Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 5 Min.

Im Test – Nothing Headphone (1) Pro

Mit gutem Klang zum bezahlbaren Preis hat sich der britische Hersteller Nothing im Kopfhörermarkt einen Namen gemacht. Der neuste Over-Ear prescht in die Premium-Liga vor – für 329 Franken.
© Nothing

Wer kabelgebunden den «besten» Klang sucht, landet schnell in schwindelerregenden Preisregionen. Doch auch im kabellosen Bluetooth-Segment verlangen Hersteller für Flaggschiff-Modelle stolze Summen von 450 bis 1500 Franken.

Sennheisers kabelgebundener HE1 ist der heilige Gral der Kopfhörerwelt und kostet 89 000 Franken

Sennheisers kabelgebundener HE1 ist der heilige Gral der Kopfhörerwelt und kostet 89 000 Franken

© Sennheiser

Dass ordentlicher Hi-Fi-Sound günstiger geht, zeigt Nothing. Mit optisch auffälligen Kopfhörern, überzeugendem Klang, intuitiver Steuerung und starker Software hat sich die Marke etabliert. Das bewies im Frühjahr der Einsteiger-Over-Ear Headphone (a), der bei uns die Note «sehr gut» abholte.

Nun setzt Nothing beim neuen Headphone (1) Pro eins drauf: Drei Treiber pro Ohrhörer, zehn Mikrofone für ANC, Hi-Res-Zertifizierung und edle Materialien sollen den Kopfhörer ins Premium-Segment hieven. Dazu kommt eine Abstimmung mit den renommierten Metropolis Studios. Und das alles zum Preis von fairen 329 Franken. Wir testen, ob der Headphone (1) Pro tatsächlich in den Klanghimmel kommt.

Auffallen gehört dazu

Nothing-Geräte sind keine Leisetreter; sie fallen auf. Das gilt auch für den Nothing Headphone (1) Pro. Im Gegensatz zu früheren Modellen ist das Design dank Titanium und kratzfestem Glas zwar dezenter und eleganter. Zudem gibt es den Kopfhörer nur in Schwarz oder Weiss. Doch die markante eckige Form der Ohrhörer wurde beibehalten. Ausserdem kommt der Headphone (1) Pro mit einer speziellen Hülle aus Hartplastik; sie schützt nur die Ohrhörer, der Bügel wird zum Tragegriff. Das Ganze sieht aus wie eine Handtasche. An dieser lassen sich mittels mitgelieferter Schlaufen individuelle Anhänger anbringen. Gewagt, aber sicher ein Hingucker.

Die Hülle macht den Nothing Headphone (1) Pro zum Handtäschchen

Die Hülle macht den Nothing Headphone (1) Pro zum Handtäschchen

© PCtipp

Einziger Nachteil der Konstruktion: Kabel haben in der Hülle keinen Platz. Nothing packt nebst Handbuch sowohl ein USB-C-Ladekabel als auch ein Klinkenkabel bei. Auch falten lässt sich der Kopfhörer nicht. In der harten Hülle ist er allerdings gut geschützt.

Ein weiteres Plus: Die Ohrpolster lassen sich sehr einfach abnehmen und tauschen. Sie sind äusserst bequem. Auch bei längerem Tragen spürt man den Kopfhörer kaum. Unter den Polstern wird es jedoch ein wenig warm, da sie sehr gut abdichten. Der Anpressdruck ist in Ordnung und hält den Kopfhörer gut, bei starken Bewegungen rutscht er aber leicht. Headbangen mit dem Nothing Headphone (1) Pro ist also nicht angesagt.

Der Akku lässt sich nicht in Eigenregie tauschen, kann aber laut Nothing über den Kundendienst gewechselt werden.

Die Ohrpolster lassen sich einfach abnehmen und tauschen

Die Ohrpolster lassen sich einfach abnehmen und tauschen

© Nothing

Vorbildliche Bedienung

Wir haben schon mehrmals Installation und Bedienung der Nothing-Geräte gelobt. Daran ändert sich nichts: Den Kopfhörer einschalten, die Bluetooth-Taste 2 Sekunden lang drücken, schon wird er von Bluetooth-fähigen Geräten erkannt.

Unbedingt sollte man die Nothing-App installieren. Sie besticht mit Übersichtlichkeit, intuitiver Bedienung und einer Fülle praktischer Funktionen. Diese reichen vom Anpassen der Steuerung über das Anlegen eines individuellen Hörprofils und diverser Spatial-Audio-Modi bis zu einem vorbildlichen Equalizer. Ein fortgeschrittener grafischer Equalizer lässt individuelle Einstellungen für den Haupttreiber und den Präzisionstreiber zu. Ausserdem ist ein einfacher Equalizer an Bord, um etwa Höhen, Details oder Bass per Fingertipp anzuheben. Equalizer-Einstellungen lassen sich nicht nur speichern, sondern teilen – sehr praktisch.

Die beiden Equalizer des Nothing Headphone (1) Pro

Die beiden Equalizer des Nothing Headphone (1) Pro

© PCtipp

Für Begeisterung sorgt noch immer die Steuerung. Sie wurde glücklicherweise beibehalten und gehört zum Besten im Kopfhörerbereich. Statt Touchflächen kommen physische Bedienelemente zum Einsatz. Das Lautstärkerad erlaubt eine präzise Anpassung, ein Kippschalter überspringt Tracks oder spult, und eine separate Taste aktiviert den Sprach- oder KI-Assistenten.

Neu dabei ist eine separate Taste, um den Flat EQ zu aktivieren – einen Equalizer, der Verfärbungen und Bearbeitungsspuren in Songs beseitigt. Gedacht ist er für die Arbeit im Studio. Er ermöglicht es, Mixes zu vergleichen. Da der kleine Schalter unscheinbar auf der Innenseite angebracht ist, stört er im normalen Höralltag nicht und kann auch nicht aus Versehen aktiviert werden.

Der Kopfhörer ist auch für den Einsatz im Studio gedacht

Der Kopfhörer ist auch für den Einsatz im Studio gedacht

© Nothing

Integriert hat Nothing zudem eine Trageerkennung. Der Kopfhörer schaltet sich automatisch aus, wenn er abgenommen wird – und umgekehrt.

Tatsächlich Premium-Sound

Bietet der Headphone (1) Pro Premium-Sound? Das Upgrade auf drei Treiber und die Mithilfe der Metropolis Studios haben sich gelohnt. Der Klang ist über alle Frequenzen natürlich und detailliert, ohne steril zu wirken. Der Bass tönt klar, tief und satt. Er wummert nie und kleistert keine anderen Frequenzen zu. Wunderschön kommen die Mitten zur Geltung: Besonders Gesangsstimmen wirken nah, schon fast intim. Die Höhen fügen sich ins gute Gesamtbild ein; viele Details, kein Zischen, kein Klirren. Alle Instrumente sind gut separiert, keines geht unter.

Die Mission «Premium-Sound» ist gelungen

Die Mission «Premium-Sound» ist gelungen

© Nothing

Der Kopfhörer funktioniert mit allen Genres hervorragend. Was besonders gefällt: Trotz der Natürlichkeit und der Details bleibt der Klang enthusiastisch und sorgt dadurch immer wieder für Gänsehautmomente, etwa bei Dire Straits «Brothers in Arms» oder Schuberts Streichquartett Nr. 14 in d-Moll, D 810 («Der Tod und das Mädchen»). Der über 100 Franken teurere und exzellente Sennheiser HDB 630 wirkt in beiden Fällen kälter, holt aber teilweise feinste Details wie das Zupfen oder Anschlagen von Saiten etwas mehr hervor. Der Unterschied ist jedoch verschwindend gering und nur bei sehr genauem Hinhören bemerkbar.

Loben muss man die Geräuschunterdrückung (ANC); sie ist viel besser als beim günstigeren Headphone (a). Läuft Musik, ist man von der Aussenwelt komplett abgeschnitten. Ohne Musik sind noch leichte Aussengeräusche wie etwa das Klackern der Tastatur leise wahrnehmbar. Die Stille geht allerdings auf Kosten der Akkulaufzeit. Die beträgt bei eingeschaltetem ANC maximal 30 Stunden. Das ist ein guter, aber kein überragender Wert.

Schön: Auracast zum Streamen der Musik auf andere Geräte sowie Spatial Audio mit mehreren wirklich guten Modi sind ebenfalls dabei. An Hi-Res-Codecs wird LDAC unterstützt. Schade, dass aptX in seinen diversen Ausführungen fehlt.

Fazit: viel Kopfhörer zum fairen Preis

Mit 329 Franken ist der Nothing Headphone (1) Pro zwar nicht günstig, aber für gleichwertig gut ausgestattete und klingende Premium-Kopfhörer zahlt man einiges mehr. Klang, Material und Bedienung sind durchwegs Oberklasse. Wer mit dem Design und der auffälligen Tragetasche leben kann, sollte diesen Kopfhörer unbedingt einmal probehören.

Testergebnis

Ausgezeichnet

  • Ausgezeichneter Klang, Steuerung und Bedienung, App, Verarbeitung, Preis
  • Design der Tragetasche nicht für jeden, kein aptX

Details: Over-Ear-Kopfhörer (Dreifach-Treiber: 40-mm-Bass dynamisch, Precision-Treiber für Mitten dynamisch 13 × 8 mm, Treble-xMEMS-Treiber 3,2 × 6 × 1,15 mm), Spatial Audio, Auracast, Bluetooth 6.1, Multipoint, Codecs: AAC, SBC, LDAC, LC3, Frequenzgang: 20 Hz bis 40 kHz, Akkulaufzeit: bis zu 30 Stunden mit ANC/bis zu 68 Stunden ohne ANC, Schnelladefunktion, USB-C, Klinke, ANC, je 5 Mikrofone pro Ohrhörer, IP52, 327 Gramm

Strassenpreis: Fr. 329.–

Gesehen bei: galaxus.ch

Kommentare

Kopfhörer
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Zum Beispiel fürs Verpixeln
Gimp: Wie speichere ich die Filtereinstellungen?
Wenn Sie in Gimp zum Beispiel den Verpixeln-Filter verwenden, bietet dieser immer zuerst eine Blockgrösse von 16 Pixeln. Sie verwenden aber meistens 6 Pixel. Wie bringen Sie das Werkzeug dazu, sich diese Einstellung zu merken?
2 Minuten
27. Sep 2026
Bundesrat will neues Cybersicherheitsgesetz schaffen
Der Bundesrat hat zur Stärkung der nationalen Cybersicherheit das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, bis im Juni 2027 eine Vernehmlassungsvorlage für ein neues, eigenständiges Bundesgesetz über die Cybersicherheit auszuarbeiten.
3 Minuten
27. Sep 2026
KI-Assistenten könnten künftig einen Grossteil der Einkäufe übernehmen
Riverty und Adyen haben eine repräsentative Folgestudie zu Agentic Commerce in Deutschland durchgeführt. Sie zeigt, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre Künstliche Intelligenz den alltäglichen Einkauf grundlegend verändern könnte.
4 Minuten
28. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Testcenter
Ikea-Smart-Home im Test
PCtipp konnte die neue Symfonisk-Ständerlampe mit Sonos-Speaker, den smarten Hub Dirigera und den Luftreiniger Starkvind testen.
6 Minuten
6. Mär 2023
Testcenter
Telemedizingerät TytoHome im Test
Wenn Laien zuhause selber Fieber messen, Herz- und Lungentöne aufzeichnen, den Rachen filmen und dann diese Daten einer Ärztin übermitteln – kann das in guter Qualität geschehen? Das Testresultat lesen Sie hier beim PCtipp.
6 Minuten
24. Feb 2021
Formel-Eins-Rasierer
Mähroboter Navimow Segway X420E im PCtipp-Test
Das Auge rasiert mit: Navimows X420E sieht nicht nur schnittig aus, sondern arbeitet auch so. Der Hersteller empfiehlt den vollautomatischen Rasenpfleger mit Doppelklingensystem für wellige bis hochgradig unebene Flächen von maximal 84 Prozent Steigung und einer Abdeckung von bis zu 2000 Quadratmetern. Der PCtipp-Test zeigt, ob die Rechnung aufgeht.
6 Minuten
1. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare