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Neue Antriebstechnologien

Vom E-Scooter für kurze Strecken über das Hightech-E-Bike bis zu Langstrecken-Elektroautos mit Feststoffbatterie: Die alternative Antriebswelt ist so vielseitig wie nie zuvor. Unser grosser Kaufratgeber erklärt alles Wichtige, damit Sie Ihr Wunschgefährt finden.
© ChatGPT

Die Mobilität ist vernetzter und emissionsärmer als je zuvor. Während das Auto in ländlichen Regionen oft unverzichtbar bleibt, dominieren in den urbanen Zentren E-Bikes und Mikromobilitätslösungen wie E-Scooter. In dieser Kaufberatung beleuchten wir die Effizienz, die realen Kosten und die technologische Reife der wichtigsten Fahrzeugklassen.

Was ist ein «alternativer Antrieb»?

Unter diesem Begriff werden heute alle Antriebssysteme zusammengefasst, die fossile Brennstoffe minimieren oder gänzlich eliminieren. Der Elektromotor ist dabei zum Standard geworden. Entscheidend ist jedoch, woher die Energie kommt: aus einer Batterie (BEV = Battery Electric Vehicle), einer chemischen Reaktion (Wasserstoff) oder einer Kombination (Hybrid).

Batterieelektrische Systeme (BEV): Die Energie wird in Akkumulatoren (wiederaufladbare Batterie) gespeichert. Dabei schreitet die Technik stetig voran. Durch den Einsatz von hocheffizienter Leistungselektronik werden die Wandlungsverluste zwischen Batterie und Motor laufend reduziert. Dies führt zu höheren Reichweiten bei gleicher Batteriegrösse und vor allem zu einer geringeren Wärmeentwicklung beim Laden, was wiederum die Haltbarkeit der Batterien erhöht.

Wasserstoff-Brennstoffzellen (FCEV = Fuel Cell Electric Vehicles): Hier dient Wasserstoff als Energieträger, der in einer Brennstoffzelle durch eine chemische Reaktion (sogenannte «kalte Verbrennung») in Elektrizität umgewandelt wird. Sehr viel Wert wird da­raufgelegt, dass dieser Wasserstoff mittels Elektrolyse aus einheimischer Wasserkraft oder Fotovoltaik gewonnen wird (siehe auch weiterführende Links unter h2mobilitaet.ch und hydrospider.ch), um die ökologische Integrität zu wahren.

Hybrid-Technologien (HEV/PHEV = Hybrid Electric Vehicle/Plug-in Hybrid Electric Vehicle): Diese kombinieren Verbrennungs- und Elektromotoren. Während klassische Hybride an Bedeutung verlieren, setzen moderne Plug-in-Hybride auf elektrische Reichweiten von oft über 100 Kilometern, um den kantonalen Emissionsvorgaben in städtischen Zentren Rechnung zu tragen.

Welche Fahrzeugklassen gibt es?

Das Angebot an umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln hat sich mittlerweile fest im Alltag verankert. Für die unterschiedlichen Bedürfnisse – vom dichten Stadtverkehr in Zentren bis zu langen Fahrten quer durch die Alpen – stehen spezialisierte Lösungen zur Verfügung. Der aktuelle Stand sieht folgendermassen aus:

E-Scooter (Mikromobilität): Diese Geräte sind leicht und robust gebaut. Der Motor sitzt oft direkt in der Radnabe, was Platz spart, und die Wartung vereinfacht. Die Verwaltung der Fahrzeuge erfolgt komfortabel über Apps, die etwa Fahrstufen automatisch an die Steigungen anpassen oder einen digitalen Diebstahlschutz bieten. Sie sind besonders beliebt, um die Distanz zwischen Bahnhof und Arbeitsplatz schnell zu überbrücken.

E-Bikes: Der Markt ist mittlerweile sehr vielfältig. Moderne E-Bikes nutzen intelligente Sensoren zur flüssigen Motorunterstützung. Ausser den kraftvollen Mittelmotoren sind besonders leichte Antriebe gefragt, die ein Fahrgefühl wie bei einem herkömmlichen Velo ermöglichen und gerade bei sportlichen Fahrern gut ankommen.

E-Töff: Durch moderne Batterietechnologien wie die sogenannten Halbfestkörper-Akkus erreichen E-Motorräder Reichweiten, die mit herkömmlichen Benzinmaschinen mithalten können. Ein grosser Vorteil ist der deutlich geringere Wartungsaufwand, da Teile wie Zündkerzen oder Ölfilter wegfallen.

Voll- und Plug-in-Hybride: Diese Fahrzeuge kombinieren zwei Antriebswelten. Moderne Plug-in-Hybride schaffen heute rein elektrisch oft über 100 Kilometer, wodurch die meisten Pendelstrecken ohne Benzin bewältigt werden können. Da in der Schweiz noch nicht jeder Haushalt über eine eigene Ladestation in der Garage verfügt, bietet der zusätzliche Verbrennungsmotor Sicherheit bei «spontanen» Langstrecken.

Vollelektrische Autos: Diese Fahrzeugklasse hat sich mittlerweile als feste Grösse bei den Neuzulassungen etabliert. Aktuelle Modelle mit moderner Batterietechnik bieten kurze Ladezeiten und Reichweiten, die den Alltag vollkommen problemlos abdecken. Das stetig wachsende Netz an Schnellladestationen entlang der Schweizer Autobahnen sorgt dafür, dass auch Fahrten quer durch das Land ohne lange Wartezeiten möglich sind.

Wasserstoff-Fahrzeuge: Die Brennstoffzelle wird verstärkt in schweren Autos und bei Nutzfahrzeugen eingesetzt, bei denen eine hohe Zuladung und eine schnelle Betankung entscheidend sind. Der Aufbau der nötigen Infrastruktur wird durch den Einsatz von Wasserstoff-Lastwagen im Logistiksektor vorangetrieben. Davon profitieren auch private Autofahrer, da das Tankstellennetz entlang der wichtigsten Verkehrsachsen kontinuierlich ausgebaut wird.

Moderne E-Bikes gibt es in allen Varianten und für alle möglichen Aktivitäten

© Shutterstock/Umomos

Was sind die Vor- und Nachteile?

Bei der Wahl des passenden Antriebs spielen ausser den persönlichen Vorlieben auch die Alltagstauglichkeit und die Kosten eine entscheidende Rolle. Jede Technologie hat ihre spezifischen Stärken, die je nach Wohnsituation und Arbeitsweg unterschiedlich schwer ins Gewicht fallen können. Beachten Sie dazu auch die Tabelle.

© PCtipp

Wie hoch sind die Kosten?

Die Anschaffungspreise für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben haben sich stabilisiert. Der Einsatz modernerer Technik und verbesserter Sicherheitssysteme führt dazu, dass die Preise aktuell leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen.

E-Scooter: Einsteigergeräte für kurze Strecken sind bereits ab 300 Franken erhältlich, während hochwertige Premiummodelle mit stärkeren Akkus und besserer Federung bis zu 1500 Franken kosten können. Diese Geräte bieten oft eine höhere Reichweite und mehr Komfort für den täglichen Weg zur Arbeit.

E-Bikes: Solide Qualitätsmodelle für den Alltag starten preislich bei etwa 2500 Franken. Für spezialisierte High-End-Bikes, die beispielsweise einen leichten Rahmen aus Carbon oder die neueste Batterietechnik nutzen, können die Preise bis auf 10000 Franken steigen. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf langlebige Komponenten.

E-Töff: Elektrische Motorroller für den Stadtverkehr finden sich bereits ab 4000 Franken. Wer hingegen eine schwere Maschine mit hoher Leistung und grosser Reichweite für längere Touren sucht, muss mit Investitionskosten von bis zu 30000 Franken rechnen.

Mild- und Vollhybride: Diese Fahrzeuge, die den Akku während der Fahrt laden und nicht an der Steckdose angeschlossen werden können, sind preislich sehr attraktiv. Kompakte Modelle starten bei 25000 Franken, während grössere SUV-Modelle zwischen 35000 und 50000 Franken kosten.

Plug-in-Hybride: Da diese Fahrzeuge über grössere Batterien für das externe Laden verfügen, liegen sie preislich höher. Gute Mittelklasse-Modelle starten bei 40000 Franken, während leistungsstarke Allrad-Varianten namhafter Hersteller oft zwischen 55000 und 75000 Franken kosten.

E-Autos: Kompakte Modelle für den Nah- und Stadtverkehr beginnen bei 28000 Franken, während gut ausgestattete Fahrzeuge der Mittelklasse zwischen 45000 und 70000 Franken liegen. Im luxuriösen Oberklassensegment (oft wegweisende Technologien und hoher Komfort) starten die Preise bei rund 120000 Franken.

Wasserstoff-Fahrzeuge: Diese Fahrzeuge bleiben in der Schweiz weiterhin ein Nischenmarkt mit einer überschaubaren Auswahl an Modellen. Die Preise für die technologisch anspruchsvollen Autos bewegen sich stabil zwischen 65000 und 110000 Franken.

E-Töffs können heute punkto Reichweite mit Benzinfahrzeugen mithalten

© Shutterstock/Markus Photo and video

Gibt es spezielle Förderungen und Steuervergünstigungen?

Die finanzielle Unterstützung ist kantonal sehr unterschiedlich geregelt. Während einige Regionen den Kauf direkt bezuschussen, setzen andere auf langfristige Ersparnisse bei den jährlichen Fixkosten.

Kantonale Kaufprämien: Nur noch wenige Kantone zahlen direkte Zuschüsse beim Kauf eines Elektroautos. So bieten beispielsweise der Kanton Thurgau oder das Wallis unter bestimmten Bedingungen Umweltprämien von bis zu 3000 Franken an.

Förderung von Ladestationen: Viele Kantone und Gemeinden fokussieren sich heute auf die Infrastruktur im eigenen Heim. Im Kanton Zürich oder im Tessin gibt es beispielsweise Förderprogramme, welche die Installation einer privaten Wallbox mit mehreren hundert bis zu 2000 Franken unterstützen.

Motorfahrzeugsteuern: Hier gibt es grosse Unterschiede. Während man in Kantonen wie Zürich oder Solothurn von massiven Rabatten oder gar einer kompletten Befreiung für effiziente Fahrzeuge profitiert, haben Kantone wie St. Gallen oder Aargau Modelle eingeführt, bei denen auch Elektroautos basierend auf Gewicht und Leistung besteuert werden.

Versicherungsvorteile: Versicherungsgesellschaften «belohnen» den Umstieg auf 
alternative Antriebe mit speziellen «Eco-Tarifen». Diese gewähren typischerweise einen Rabatt von 10 bis 20 Prozent auf die Haftpflicht- oder Kaskoprämie.

Wie steht es mit der Ladedauer?

Das dichte Netz an Ladestationen und der technologische Fortschritte bei den Batterien haben das Thema Reichweite positiv beeinflusst. Ladestationen finden sich mittlerweile an vielen wichtigen Verkehrsachsen sowie in Parkhäusern und bieten eine unkomplizierte Möglichkeit, Strom zu beziehen.

AC-Laden (Heim und Arbeit): Das langsame Laden über Wechselstrom ist die schonendste Methode für die Batterie und wird meist über Nacht oder während der Arbeitszeit genutzt. Standard-Wallboxen laden ein E-Auto in der Regel innerhalb von vier bis acht Stunden vollständig auf. Auch viele Arbeitgeber fördern verstärkt das Laden direkt am Arbeitsplatz, um den Komfort für die Mitarbeitenden zu erhöhen.

DC-Schnellladen (HPC): Für die Langstrecke stehen entlang der Schweizer Autobahnen leistungsstarke Schnellladestationen zur Verfügung, die häufig eine Leistung von bis zu 350 kW bieten. Moderne Fahrzeuge können dort in nur etwa 15 Minuten von 10 Prozent auf 80 Prozent geladen werden.

Wasserstoff: Der Tankvorgang bei Fahrzeugen mit Brennstoffzelle ist vergleichbar mit dem herkömmlichen Tanken von Diesel oder Benzin und dauert nur etwa drei bis fünf Minuten. Dies ist besonders für weite Strecken ohne längere Pausen vorteilhaft. Das Netz an Wasserstoff-Tankstellen konzentriert sich vorwiegend auf die Hauptachsen zwischen St. Gallen, Zürich und Genf.

E-Scooter: Bei E-Scootern und E-Bikes sind die Akkus heute fast immer entnehmbar, sodass sie bequem in der Wohnung oder im Büro an einer normalen Haushaltssteckdose geladen werden können. Eine vollständige Ladung dauert hier je nach Grösse des Akkus etwa drei bis sechs Stunden.

E-Scooter-Akkus lassen sich in drei bis sechs Stunden aufladen

© Shutterstock/Andrey_Popov

Wie sieht die aktuelle Abdeckung an Ladestationen aus?

Die Infrastruktur an Ladestationen wird in der Schweiz weiterhin sukzessive ausgebaut. Die Versorgung entlang der Hauptachsen und in den Grossstädten ist nahezu flächendeckend. Je nach gewählter Technologie unterscheidet sich der Komfort beim «Tanken» allerdings noch immer deutlich.

E-Zapfsäulen: Die Schweiz verfügt aktuell über eines der dichtesten Ladenetze Europas mit landesweit über 25000 öffentlichen Ladepunkten. Autofahrer finden mittlerweile in fast jeder Gemeinde und an sämtlichen Autobahnraststätten schweizweit leistungsfähige Schnellladestationen.

Wasserstoff: Das Tankstellennetz für Wasserstoff-Fahrzeuge ist auf rund 35 Stationen angewachsen, wobei der Fokus stark auf den Hauptverkehrsachsen entlang der A1 und A2 liegt. Diese Entwicklung wird durch die wachsende Flotte an wasserstoffbetriebenen Lastwagen begünstigt, wovon auch private Nutzer profitieren.

Erdgas (CNG = Compressed Natural Gas/Biogas): Die Anzahl der Erdgastankstellen stagniert bei etwa 140 Standorten, da sich die Branche zunehmend auf die Beimischung von nachhaltigem Biogas konzentriert. Positiv ausgedrückt: Die Grundversorgung für Fahrzeuge mit diesem Antrieb bleibt bestehen.

Die Schweiz hat eines der dichtesten Netze an E-Tankstellen in Europa

© Shutterstock

Welche Hersteller sind führend?

Bei den Velos geniessen lokale Hersteller einen Spitzenruf, im Automobilsektor wird auf Innovationskraft, Qualität und Preis der Grosskonzerne gesetzt. Beachten Sie dazu auch die Box rechts.

E-Scooter: In diesem Bereich haben sich Marken wie Segway-Ninebot, Vsett und Xiaomi als besonders zuverlässig erwiesen. Diese Hersteller bieten eine breite Palette an Modellen an, die für die Zulassungsregeln im Strassenverkehr optimiert wurden.

E-Bikes: Hier behaupten sich Schweizer Pioniere wie Stromer, Flyer und BMC weiterhin, ergänzt durch Marken wie Specialized und Scott. Diese Hersteller setzen auch auf technologische Weiterentwicklungen, etwa bei der Integration von Akkus und der Vernetzung mit digitalen Diensten.

E-Töff: Bei den elektrischen Motorrädern haben sich bekannte Marken wie BMW, KTM und Vespa etabliert.

E-Autos: Tesla, Toyota und die Marken der VW-Gruppe (wie Audi und Skoda) gehören zu den wichtigen Fahrzeugen auf dem Schweizer Markt. Zunehmend drängen preisaggressive Anbieter wie BYD oder neue Marken wie Xiaomi Auto und Lucid in den Markt.

Wasserstoff: Bei den Brennstoffzellen-Fahrzeugen führen Hyundai und Toyota das Feld an, da sie bereits über jahrelange Erfahrung verfügen. Auch grosse europäische Automobilhersteller wie BMW sind in diesem Marktsegment vermehrt anzutreffen.

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