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Lesedauer 9 Min.

Der grosse KI-Vergleich vom PCtipp

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Doch die Auswahl an KI-Chatbots ist gross. Wir stellen die wichtigsten Akteure vor.
© Gemini

Der Artikel stammt aus der Print-Ausgabe des PCtipp. In der schnelllebigen KI-Branche können sich Angaben aus dem Artikel schon geändert haben.

Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb weniger Jahre vom Experiment zur praktischen Alltagshilfe entwickelt. Heute lassen sich mit einem KI-Chatbot E-Mails formulieren, Ferien planen, Texte korrigieren oder komplexe Themen erklären.

Der Markt wächst schnell, ständig werden neue Chatbots vorgestellt. Dieser Überblick vergleicht sechs der derzeit wichtigsten KI-Assistenten: OpenAIs ChatGPT, Google Gemini, Claude von Anthropic, Perplexity, Microsoft Copilot und Elon Musks Grok. Im Fokus stehen dabei die Fragen: Was kann die KI im Alltag, wie gut ist die Gratisversion und wann lohnt sich ein Abo?

ChatGPT

ChatGPT (chatgpt.com) ist noch immer die bekannteste KI. Die aktuelle Generation basiert auf den neuesten GPT-Modellen und gilt als besonders vielseitig. Die künstliche Intelligenz kann Texte schreiben, Bilder erzeugen, Dokumente analysieren oder bei komplexen Fragen helfen, Bild 1.

Bild 1: ChatGPT ist weltweit noch immer die führende KI-Assistenz

© PCtipp

Im Alltag wird ChatGPT oft als universeller Assistent genutzt. Sie können etwa E-Mails formulieren lassen, ein Bewerbungsschreiben verbessern, eine Reise planen oder ein schwieriges Thema erklären lassen. Auch Tabellen, PDFs oder andere Dokumente kann die KI analysieren. Bilder können nicht nur erstellt, sondern mit dem richtigen Prompt auch verändert werden.

Neu ist, dass OpenAI angekündigt hat, Werbung direkt in ChatGPT-Chats einzublenden. Die Werbung erscheint in der Gratisversion sowie im neuen Abo ChatGPT Go, Bild 2.

Die Tarife Plus und die teureren Abos sollen dagegen werbefrei bleiben. OpenAI betont, dass Werbung klar gekennzeichnet werde und keinen Einfluss auf die Antworten des Chatbots haben solle.

Bild 2: Beim Abschliessen des Abo ChatGPT Go wird darauf hingewiesen, dass Werbung angezeigt wird

© PCtipp
Kosten

ChatGPT gibt es in einer kostenlosen Version, die für viele Alltagsaufgaben gut ausreicht, aber Nutzungslimits hat. Mehr Funktionen gibt es ab 7 Franken pro Monat, Bild 3. Dieser Tarif bietet höhere Nutzungslimits, blendet künftig aber Werbung ein. Wer den vollen Funktionsumfang ohne Werbung möchte, benötigt das Plus-Abo ab 20 Franken im Monat.

Vorteile
  • Sehr vielseitiger KI-Assistent

  • Gute Qualität bei Texten und kreativen Aufgaben

  • Viele Zusatzfunktionen wie Bildgenerierung oder Dokumentanalyse

  • Apps für Handy, Webbrowser und Desktop

Nachteile
  • Gratisversion mit relativ strengen Nutzungslimits

  • Einige Funktionen nur im Bezahlabo

  • Bildgenerierung ist zwar gut, aber Google Gemini unterlegen

Gemini

Gemini (gemini.google.com) ist der KI-Assistent aus dem Hause Google und stark mit den eigenen Diensten verknüpft, Bild 4. Gemini ist mittlerweile auf allen Android-Smartphones standardmässig verfügbar. Zukünftig wird die KI auch die KI-Funktionen von Apple im Hintergrund bereitstellen.

Bild 4: Googles KI heisst Gemini und ist unter anderem auch auf Android verfügbar

© PCtipp

Ein grosser Vorteil von Gemini ist die enge Integration in Googles Apps. Die KI kann zum Beispiel E-Mails zusammenfassen, Dokumente bearbeiten oder bei Präsentationen helfen. Auch die Suche nach Informationen funktioniert sehr gut, weil Gemini direkt auf Googles Infrastruktur zugreifen kann.

Führend ist Gemini inzwischen bei der Bildgenerierung. Hier hat Geminis seinen grossen Konkurrenten ChatGPT inzwischen abgehängt, was die Qualität betrifft. Ausserdem können Sie mit Gemini ebenfalls Videos und sogar Musik generieren, Bild 5.

Bild 5: Mit Gemini lassen sich Songs von maximal 30 Sekunden erzeugen

© PCtipp
Kosten

Gemini lässt sich kostenlos im Browser oder in Google-Apps nutzen und eignet sich für einfache Aufgaben wie Fragen beantworten oder Texte schreiben. Die Abos beginnen bei 7 Franken pro Monat, Bild 6. Leistungsstärkere Modelle und zusätzliche Funktionen gibt es im Abo Google AI Pro für 17 Franken pro Monat. Meist schenkt einem Google ein oder zwei Monate, je nach Abo-Modell. Praktisch: Jedes Abo hat Cloud-Speicher inbegriffen.

Vorteile
  • Gute Integration in Gmail, Docs, Drive und Android

  • Beste Bildgenerierung unter den sechs Modellen

  • Kann auch Videos und Musik erzeugen

  • Gratisversion relativ brauchbar

Nachteile
  • Voller Funktionsumfang nur im Abo

  • Weniger attraktiv ausserhalb des Google-Ökosystems

  • Datenschutzbedenken wegen der sehr engen Google-Integration

Bild 6: Google gibt zu den KI-Abos auch noch Cloud-Speicher mit dazu

© PCtipp

Claude

Claude (claude.ai) wird vom US-Unternehmen Anthropic entwickelt und gilt als einer der wichtigsten Konkurrenten von ChatGPT, Bild 7. Besonders bekannt ist die KI für ihre sehr natürlichen Texte und ihre Fähigkeit, grosse Dokumente zu analysieren.

Viele Nutzer empfinden Claude als besonders angenehm im Gespräch. Antworten sind meist klar strukturiert, gut formuliert und verständlich. Dadurch eignet sich die KI besonders gut zum Schreiben, Überarbeiten oder Zusammenfassen von Texten.

Ein weiterer Vorteil ist die Fähigkeit, sehr lange Dokumente zu verarbeiten. Ganze Berichte oder umfangreiche PDFs lassen sich analysieren und zusammenfassen. Claude generiert allerdings keine Fotos oder Illustrationen. Im Gespräch kann die KI allerdings Diagramme, Grafiken und interaktive Visualisierungen erstellen.

Tipp: europäische oder Schweizer Alternativen?

Der KI-Markt wird derzeit klar von US-Technologiekonzernen dominiert. Dennoch entstehen in Europa zunehmend eigene Systeme. Zu einem der bekannteren gehört LeChat (chat.mistral.ai), das in Frankreich entwickelt wird. Allerdings kann es noch nicht mit der US-Konkurrenz mithalten.

In der Schweiz existieren ebenfalls Bestrebungen, eigene KI-Chatbots zu entwickeln. Diese unterstehen dabei den strengen Datenschutzrichtlinien der Schweiz. Einer davon ist etwa Lumo (lumo.proton.me) des Unternehmens Proton.

Ein weiteres Projekt nennt sich Apertus (apertus.ai). Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit der ETH Zürich, der EPFL und des Swiss National Supercomputing Centre. Primär ist es eine KI, die für die Forschung und den öffentlichen Sektor gedacht ist. Als Privatnutzer können Sie den Chatbot allerdings auch unter der Internetadresse publicai.co/chat nutzen. Zwar ist dieser Chatbot auf Text limitiert, dafür aber mit einem tiefergreifenden Wissen über die Schweiz ausgestattet – und er versteht sogar Dialekt.

Bild 7: Claude gilt als einer der grössten Konkurrenten von ChatGPT

© PCtipp
Kosten

Claude bietet ebenfalls eine Gratisversion, die sich gut für gelegentliche Fragen oder kürzere Texte eignet, jedoch mit strengen Nutzungslimits. Wer die KI regelmässig oder für grössere Dokumente einsetzen möchte, benötigt ein Abo ab ca. 17 Franken pro Monat, Bild 8.

Vorteile
  • Sehr natürliche und gut strukturierte Texte

  • Stark bei der Analyse langer Dokumente

  • Gute Fähigkeit, auch komplexe Aufgaben zu verstehen

  • Übersichtliche Oberfläche

Nachteile
  • Gratisversion relativ stark limitiert

  • Weniger multimediale Fähigkeiten als die Konkurrenz

Bild 8: Claude bewegt sich beim Preis in etwa im Bereich der Konkurrenz

© PCtipp

Perplexity

Perplexity (perplexity.ai) funktioniert etwas anders als klassische KI-Chatbots. Der Dienst kombiniert eine Suchmaschine mit einer KI-Antwort, Bild 9.

Statt nur einen generierten Text zu liefern, zeigt Perplexity auch eine ausführliche Auflistung der Quellen und Bilder an. Diese sind – ähnlich wie bei der Google-Suche – über Tabs/Reiter erreichbar.

Das macht die Plattform besonders interessant für Rechercheaufgaben. Wer Informationen sucht, erhält eine kompakte Zusammenfassung und kann gleichzeitig prüfen, woher die Informationen stammen. Im Alltag wirkt Perplexity deshalb wie eine Mischung aus Google-Suche und Chatbot. Für Recherche, Studium oder Faktenchecks ist das Tool besonders praktisch.

Bild 9: Perplexity ist eine Mischung aus Chatbot und Suchmaschine

© PCtipp

Sicherheit: die Risiken einer KI

KI-Chatbots wirken heute oft erstaunlich menschlich. Das kann hilfreich sein, etwa beim Lernen oder beim Schreiben von Texten. Gleichzeitig warnen Fachleute vor möglichen Risiken.

Überzeugende Kommunikation

Moderne Chatbots formulieren Antworten so, dass sie logisch, strukturiert und selbstbewusst wirken. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, die KI wisse genau, wovon sie spricht, auch wenn die Information falsch ist.

Gefahr von Bestätigungsschleifen

Chatbots sind darauf ausgelegt, Gespräche fortzuführen und Fragen zu beantworten. Wenn Nutzerinnen und Nutzer sehr einseitige oder problematische Gedanken äussern, kann die KI diese teilweise ungewollt verstärken, statt sie zu hinterfragen.

Emotionale Bindung möglich

Einige Menschen nutzen KI-Chatbots regelmässig für Gespräche oder persönliche Fragen. Experten warnen, dass dabei eine emotionale Bindung entstehen kann, obwohl es sich nur um ein Computerprogramm handelt.

Experten statt KI

KI sollte als Werkzeug betrachtet werden, nicht als Ersatz für medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung. Bei ernsthaften Problemen ist professionelle Hilfe immer der richtige Weg.

Kosten

Perplexity kann kostenlos genutzt werden und erlaubt unbegrenzte einfache Suchanfragen. Einschränkungen gibt es bei sogenannten Pro-Suchen mit leistungsstärkeren KI-Modellen, von denen nur wenige pro Tag verfügbar sind. Das Pro-Abo ab etwa 17 Franken pro Monat hebt diese Limits deutlich an. Für Studierende oder Lehrkräfte gibt es ausserdem knapp 50 Prozent Rabatt.

Vorteile

Antworten mit Quellen und Links

Sehr gut für Recherche und Faktenchecks

Schnelle Übersicht über Themen

Klar strukturierte Ergebnisse

Nachteile

Weniger kreativ beim Schreiben

Teilweise abhängig von Webquellen

Erweiterte Funktionen nur im Pro-Abo

Copilot

Copilot (copilot.microsoft.com) ist der KI-Assistent von Microsoft und stark in Windows, Edge und die Office-Programme integriert. Wer Word, Excel oder PowerPoint nutzt, kann Copilot direkt in diesen Anwendungen einsetzen. Er ist aber auch in einer kostenlosen Version im Browser erreichbar, ganz so wie ChatGPT & Co., Bild 10.

Im Alltag kann Microsofts Copilot zum Beispiel E-Mails formulieren, Excel-Tabellen analysieren oder Präsentationen erstellen. Auch im Windows-System selbst kann die KI helfen, Einstellungen zu finden oder Dateien zu organisieren.

Gerade für Büroarbeit ist Copilot interessant, weil die künstliche Intelligenz direkt in den Programmen arbeitet, die viele Menschen ohnehin täglich verwenden.

Bild 10: Copilot gibt es auch als Gratis-Browserversion

© PCtipp
Kosten

Microsoft Copilot ist in einer Basisversion kostenlos im Browser und in Windows verfügbar. Sie können dabei grundsätzlich alle Funktionen nutzen, etwa Bildergenerierung oder Tiefenrecherche. Allerdings unterliegen sie einer Limite; Pro-Nutzer werden bei der Bearbeitung von Anfragen bevorzugt.

Copilot-Pro gibt es nur in Kombination mit einem Microsoft-365-Abo. Dieses bietet eine umfassende Integration in die verschiedenen Microsoft-Produkte. Preislich geht es ab Fr. 9.95 pro Monat los, Bild 11. Auch bei diesen Abos erhalten Sie, wie bei Gemini, Cloud-Speicher dazu. Microsoft ist dabei sogar um einiges grosszügiger als Google.

Vorteile
  • Enge Integration in Microsoft-Programme

  • Besonders nützlich für Office-Aufgaben

  • Gute Unterstützung in Excel und Word

  • Direkt in Windows verfügbar

Nachteile
  • Wirklich stark erst mit Microsoft-365-Abo

  • Weniger kreativ als einige Konkurrenten

  • Starke Bindung an Microsoft-Produkte

Bild 11: Wer die umfangreiche Version von Copilot will, bekommt diese nur mit einem Abo

© PCtipp

Grok

Grok (grok.com) ist der KI-Chatbot des Unternehmens xAI von Elon Musk. Die KI ist eng mit der Plattform X (früher Twitter) verbunden und kann Inhalte aus dem Netzwerk einbeziehen, Bild 12. Dadurch eignet sich Grok besonders für aktuelle Informationen, Trends oder Diskussionen im Internet.

Bild 12: Grok fällt vorwiegend durch eher lockere Richtlinien auf

© PCtipp

Der Assistent verfolgt bewusst einen lockereren und teilweise provokativeren Stil als viele andere Chatbots. Das hat in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt.

Auch in den vergangenen Monaten stand Grok mehrfach in den Negativschlagzeilen. Kritiker bemängeln vor allem, dass die Moderation weniger streng ist als bei vielen anderen KI-Diensten. In verschiedenen Fällen lieferte der Chatbot beleidigende oder respektlose Antworten auf bestimmte Fragen.

Besonders stark kritisiert wurde zudem eine frühe Funktion, mit der sich auf Anfrage Nacktbilder realer Personen generieren liessen. Diese Möglichkeit löste eine breite Debatte über Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und die Verantwortung von KI-Anbietern aus.

Kosten

Grok kann kostenlos genutzt werden, allerdings mit begrenzter Anzahl an Anfragen. Wer den Chatbot intensiver verwenden möchte, benötigt ein Abo. Im Gegensatz zu allen anderen Anbietern in diesem Vergleich, bietet Grok nur ein Premium-Abo an. Dieses kostet 30 Franken pro Monat.

Vorteile
  • Zugriff auf aktuelle Inhalte aus der Plattform X

  • Gute Informationen zu Trends und aktuellen Themen

  • Schnelle Web- und Social-Recherche

Nachteile
  • Stark an Plattform X gebunden

  • Weniger verbreitet als andere KI-Assistenten in diesem Vergleich

  • Teilweise unberechenbarer Ton

Sicherheit: Datenschutz bei KI-Chatbots

Beim Einsatz von KI-Assistenten sollten Nutzerinnen und Nutzer einige Punkte beachten: Viele Anbieter speichern Informationen, die Sie eingeben, und nutzen sie, um ihre KI-Modelle zu trainieren. In der Regel werden die Daten vorher anonymisiert. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Daten zum Training verwendet werden, lässt sich dies oft in den Einstellungen deaktivieren. Trotzdem sollten sie keine sensiblen Informationen einer KI anvertrauen. Das wird umso wichtiger, da die meisten grossen KI-Dienste ihre Infrastruktur in den USA betreiben. Damit gelten andere Datenschutzregelungen als in der Schweiz oder der EU.

Unser Tipp: KI-Chats sollten ähnlich behandelt werden wie öffentliche Onlinedienste: Persönliche Daten, Passwörter oder vertrauliche Dokumente gehören grundsätzlich nicht hinein.

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