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Lesedauer 4 Min.

Im Test: Thermal Master P3

Wärmebildkameras sind praktisch, um Wärmeverluste aufzuspüren, Fussbodenheizungen zu finden, PV-Anlagen zu prüfen, Überlastungen in Schaltkästen zu entdecken oder Wild zu beobachten, um nur einige Anwendungsszenarien zu nennen. Die Thermal Master P3 funktioniert als Aufsatz für Android- und iOS-Smartphones – zu einem sehr fairen Preis.
Thermal Master P3
© Thermal Master

Die Thermal Master P3 ist nicht die erste ihrer Art, wie schon der Name verrät. Nicht nur vom chinesischen Hersteller Thermal Master gibt es mehrere Wärmebildkameras, die sich mit dem Smartphone koppeln lassen. Wir haben bereits ein ähnliches Modell des US-Produzenten Seek Thermal getestet. Preislich geben sich die beiden nichts, doch bezüglich Handling und Spezifikationen haben die Chinesen mit der P3 klar die Nase vorn.

Das Zubehör bei der Thermal Master P3 ist mehr als grosszügig

© Thermal Master

Schnell eingerichtet

Lob verdient Thermal Master beim Zubehör: Nebst der Aufsteckkamera finden sich in der Verpackung ein Verlängerungskabel, ein Lightning-Adapter, eine stabile Hülle für die Kamera und ein Handbuch, das seinen Namen verdient und auch in Deutsch ist. Praktisch: Dank USB-C funktioniert die Kamera sowohl auf Android-Geräten als auch auf neuen iPhones, für ältere Modelle liegt wie erwähnt ein LightningAdapter bei.

Beim Einstecken hat mich einzig der etwas lange USB-C-Stecker irritiert, da die Kamera nicht bündig mit meiner Galaxy-Smartphone-Buchse war. Die Idee dahinter ist wohl, dass der Aufsatz auch bei Geräten mit Hülle funktioniert. Für sehr dicke Hüllen oder eine flexiblere Positionierung ist das beigelegte USB-Kabel hilfreich. Trotz längerem Stecker sitzt die Kamera aber fest und stabil auf meinem Handy.

Die Kamera besteht aus Aluminium und wirkt nicht nur wertig, sondern auch robust. Bemängeln könnte man, dass sie nicht gegen Staub oder Spritzwasser geschützt ist, denn eine IP-Zertifizierung fehlt. Auch eine Abdeckung für die Linse gibt es nicht. Immerhin ist diese ins Gehäuse versetzt und so geschützt.

Die Kamera hat ein wertiges Gehäuse aus Aluminium

© Thermal Master

Zur Kamera gibt es eine App namens Temp Master für Android, iOS und sogar Windows 11. Die Kamera funktioniert also auch am PC. Ich habe die App direkt aus dem Google Play Store geladen, da der aufgedruckte QR-Code auf der Verpackung stattdessen zur Website des Herstellers und zu einer APK-Datei führte. Da ist mir der Download direkt bei Google lieber.

Sobald die App auf dem Smartphone ist, reicht es, die Kamera aufzustecken. Nun werden noch die nötigen Berechtigungen vergeben, allfällige Firmware-Updates per App eingespielt (was problemlos funktionierte), und schon kann es losgehen.

Tolle App, tolle Bilder

Die Temp-Master-App hat mir auf Anhieb gefallen. Sie ist in Deutsch, logisch aufgebaut und intuitiv nutzbar. Sie umfasst zudem viele praktische Funktionen. So hat der Anwender die Auswahl zwischen zwölf Farbpaletten.

Ein Notebook in den klassischen Wärmebildfarben. Wo die hitzeproduzierenden Komponenten sitzen, ist klar erkennbar

© PCtipp

Eine Bialetti-Kaffeekanne in der Ansicht «Black hot». Sie steht schon einige Minuten; dass die warme Flüssigkeit oben ist, lässt sich klar erkennen

© PCtipp

Die Ansichten lassen sich fotografieren und teilen oder sogar als Video aufzeichnen. Nebst allgemeinen Messungen können auch einzelne Punkte, Flächen oder Linien gemessen werden. Hinzu kommen Features wie ein Transparentmodus, in dem man in einem kleinen Bild die normale Kameraansicht sieht, sowie Einstellungen für Kontrast, Helligkeit und Isotherme.

Das Wärmebild von Bienenstöcken, klein die normale Ansicht

© PCtipp

Die P3 liefert präzise Ergebnisse und klare, flüssige Bilder. Die Auflösung beträgt sehr gute 256 × 192 Pixel, die von der Kamera aber sogar auf 512 × 384 Pixel hochgerechnet werden. Dank Fokusrad lässt sich das Bild in jedem Abstand scharfstellen. Integriert ist auch ein digitaler Zoom, etwa für Wildtier- und Vogelbeobachtungen. Das Fokusrad ist griffig und lässt sich präzise drehen. Aufgrund der flüssigen 25-Hz-Darstellung ruckelt das Bild auch beim Schwenken nicht.

Wer im Haus thermisch undichte Stellen finden will, greift zu einer Wärmebildkamera. Im Bild ein Katzentürchen

© PCtipp

Fazit: praktischer Helfer

Wer eine preiswerte, gute und intuitive Wärmebildkamera sucht, macht mit der Thermal Master P3 bestimmt nichts falsch. Mir gefällt sie sowohl punkto Handling als auch punkto Qualität viel besser als die Seek Thermal Compact. Sie ist kein Spielzeug, sondern ein praktischer Helfer für Wärmebildaufnahmen und offenbart dank guter Auflösung auch feine Details.

Testergebnis

Sehr gut

  • Bedienung, App, Bildqualität, Ausstattung
  • Keine IP-Zertifizierung, keine Linsenabdeckung

Details: 59 × 27 × 17,2 Millimeter (L × B × H), max. 512 × 384 Pixel (nativ:  256 × 192 Pixel) , Brennweite: 4,3 mm, fokussierbare Linse: 8 mm bis 30 m, 15-facher Digitalzoom, 25-Hz-Bildwiederholfrequenz, Temperaturbereich: –20 bis 600 Grad Celsius, Temperaturgenauigkeit: ±2  oder ±2 %, kompatibel mit Android ab Version 7 und iOS ab iPhone 8 (mit Lightning-Adapter), Stromverbrauch: 0,32 Watt, Gehäuse aus Aluminium

Strassenpreis: Fr. 259.–

Gesehen bei: thermfox.ch

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