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Lesedauer 5 Min.

Hybrid-Smartwatch Charter HR im Test

Die Damen-Smartwatch von Fossil verbindet klassische Uhr und einige smarte Funktionen. Je nach Erwartungshaltung kann sie überzeugen.

Optisch gefällt die Hybrid-Smartwatch Charter HR in der Edelstahl-Version in Roségold

© (Quelle: Fossil)

Fossil vereint bei der Damen-Hybrid-Smartwatch Charter HR ein klassisches Uhrmodell mit einigen smarten Funktionen. Das uns von Fossil zur Verfügung gestellte Testgerät kommt in der Edelstahl-Edition in Roségold. Die Länge des Armbands kann über den Verschluss (verschieben) ans Handgelenk angepasst oder das Band ohne Weiteres abgenommen und ausgetauscht werden.

Die Hybridwatch mit 4,2-Zentimeter-Gehäuse (nur diese Grösse verfügbar) und 1,1-Zoll-Display gefällt mir grundsätzlich optisch gut und fühlt sich wertig an. Es handelt sich um ein E-Ink-Display mit einer Auflösung von 240 × 240 Pixeln (218 ppi). Auf dem inneren Display, genannt aktiver Displaybereich (2,7 cm), sind nebst Uhrzeit, Wetter, Schritten, Herzschlag und Datum auch der Wochentag ersichtlich. Einzig das äussere, schneeweisse Ziffernblatt mit Strichen für die Uhrzeit ist etwas breit geraten und hebt sich für meinen Gusto ein wenig zu deutlich vom – darunter liegenden – restlichen, etwas milchig wirkenden Display ab – doch das ist wie gesagt Geschmackssache. Wer es gerne ganz klassisch mag, kann die smarten Infos auch abstellen (siehe Bildergalerie unten).

Bedienung

Auf der rechten Seite befinden sich drei kleinere Steuerungstasten. Über die App gibt es drei Varianten, diese Tastenbelegung zu personalisieren. Sinnvollerweise bewegen sich die Zeiger in eine horizontale Position, wenn man die mittlere Taste lange drückt. Da die Informationen stets nur ober- oder unterhalb der so positionierten Zeiger erscheinen, verdecken sie keine Informationen und sind somit nie im Weg.

Mit der mittleren Taste gelangt man ins Menü. Um die Steuerung per Tasten zu verinnerlichen, braucht man einen Moment; ganz so intuitiv ist sie nicht.

Was mir trotz Tasten immer wieder fehlt, ist ein Touchscreen. Zwar kann man nachts die Uhrzeit sehen, indem man doppelt auf das (innere) Display tippt und somit eine Beleuchtung aktiviert. Die mittlerweile gewohnten Wischgesten verlaufen aber ins Leere. Wer also Details zu seinen Schritten oder dem Ruhepuls möchte, der muss sich per Tasten durchs Menü drücken. Oder stets das Smartphone griffbereit halten.

Wer die Benachrichtigungen auf der Hybridwatch liest (muss via App aktiviert werden), wird möglicherweise vorgefertigte Antworten oder noch besser solche, die man in der App definieren könnte, vermissen. Man kann nur auswählen zwischen Zurück oder Nachricht löschen.

Die Uhr findet übrigens das via Bluetooth gekoppelte Smartphone und lotst Sie mit einem Klingelton an die richtige Stelle. Via App findet man auch die Uhr und kann sie via Karte anzeigen lassen. Was Fossils Charter HR nicht bietet, sind direkte Telefonie respektive Musikabspielung über die Uhr, da sie weder über einen Lautsprecher noch über ein Mikrofon verfügt. Anrufe können via Hybridwatch angenommen oder abgelehnt werden, um dann am Smartphone mit dem Anrufer zu sprechen.

Der Akku hielt im Test nicht ganz zwei Wochen durch (je nach Nutzung), was ein sehr gutes Ergebnis ist und knapp an die Huawei Watch GT 2 (PCtipp-Test) herankommt. Die Huawei Watch GT 2 bietet allerdings mehr Features und ist trotzdem mittlerweile etwas günstiger zu haben.

Musik steuern, App und Fitness sowie Fazit

Musik steuern

Leider bietet die Damen-Hybrid-Smartwatch keine Möglichkeit, Songs lokal zu speichern. Mit nur 16 MB Speicher käme man da auch nirgends hin. Allerdings kann man die Musik auf seinem Smartphone steuern. Wie das geht, ist in diesem Tipp erklärt.

Musiksteuerung in Aktion

© Quelle: cm/PCtipp

App und Fitness

Die Damen-Smartwatch kommt nicht mit dem Uhren-Betriebssystem von Google, sondern einer Eigenentwicklung von Fossil für Hybriduhren, genannt Fossil Hybrid.

Über die App aktiviert man Benachrichtigungen und Anrufe. Wie oben erwähnt, kann man zwar Nachrichten lesen, aber nicht darauf antworten – weder mit Emoji noch mit Text, geschweige denn mit Audionachrichten.

Fossil nutzt als Uhren-Betriebssystem und App eine Eigenentwicklung für Hybriduhren: Fossil Hybrid

© Quelle: Screenshots/PCtipp

Per App finden Sie Details zu Schritten, aktiven Minuten, Ruhepuls und Schlaf. Mit Tabellen oder Balkendiagrammen werden Ihre Leistungen von HeuteWoche und Monat angezeigt.

Aktive ohne grosse Ambitionen können mit der Fossil-Hybriduhr auch ihr Training im Blick haben. Die Charter HR bietet einen Aktivitätstracker, Beschleunigungsmesser und Herzfrequenzsensor. Unter Training findet sich gerade mal eine Option für ein Kardio-Training. Beispielsweise beim Hampelmann-Machen oder Froschhüpfen werden der Puls und die verbrannten Kalorien gemessen. Wenig mehr findet sich in der App unter aktive Minuten. Frauen, die nicht zwingend eine Hybridwatch wünschen, aber viel Wert auf Sport und Fitness legen, sind diesbezüglich sowohl mit Fitbits Versa und Versa 2 als auch mit der Galaxy Watch Active 2 von Samsung (Test) besser bedient.

Fazit

Wer auf der Suche nach einer eleganten Kombination von traditioneller Uhr und den wichtigsten smarten Funktionen ist, das Gerät selten laden möchte und kein Fitness-Chichi braucht, für den kann ich die Uhr empfehlen. Möchte man allerdings via Uhr telefonieren, auf Benachrichtigungen antworten, minimale Fitnessprogramme nutzen oder legt Wert auf ein Touchdisplay, dann wäre wohl die Fossil Q Venture HR der 4. Generation, die PCtipp hier getestet hat, die bessere Option. Mir persönlich fehlten genau diese Funktionen.

Die Bewertung kam zustande durch die zuverlässige Abdeckung der wichtigsten Funktionen wie Benachrichtigungen, Aktivitäts- und Schlaftracking, Musiksteuerung, der Fossil-eigenen App, dem Design und einer sehr guten Akkulaufzeit von knapp zwei Wochen – ohne Letzteres wären es wohl 3,5 Sterne gewesen.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Akkulaufzeit
  • Musiksteuerung (Smartphone)
  • Verarbeitung
  • Benachrichtigungen
  • Herzfrequenzsensor
  • Aktivitäts- und Schlaftracking
  • Kein Touchscreen
  • kein Mikrofon/Lautsprecher
  • keine Musik lokal speicherbar
  • kein NFC
  • kein WLAN
  • kein GPS

Details:  4,2-Zentimeter-Gehäuse, 1,1-Zoll-E-Ink-Display, Auflösung: 240 × 240 Pixel (218 ppi), Bluetooth, Ambiq-Apollo-2-Prozessor, 16 MB Speicher, 265 KB RAM, Aktivitätstracker, Beschleunigungsmesser, Herzfrequenzsensor, Musiksteuerung, benutzerdefinierte Drücker, Benachrichtigungen, individuell einstellbare Zifferblätter, 3 ATM, Smartphone-Suche, Wecker, Timer, Stoppuhr, kompatibel mit Android und iOS, Plattform: Eigenentwicklung Fossil Hybrid (Version DN1.0.2) inkl. Hybrid-App. (Unsere Bewertungsskala reicht von 1 bis 5. Die Bestnote ist 5.)

Preis:  229.00

Infos: 
 www.fossil.com/de-de/products/

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