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Lesedauer 4 Min.

Im Test – Fritz!Box 4690

Das Internetmodem wird meist vom Provider bereitgestellt. Reicht dieses nicht für ein flächendeckendes WLAN, hilft ein Wi-Fi-Router ohne Modem weiter – etwa die Fritz!Box 4690 mit neuesten Standards wie Wi-Fi 7, WLAN-Mesh und 10-Gbit-WAN.
© Fritz!

Wer in der Schweiz ein Internet-Abo abschliesst, erhält ein Internetmodem, das meist Router-Funktionalitäten und Wi-Fi mitbringt. Je nach Situation reicht das nicht. In grösseren oder verwinkelten Wohnungen sowie in Häusern gelangt das Funksignal nicht in jede Ecke.

Vielleicht ist der Modem-Router des Providers auch nicht mehr das neueste Modell und unterstützt nicht die aktuellen Wi-Fi-Standards. Oder wie bei mir zu Hause: Das Modem steht im Keller bei einem Verteilerkasten und speist das ganze Haus mit kabelgebundenem Internet. Doch von dort gelangen die Funksignale nicht in die oberen Stockwerke.

In all diesen Situationen muss das Wi-Fi-Signal optimiert werden. Gängige Lösungen dafür sind Repeater, Access Points oder Mesh-Adapter.

Repeater nehmen allerdings das Drahtlossignal des Modem-Routers nur entgegen, bereiten es auf und senden es weiter. Sie können auch nicht gleichzeitig senden und empfangen. Die Nachteile sind schlechtere Bandbreiten, erhöhte Latenzzeiten und Funkkollisionen. Auch der Wechsel der Endgeräte zwischen den Funkzellen klappt nicht immer reibungslos. Dafür bieten sie eine einfache, drahtlose Installation.

Besser ist ein Access Point. Er bietet die maximale Bandbreite, eine minimale Latenz und keine Funkkonflikte, da er per Kabel mit dem Modem-Router verbunden wird. Ein Nachteil bleibt jedoch: Der nahtlose Wechsel der Endgeräte zwischen Router und Access Point läuft nicht immer sauber.

Das beherrschen erst die Mesh-Adapter, die alle Vorteile eines Access Points mit dem Komfort eines Repeaters kombinieren. Allerdings sind Mesh-Systeme sehr teuer und je nach Wohnungsgrösse auch zu viel des Guten. Nicht jeder benötigt zwei oder drei zusätzliche Adapter für ein flächendeckendes WLAN.

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es mit einer flexiblen Lösung wie der Fritz!Box 4690. Sie ist High-End-Router, Access Point, und Mesh-System in einem. Sie stellt einerseits schnelles Wi-Fi 7 bereit, erweitert das Netzwerk aber auch um 10-Gbit-LAN, Mesh-Funktionalitäten und sogar um eine Telefonzentrale und Smarthome-Features. Sie lässt sich per Kabel mit dem Modem-Router verbinden oder auch via Wi-Fi mit einem bestehenden Fritz!Box-Modem koppeln.

Die Fritz!Box ist sowohl bezüglich Kabel als auch via Wi-Fi auf dem neuesten Stand und bietet sogar DECT-Telefonie

Die Fritz!Box ist sowohl bezüglich Kabel als auch via Wi-Fi auf dem neuesten Stand und bietet sogar DECT-Telefonie

© Fritz!

Problemlose Installation

Zum Lieferumfang zählen nebst der Fritz!Box 4690 ein Netzteil, eine Netzwerkkabel und eine Kurzanleitung. Dank Letzterer ist das Einrichten ein Klacks. Sie führt einen mit Bildern durch die Grundeinrichtung. Assistenten in der Nutzeroberfläche im Webbrowser helfen zudem weiter. Und das ist eine der grossen Stärken der Fritz!-Geräte: Die Menüs und Assistenten sind intuitiv. Sie warten mit vielen verständlichen Erklärungen auf – auch für komplexere Netzwerkeinstellungen.

Die Fritz!-Geräte überzeugen mit klar strukturierten, verständlichen Einstellungsmenüs

© PCtipp

Mein Szenario: Ich will meinen Modem-Router im Keller (eine Fritz!Box 7582 von meinem Provider Green) nur als Verteiler fürs kabelgebundene Internet im Haus verwenden. Sie stellt das Signal an den Steckdosen im Wohnzimmer und den Schlafzimmern zur Verfügung. Die Fritz!Box 4690 parkiert dagegen im Wohnzimmer, ist per Netzwerkdose mit der Fritz!Box 7582 gekoppelt und offeriert im Haus alleine das Wi-Fi-Signal. Dazu musste ich in der Benutzeroberfläche unter «Internet/Internetzugang» nur die Option «Internet-Router als IP-Client» auswählen und meine Fritz!Box 4690 per gelber LAN-Buchse mit meinem Hauptrouter koppeln. Danach liess sich die WAN-Buchse sogar zu einer normalen LAN-Buchse umändern. 

Das Resultat: Mein Haupt-Router ist für das ganze Netzwerk im Haus zuständig, die Fritz!Box 4690 fungiert als Wi-Fi-Zugangspunkt und kann bei Bedarf sogar mit zusätzlichen Mesh-fähigen Fritz-Wi-Fi-Adaptern erweitert werden. Zudem habe ich nun vier weitere LAN-Buchsen für kabelgebundene Geräte wie Spielkonsolen im Wohnzimmer. Die Fritz!Box 4690 ist bei mir also Switch und Access Point in einem. Alle möglichen Konflikte mit dem Hauptrouter sind aus der Welt geschafft. Über die Browseroberfläche kann ich beide Geräte problemlos steuern und überwachen.

Die Funktion als eigener Router oder untergeordneter Client lässt sich einfach wechseln

© PCtipp

Zahlreiche Optionen

Die Einstellungsmöglichkeiten im Client-Modus sind Legion und bieten alles, was ich benötige. So lässt sich etwa einfach ein Gastzugang einrichten. Zudem kann ich WLAN-Zeiten festlegen; bei mir zu Hause ist das Wi-Fi-Signal zum Beispiel nachts inaktiv. Via USB-Buchse lassen sich Festplatten oder Drucker anschliessen und gemeinsam im Netz nutzen. Auch die DECT-Basis könnte verwendet werden, was ich allerdings nicht benötige.

Wer nachts kein Wi-Fi-Signal braucht, kann das einfach abschalten – sogar tageweise

© PCtipp

Empfehlenswert ist ebenfalls die App für Smartphones: Sie informiert über die einzelnen Verbindungen, andere Wi-Fi-Signale in der Umgebung, hilft beim Positionieren von Mesh-Geräten und misst Signalqualität und Datendurchsatz.

Die App informiert ausführlich über das heimische Netzwerk

© PCtipp

Starkes Wi-Fi

Die Signalqualität der Fritz!Box 4690 kann sich sehen lassen. In direkter Nähe betrug der reale Datendurchsatz zwischen meinem Samsung Galaxy S23 und der Fritz!Box via Wi-Fi stabile 392 Mbit/s. Ein Stockwerk höher oder tiefer waren es immer noch bis zu 80 Mbit/s. Somit reicht mir die Fritz!Box 4690 zur Abdeckung des ganzen Hauses (ca. 120 Quadratmeter Wohnfläche) mit schnellem, stabilen WLAN völlig aus – ein zusätzlicher Mesh-Adapter erübrigt sich hier.

Kritisieren könnte man höchstens, dass AVM bei der 4690 auf das ultraschnelle 6-GHz-Band verzichtet hat und sie «nur» als Dual-Band-Router (2,4 + 5 GHz) ausliefert. Da das 6-GHz-Band bei Wi-Fi 7 ohnehin sehr empfindlich auf Wände und Hindernisse reagiert, fällt das im Alltag hier zwar kaum ins Gewicht, bei einem High-End-Gerät für die Zukunft wäre es aber ein nettes Extra gewesen.

Fazit: Flexibel und schnell

Die Fritz!Box 4690 ist für mein Wohnszenario tatsächlich eine eierlegende Wollmilchsau. Für knapp 250 Franken bietet sie mir viel Flexibilität und ist High-End-Router sowie -Acces-Point in einem. Hinzu kommen das intuitive Menü, die praktische App, jahrelanger Update-Support und ganze 5 Jahre Garantie.

Testergebnis

Sehr gut

  • Reichweite, Signalstärke, Garantie, jahrelang Produkt-Updates, intuitive Benutzeroberfläche
  • Kein 6-GHz-Band

Details: Router, Wi-Fi 7 (Dual-Band; 2,4 + 5 GHz; max. 6960 Mbit/s), 1 × 10-Gbit-WAN/LAN, 1 × 10-Gbit-LAN, 3 × 2,5-Gbit-LAN, 1 × USB 3.0, Mesh Unterstützung, USB-Druckerserver, USB-NAS, VPN-Unterstützung, Gastzugang, DECT-Basis (2 × RJ11), DECT ULE, WPS, WPA3, App für Android und iOS, 5 Jahre Garantie

Strassenpreis: Fr. 248.– 

Gesehen bei: brack.ch

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