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Lesedauer 5 Min.

Finanzen im Griff - PCtipp zeigt wie

In einer digitalen Finanzwelt kann es schnell passieren, dass man den Überblick über seine Geldflüsse verliert. Zum Glück gibt es mittlerweile etliche nützliche Apps, die einem helfen, die Kontrolle zu behalten.
© ChatGPT

Ein Streaming-Abo hier, Onlineshopping dort, schnell ein Kaffee unterwegs – Geld auszugeben war noch nie so einfach. Kontaktloses Bezahlen sorgt dafür, dass wir Beträge kaum noch bewusst wahrnehmen. Am Ende des Monats stellt sich oft die Frage: Wo ist das Geld eigentlich geblieben?

Wer Ordnung in seine Finanzen bringen möchte, benötigt weder komplizierte Excel-Tabellen noch Börsenwissen. Schon ein paar gut gewählte Apps helfen, Ausgaben sichtbar zu machen, Budgets realistisch zu planen oder gemeinsame Kosten sauber aufzuteilen. Wir zeigen Anwendungen, die auch in der Schweiz problemlos nutzbar sind – ohne Banking- oder Investment-Fokus. Alle Apps sind sowohl für Android und iOS im jeweiligen App-Store für Ihr Smartphone erhältlich.

Beträge fair teilen

Ferien mit Freunden, WG-Einkäufe oder das Geburtstagsgeschenk im Kollegenkreis: Einer zahlt, alle profitieren. Doch am Schluss weiss niemand mehr genau, wer wem wie viel schuldet. Genau hier setzt Splitwise an. Die App erlaubt es, Gruppen zu erstellen und Ausgaben laufend zu erfassen, Bild 1. Jede Person, die in der Gruppe ist, kann ihre Ausgaben erfassen, die sie für die Gruppe getätigt hat.
Sobald man die Gruppe abrechnet, rechnet die App alle Beträge jedes Users gegen. Am Ende zeigt sie an, wie viel jeder einer anderen Person aus der Gruppe bezahlen muss, damit die Schulden ausgeglichen sind. Das praktische an der App: Oft werden Beträge so gegengerechnet, dass Sie selbst in Gruppen mit mehreren Personen am Ende nur einer Person Geld überweisen müssen.

Unterstützt werden bei Splitwise verschiedene Währungen, darunter auch Schweizer Franken. Eine direkte Bankanbindung ist nicht nötig, Splitwise dient rein der Berechnung. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Leider ist die kostenlose Basisversion von Splitwise im Jahr 2026 stark eingeschränkt worden. Nutzer können lediglich vier Ausgaben pro Tag erfassen. Für eine intensive Nutzung, etwa während einer Gruppenreise, ist das kostenpflichtige Pro-Abonnement für etwa 40 US-Dollar pro Jahr inzwischen fast unumgänglich.
 

Bild 1: Mit Splitwise kann man gemeinsame Ausgaben ganz einfach tracken und ausgleichen

© PCtipp

Geld überweisen

Auch die bekannte Schweizer App Twint hat zwei Funktionen, die helfen, Ausgaben zwischen Personen zu managen. Mit der Funktion Anfordern lassen sich Beträge direkt bei einer Person einziehen. Noch praktischer für Gruppen ist Aufteilen: Man gibt den Gesamtbetrag ein und wählt die beteiligten Kontakte aus. Twint verschickt automatisch Zahlungsanfragen, Bild 2.

Der Vorteil: Das Geld wird direkt überwiesen, ohne Zwischenschritt über eine Dritt-App. Für einmalige Anlässe oder kleinere Gruppen ist das eine einfache Lösung. Komplexe Abrechnungen über 
einen bestimmten Zeitraum wie bei Splitwise sind allerdings nicht möglich.
 

Bild 2: Mit Twint kann man Beträge aufteilen – gleichmässig oder individuell

© PCtipp

Budgetberater

Viele wissen, was sie verdienen, aber nicht, was sie ausgeben dürfen. BudgetCH der Budgetberatung Schweiz bietet hier Orientierung mit klarer Schweizer Perspektive. Sie basiert auf Richtwerten, die an hiesige Lebenshaltungskosten angepasst sind: Miete, Krankenkasse, Steuern oder Mobilität werden allesamt realistisch berücksichtigt. 

Das unterscheidet sie von vielen internationalen Budget-Apps. Nutzer erfassen Einnahmen und variable Ausgaben manuell. Ein entscheidender Vorteil ist jedoch, dass einmal definierte Fixkosten (wie zum Beispiel Versicherungen oder Miete) automatisch vom verfügbaren Budget monatlich abgezogen werden und nicht einzeln erfasst werden müssen, Bild 3.

Gerade für Lehrabgänger, junge Familien oder Personen mit einem knappen Budget ist die App eine solide Grundlage für eine nachhaltige Finanzplanung. Zu beachten ist lediglich, dass die App ausschliesslich Schweizer Franken unterstützt und für den Datenexport in Excel eine einmalige Gebühr von 4 Franken anfällt.
 

Bild 3: Hinter der App BudgetCH steht die Budgetberatung Schweiz

© PCtipp

Haushaltsbuch führen

Wer es strukturierter mag, findet in der App Haushaltsbuch MoneyControl ein digitales Haushaltsbuch mit klarer Systematik. Budgets lassen sich definieren, Projekte anlegen und Kategorien individuell anpassen.

Die App eignet sich für Nutzerinnen und Nutzer, die detailliert nachvollziehen möchten, wohin ihr Geld fliesst. Grafische Auswertungen zeigen, wie sich Fixkosten, variable Ausgaben und Sparziele entwickeln, Bild 4.

Die App «Haushaltsbuch MoneyControl» richtet sich eher an Personen, die Zahlen mögen und bewusst planen wollen, und weniger an Gelegenheitsnutzer.

Achtung: Es gibt etliche Apps namens «Money Control». Achten Sie darauf, dass der Name exakt übereinstimmt mit Haushaltsbuch MoneyControl und der Herausgeber Priotechs IT ist.
 

Bild 4: Fans von Statistiken werden «Haushaltsbuch MoneyControl» lieben

© PCtipp

Budget & Finanzplaner

Die App Wallet: Budget & Finanzplaner (Android) bzw. Wallet – Persönliche Finanzen (iOS) unterscheidet sich grundlegend von rein manuellen Haushaltsbüchern, da der Fokus auf der Automatisierung liegt. Die App bietet Schnittstellen zu über 15 000 Banken weltweit, wodurch Transaktionen automatisch importiert und mittels künstlicher Intelligenz kategorisiert werden, Bild 5. 

In der Schweiz sind allerdings erst die PostFinance, Revolut, HSBC und Wise verfügbar. Daten können aber auch manuell erfasst oder aus einer Datei importiert werden.

Die App eignet sich besonders für Menschen, die Trends und Ausgabemuster grafisch nachvollziehen möchten, ohne jede einzelne Ausgabe händisch eintippen zu müssen. Die App schlägt die Brücke zwischen umfassender Datenaggregation und vorausschauender Budgetplanung.
 

Bild 5: Die App «Wallet: Budget & Finanzplaner» bietet umfangreiche Möglichkeiten, um Ein- und Ausgaben zu tracken

© PCtipp

Abos im Blick

Streaming-Dienste, Cloud-Speicher, Fitness-Abo, Software-Lizenzen – viele kleine Beträge summieren sich. Genau hier setzt Subby an. Die App konzentriert sich ausschliesslich auf wiederkehrende Zahlungen, Bild 6.

Allerdings braucht es am Anfang etwas Fleissarbeit, um sämtliche Abos manuell zu erfassen. Praktisch: Sie können sogar Zahlungsintervalle definieren und Erinnerungen für Abbuchungen einstellen. Haben Sie schliesslich alle Abos erfasst, zeigt die App übersichtlich, wie hoch die monatliche und jährliche Gesamtbelastung ist.

Bild 6: Mit Subby verlieren Sie nie den Überblick über Ihre digitalen Abos

© PCtipp

Tipp: Sicherheit nicht vergessen

Finanz-Apps gehören zu den sensibelsten Anwendungen auf dem Smartphone. Auch wenn in diesem Artikel keine klassischen Banking-Apps im Zentrum stehen, lohnt sich bei Anwendungen, die mit Ihren Finanzen zu tun haben, immer ein kritischer Blick in die Berechtigungen und den Datenschutz der App.

Wer auf eine manuelle Erfassung setzt, vermeidet unnötige Schnittstellen zu Bankkonten. Zudem empfiehlt es sich, das Smartphone zusätzlich mit einem sehr starken Code oder biometrischer Sperre zu schützen.

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