Over-Ear-Kopfhörer
Im Test – OneOdio Studio Max 2
Die Übersicht im riesigen Kopfhörermarkt zu behalten, ist nicht einfach. Nebst den etablierten Grössen wie AKG, Audio-Technica, Beyerdynamic, Bose, Bowers & Wilkins, JBL, Sennheiser und Sony drängen immer mehr junge Firmen auf den Markt. Einer dieser Jungspunde ist OneOdio, ein Unternehmen aus Hongkong. Es hat sich auf günstige Kopfhörer für DJs, Studios und Heimanwender spezialisiert. Doch der Preis zieht heute nicht mehr als alleiniges Argument. Zu gross ist die Konkurrenz. Darum hat OneOdio seinem jüngsten Spross eine immense Akkulaufzeit von 120 Stunden spendiert. Und fast noch erstaunlicher: Die Latenzzeit via Funk soll dank mitgeliefertem Transmitter nur 9 Millisekunden betragen. Damit bewegt sich der Studio Max 2 auf dem Niveau von kabelgebundenen Kopfhörern. Das ist nicht nur für Studios, sondern auch für Gamer interessant.
Dank mitgeliefertem Funk-Transmitter gehört die Latenz beim Studio Max 2 der Vergangenheit an
OneOdioGrosszügige Aussttattung
OneOdio zeigt sich beim Studio Max 2 äusserst spendabel. Ausser dem Transmitter finden sich zwei unterschiedlich lange Klinkenkabel (3 Meter und 1,2 Meter; jeweils 3,5 mm mit 6,35-mm-Aufsatz), eine robuste Hülle, ein USB-C-Ladekabel sowie eine Kurzanleitung im Paket.
Der Transmitter baut eine Funkverbindung via 2,4-GHz-Frequenzband auf und wird per Klinkenkabel an die Audioquelle angeschlossen. OneOdio nennt seine proprietäre Funkverbindung RapidWill+. Im Test hat sich gezeigt: Die niedrige Latenz ist kein leeres Versprechen. Bei meinen Messungen betrug sie kurze 10 Millisekunden. Der Transmitter läuft dank Akku bis zu 50 Stunden und lässt sich per USB-C aufladen.
Das mitgelieferte Zubehör kann sich sehen lassen
OneOdioVia Transmitter soll der Kopfhörer bis zu 60 Stunden laufen. Wer die versprochenen 120 Stunden herauskitzeln möchte, koppelt den Studio Max 2 via Bluetooth mit der Quelle. Zwischen den beiden Funkverbindungen kann ganz einfach per Schalter gewechselt werden. Ein weiterer Vorteil der Bluetooth-Verbindung: Der Kopfhörer kann sich mit zwei Quellen gleichzeitig koppeln. Dafür fällt die Latenzzeit von nur 9 Millisekunden ins Wasser. Bluetooth 6 schafft in der Praxis höchstens 20 Millisekunden. Das heisst: Für kritische Anwendungen wie Gaming oder Studioaufnahmen empfiehlt sich der Transmitter. Wer ganz auf Funk verzichten will, kann den Over-Ear auch nur per Kabel verwenden.
Klobig, aber bequem
Mit seinen 350 Gramm ist der Studio Max 2 kein Leichtgewicht. Zudem hat er sehr grosse Muscheln. Doch seiner Beweglichkeit schadet das nicht. Die Muscheln lassen sich einfach abdrehen, was vor allem DJs zugutekommt. Ausserdem können sie eingeklappt werden. Dank dicker Polster sitzt der Kopfhörer sehr bequem, selbst über längere Zeit. Der Anpressdruck ist genau richtig: nicht so fest, dass es schmerzt, aber genügend stark, damit der Studio Max 2 sicher hält. Als Material kommt Kunststoff zum Einsatz, was bei diesem Preis nicht anders zu erwarten ist. Dennoch wirkt der Studio Max 2 wertig und robust.
Der Studio Max 2 lässt sich per Funktransmitter einfach mit Instrumenten verbinden
OneOdioSimple Bedienung
Eingerichtet ist der Over-Ear zügig. Via Bluetooth lässt er sich problemlos verbinden. Auch der Transmitter muss nur eingesteckt und eingeschaltet werden. Der Wechsel zwischen den beiden Funkmodi funktionierte im Test anstandslos und flink.
Am Kopfhörer befinden sich nur drei Tasten und der Schalter zum Wechsel der Funkmodi. Die Tasten ermöglichen aber alle wichtigen Aktionen wie Lautstärke anpassen, Pause, Tracks überspringen, Anrufe entgegennehmen etc. Sie sind zudem gut erreichbar.
Die App ist übersichtlich, bietet aber nicht sehr viele Optionen
OneOdioLeider lässt sich die Steuerung nicht per App anpassen, die für Android und iOS verfügbar ist. Sie bietet nur wenige Optionen. Zumindest ist ein 10-Band-Equalizer an Bord. Achtung: Die App lässt sich nur nutzen, wenn der Kopfhörer via Bluetooth verbunden ist. Immerhin werden die Einstellungen auf dem Kopfhörer gespeichert und bleiben erhalten, wenn man zum Transmitter wechselt.
Toller Sound
Ausstattung und Funktionalität stimmen. Kommen wir zum Sound: Auch hier muss sich der Studio Max 2 nicht verstecken. Er kann es zwar an Detailreichtum und Natürlichkeit nicht mit teureren Exemplaren wie dem Sennheiser HDB 630 oder dem B&W B Px7 S3 aufnehmen – die spielen nochmals in einer ganz anderen Liga, auch preislich. Dennoch macht das Hören mit dem OneOdio Studio Max 2 Spass. Er liefert ein annähernd neutrales Klangbild, das allerdings nicht analytisch kalt ist.
Wichtig: Ich musste den Equalizer von «Musik» auf «Monitoring» bzw. den neutralen Equalizer umstellen. Im «Musik»-Modus wirkt der Klang dunkel und muffig, Stimmen und Höhen verschwinden zu sehr im Hintergrund. Auf der neutralen Einstellung öffnet sich die Klangbühne, Stimmen und Höhen bekommen genügend Platz, der Bass geht dennoch nicht unter, sondern tönt satt und präzise. Persönlich gefällt mir der Klang via Transmitter etwas besser als per Bluetooth. Er ist ein Quäntchen transparenter.
Kurz und gut: Der Studio Max 2 liefert einen respektablen Klang, der sowohl im Heimstudio als auch beim Gaming oder einfach nur beim Musikhören gefällt. Wer allerdings höchste Neutralität und grösstmögliche Details sucht, sollte zu einem teureren Kopfhörer greifen. Die offenbaren in den Höhen weit mehr Details.
Wichtig für Pendler: Eine aktive Geräuschunterdrückung gibt es nicht; das würde auf die immense Akkulaufzeit drücken. Diese stand im Test sogar nach einigen Stunden Nutzung noch immer auf 100 Prozent.
Fazit: flexibler Heimkopfhörer
Der OneOdio Studio Max 2 empfiehlt sich fürs Heimstudio, Gaming und Musikhören. Der Preis ist für die Ausstattung und Funktionalität mehr als fair. Profimusiker oder Hi-Fi-Enthusiasten werden hingegen mit einem anderen (teureren) Kopfhörer glücklicher.
Hinweis: OneOdio hat uns einen exklusiven Gutscheincode für PCtipp-Leserinnen und -Leser spendiert, der bis zum 30. Juni gültig ist. Ihr findet den in der Box unten.
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