Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Das Phänomen «TwixTel»

Die neue TwixTel-DVD wandert tausendfach über den Ladentisch. Wie kommt es, dass die 50. Version der Software neben Giganten wie Google oder local.ch so gefragt ist?
PcTipp
PcTipp
© Quelle: PCtipp.ch

Einige unter uns erinnern sich bestimmt noch an das gute alte TwixTel. Die erste CD kam 1987 raus. Die Laufwerke waren damals noch so teuer, dass sich praktisch niemand eine CD leisten konnte. Die Internetverbindung war Anfang der Neunziger auf Faxniveau. Für kleine Betriebe und mittelgrosse Betriebe in den Neunzigern war die halbjährliche DVD-Ausgabe mit dem «Offline-Telefonbuch» kaum wegzudenken.

Man musste nur die DVD ins Laufwerk schieben und konnte dank intelligenter Druckfunktionen schnell und einfach ganze Bögen mit Adressetiketten ausdrucken.

Ein Schweizer Produkt mit «Verwurzelung»

Die Nachfrage nach TwixTel scheint aber bis heute ungebremst. Online-Händler wie Brack.ch bestätigen uns, dass seit der Einbuchung vom 15. Mai 2014 schon wieder über 1000 Stück der Software verkauft wurden. Doch: Was machen Herr und Frau Schweizer immer noch mit TwixTel in einer Zeit der globalen und helvetischen Suchgiganten wie Google, local.ch und tel.search? Darüber hinaus vernetzen wir uns ständig über soziale Netzwerke wie Facebook, Xing und Linkedin.

«Es ist ein Schweizer Qualitätsprodukt, das gut verwurzelt und akzeptiert ist. Die Nachfrage sinkt allerdings aufgrund dessen, dass viele der Daten kostenlos online verfügbar sind, aber als Paket wird TwixTel immer noch sehr geschätzt», meinte Lukas Tuor, Product Manager Software von Brack.ch. Von der Zielgruppe her würden sowohl Privatnutzer als auch Grossunternehmen die Software immer wieder bestellen, weiss der Online-Händler aus Mägenwil. 

Offline – ein Alleinstellungsmerkmal?

Doch wie erklärt sich die breite Zielgruppe? Philippe Reichlin, der CEO der Twix AG glaubt, die TwixTel-DVD sei eben ein reines Offline-Produkt. Das sei zwar hinsichtlich Google und local.ch nicht wirklich interessant, doch genau deswegen sei es ein Alleinstellungsmerkmal. Denn keine Verbindung zum Internet bedeute auch keine Werbeverfolgung durch Google & Co.

Zudem biete TwixTel die Sicherheit, dass keine Daten auf dem Netz gespeichert werden. «Wer will schon eigene Kundendaten auslagern – mir scheint, es sind viele», lacht Reichlin.

Nach Twix gehören zum Zielpublikum sowohl kleinere Firmen als auch Privatpersonen, die periodisch eine TwixTel-DVD kaufen. Weiter auch Banken, da an gewissen Arbeitsstationen kein Internet verfügbar sei und dort diese Informationen trotzdem zur Verfügung stehen müssten. Und viele Gemeinden.

Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: Was sind denn die Vorteile? 

Was sind denn die Vorteile?

Software-Schnittstellen 

Online-Händler Digitec vermutet, dass sich die Nutzer an «die über das einfache Nachschlagen von Telefonnummern hinausgehenden Funktionen von TwixTel» gewöhnt hätten, diese sehr schätzen und deshalb auch nicht mehr missen möchten.

Was KMU-Features anbelangt, glaubt Brack.ch, es dürften insbesondere Schnittstellen zu weiteren Programme sein. So habe z.B. die Buchhaltungs-Software von Q3 oder die Telefonie-Software von Estos eine TwixTel-Schnittstelle.

Manuelles Speichern von Kundendaten

Aber was nützt das Privatnutzern und kleinen Büros? Der CEO von Twix glaubt, die Kunden schätzen vor allem die Büroanwendungen wie Etiketten drucken, Word-Dokumente ergänzen und das Pflegen eigener Kundendaten. Weitere Aspekte, die Kunden laut Twix schätzen, seien die Anrufserkennungsfunktion am PC (auch von eigens nachgetragenen Handy- oder VoIP-Nummern) oder der Export von Daten nach Suchkriterien wie Standort und Umkreissuche. Nebenbei erwähnt Twix den Routenplaner, der postalisch erfasste Häuser direkt in der Karte einblendet. Mit dem geografischen Informationssystem habe man ebenfalls die Möglichkeit, Kundendaten zu importieren und diese in der Karte darzustellen.

2005 erstmals sinkende Nachfrage

Doch tatsächlich ist es so, dass TwixTel sich insbesondere während der Neunzigerjahre sehr grosser Beliebtheit erfreute, die Verkaufszahlen hielten sich laut Twix bis 2005 auf hohem Niveau. Mit dem Aufkommen von Smartphones und immer günstigeren Navigationsgeräten war aber auch bei Twix eine nachlassende Nachfrage nach der Telefonbuch-CD spürbar. Die negative Dynamik scheine jedoch nachzulassen: «Viele Nutzer sind zudem seit Jahren gewohnt, mit dem TwixTel zu arbeiten und fühlen sich mit dem Produkt vertraut», meinte Reichlin.

Kommentare

Firmen Cloud Internet Multimedia Navigation Netzwerk Office PC Sicherheit Smartphones Software Zubehör Internet & Sicherheit Software & Tools Windows & PC
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Honor: Neue Oberklasse mit zwei Modellen der 600-Serie
Die neuen Honor-Smartphones 600 und 600 Pro sollen in der Oberklasse mit schnellen Snapdragon-Prozessoren und umfangreichen KI-Funktionen der Kameras punkten.
3 Minuten
6. Mai 2026
ggs netz übernimmt sämtliche Kommunikationsnetze der GIB-Solutions
Die ggs netz ag übernahm per 1. Mai 2026 sämtliche Kommunikations-netze der GIB-Solutions AG. Mit der Transaktion kommen rund 10’000 Digitalanschlüsse hinzu. Die übernommenen Netze werden künftig über die neu gegründete Tochtergesell-schaft ggs plus ag betrieben.
3 Minuten
Echtzeittext - Bundesrat schafft Grundlage für neue Notruffunktion
Der Bundesrat hat mehrere Verordnungen angepasst, um ein sicheres Notrufsystem zu fördern. In Zukunft können Menschen in Notlage die Notdienste von Polizei, Feuerwehr und Sanität per Echtzeittext auf den Smartphones auch schriftlich erreichen. 
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Sicherheitstipps
Ist Biometrie sicher?
Viele Anwender nutzen Biometrie, um zum Beispiel das Smartphone per Gesichtserkennung oder das Notebook mittels Fingerscanner zu entsperren. Aber ist das wirklich sicher? Und wo lauern die Fallen?
9 Minuten
Publireportage
Ist öffentliches WLAN sicher? Das solltest du wissen
Öffentliche WLAN-Netze sind überall: in Flughäfen, Hotels, Bibliotheken, Einkaufszentren und vielen anderen Orten. Sich schnell und kostenlos mit dem Internet zu verbinden, war noch nie so einfach. Doch so praktisch diese Netzwerke auch sind – für Cyberkriminelle sind sie ein echtes Einfallstor.
3 Minuten
Vergabe der UKW-Konzessionen für Radios 2027 bis 2034
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat das Verfahren für die Vergabe der UKW-Funkkonzessionen zur Verbreitung von Radioprogrammen ab 2027 festgelegt. Die SRG und Privatradios mit Leistungsauftrag können auf Gesuch hin ihre bisherigen Frequenzen weiter nutzen. SRG vor UKW-Rückkehr?
3 Minuten
21. Apr 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare