Smartphones auf den Markt, Bild 8. Das sind Handys, die sich dreifach aufklappen lassen. Damit wird aus einem vermeintlich normalen Smartphone plötzlich ein grosses Tablet. Mit passendem Zubehör wie einer Tastaturhülle wird daraus sogar ein kleiner Laptop. Und auch Videos schauen, macht auf solchen Geräten Spass. Huawei und Samsung haben ihre Modelle bereits präsentiert. Man darf gespannt sein, wie schnell die anderen Hersteller nachziehen.

Bild 8: Samsung hat im Dezember 2025 sein erstes TriFold-Handy vorgestellt

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