Testcenter
«Entgoogeltes» Smartphone Murena 2 im PCtipp-Test
Murena, die Marke, die bereits ein ent-googeltes Smartphone lanciert hat (PCtipp-Test gibts hier), hat im Oktober 2023 den Nachfolger, das Murena 2, vorgestellt. Das nötige Kleingeld für die Massenproduktion sammelte das Unternehmen erfolgreich über eine Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne.
Wer Murena-Handys noch nicht kennt: Murena-Smartphones sind Telefone mit dem Betriebssystem /e/OS. Kurz gesagt, ist es ein «entgoogeltes» Android-OS. Das Android-OS ist quelloffen, ohne dass Google-Apps oder -Dienste auf die persönlichen Nutzerdaten zugreifen können. Seit vergangenem Jahr gibt es auch eine e/OS-Version vom Fairphone 4.
Das Murena 2 nach der Inbetriebnahme: App Lounge statt Play Store, Galerie statt Google Fotos, Karten statt Google Maps, Mail statt Gmail und Open Camera statt eine Herstellerspezifische Kamera-App
Quelle: cma/PCtipp.chDie Inbetriebnahme geht relativ flott vonstatten, wenn man mit Android vertraut ist. Da man jedoch nicht – wie die meisten das machen dürften – Google-Konten und -Dienste zwischen altem und neuem Gerät synchronisiert, dauert das Herunterladen und Einloggen bei zahlreichen Apps seine Zeit. Aber alle Apps, die ich verwende – zum Beispiel Microsoft Teams, SBB Mobile, LinkedIn, Twint etc. konnte ich via App Lounge herunterladen und ohne Probleme verwenden.
Was e/OS-Neulinge erwartet: App Lounge statt Play Store, Galerie statt Google Fotos, Karten statt Google Maps, Mail statt Gmail und Open Camera anstelle einer Hersteller-spezifischen Kamera-App. Hierüber habe ich bereits beim Test des Murena One detailliert berichtet. Mehr dazu finden Sie über diesen Link (siehe Google-App Alternativen).
Positiv zu erwähnen ist übrigens die Service-Dauer: Die Betreiber schreiben auf der Webseite, man sei bemüht, mindestens 5 Jahre lang Software-Updates und Sicherheits-Patches zur Verfügung zu stellen.
Unterschiede Murena One und Murena 2 (Specs)
Die Unterschiede sind leider schnell zusammen gefasst. Das Murena 2 kommt im 6,43-Zoll-Format und ist somit im Vergleich zum Vorgänger minimal kleiner (Murena One: 6,53"). Das Handy mit Super-AMOLED-Display misst 15,79 × 7,33 × 0,78 Zentimeter (Murena One: 16,18 × 7,69 × 0,89 cm) und ist mit 182 Gramm minimal leichter (One: 186 g). Der Hauptunterschied sind die Kill-Switches.Kill-Switches
Speziell ist eine Privacy-Switch-Taste, die es Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, Mikrofon und Kamera auszuschalten. Ausserdem ist das Smartphone mit einem Trennungsschalter ausgestattet, der alle Netzaktivitäten unterbrechen und Geräusche abschalten kann, um sich vor Ablenkungen zu schützen: Keine eingehenden Anrufe, keine Benachrichtigungen, keine störenden Geräusche. Das klingt schon mal ziemlich cool.
Der Trennungsschalter des Murena 2
Quelle: Murena
Auch beim Display wurde optimiert: Neu wird ein FHD+-Super-AMOLED-Display (Auflösung: 2400 × 1080 Pixel) verbaut. Beim Murena One war es noch ein IPS-LCD-Display (Auflösung: 2242 × 1080 Bildpunkte).
Zu den Kameras: Beim Murena 2 erhalten Hobbyfotografen eine 25-MP Front- und eine Dreifach-Rückkamera (64 MP, 13 MP und 5 MP) für Fotos und Selfies. Murena hat somit die Kameras ein wenig besser ausgerüstet (One: 25 MP Selfiecam, 3 Rückkameras mit 48-, 8- bzw. 5-Megapixel-Sensoren).
Beim Nachfolger arbeitet ein 2,1-GHz-Octa-Core-Prozessor mit 8 GB RAM (One: Mediatek Helio P60-CPU, 4 GB RAM). Ansonsten: Beide verfügen über 128 GB internem Speicher, 4G (LTE), Dual-SIM und eine nicht austauschbare Batterie.
Erfahrungen mit dem Murena 2
Was mir gefallen hat
Kurz: Das Highlight waren für mich die beiden Kill-Schalter (Datenschutz- und Trennungsschalter). Das Murena 2 verfügt seitlich je über einen kleinen, physischen Schalter.
Der Datenschutzschalter
Wenn Sie den runden Datenschutzschalter (linke Seite) nach unten schieben, wird die Hardwareverbindung der Kameras und Mikrofone des Geräts unterbrochen. Der Schalter erzeugt eine Schaltungssperre – laut Murena soll dies verhindern, dass Kamera und Mikrofon gehackt werden können.
Nö, Ihre Handykameras sind nicht futsch. Sie haben (wohl aus Versehen) nur die Privacy-Switch-Taste aktiviert
Quelle: cma/PCtipp.chDer Trennungsschalter
Ist der Trennungsschalter aktiviert (rechte Seite), wird automatisch der Flugmodus aktiviert und das Telefon stummgeschaltet. Keine eingehenden Anrufe, keine Ablenkungen. Diesen Schalter habe ich geliebt. Es ist zeitsparend und ich gönne mir zwischendurch eine Flugmodus-Phase, wenn ich konzentriert arbeiten muss – oder einfach mal eine Pause vor der digitalen Welt haben will. Die beiden Killschalter werde ich vermissen.
Wenn Sie diesen Screen sehen, ist der Trennungsschalter aktiv. Und Sie können gleich mit Googles Chrome-Dino spielen (was ein wenig ironisch ist auf einem de-googled Smartphone)
Quelle: cma/PCtipp.chBei den Kameras merkte man tagsüber, dass es ein leichtes Upgrade gab. Bei Fotos bei Nacht jedoch nicht, da ist das Murena 2 noch immer etwas überfordert. Da man Open Camera verwendet, kann man einige Sachen einstellen, allerdings gibt es keine Hersteller-KI, die einem zum Beispiel einen Nachtmodus anbietet.
Kommentare