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E-Trottis: Das ist in der Schweiz erlaubt

E-Trottinetts sind mittlerweile überall in Schweizer Städten zu sehen. Doch was ist mit den E-Trottis erlaubt und wofür kassiert man eine Busse? Was verlangen Verleiher? Und was passiert, wenn man mit dem E-Scooter in die Agglomeration fährt?
© (Quelle: Lime)

In vielen unserer Städte sind sie immer häufiger und zahlreicher zu sehen: E-Trottinetts. Die bunten E-Scooter von Verleihern wie Lime, Circ (ehemals Flash), Bird, Tier oder mittlerweile auch Voi prägen auch hierzulande das urbane Bild. Doch was ist in der Schweiz erlaubt – und was nicht?

E-Scooter fahren: Das gilt in der Schweiz

Grundsätzlich gelten in der Schweiz für E-Trottinetts die gleichen Regeln wie für Velos. E-Trottis fallen unter die Kategorie Leicht-Motorfahrrad. Das bedeutet: Das Trottoir ist tabu – die Benutzung von Velowegen ist zwingend, so will es das Gesetz.

Die E-Scooter benötigen Licht, eine Glocke sowie Bremsen und Sie dürfen mit ihnen maximal mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde (km/h) fahren; mit (elektrischer) Tretunterstützung dürfen die Flitzer mit bis zu 25 Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Die Antriebsleistung der Motoren darf 500 Watt nicht übersteigen. Ein Helm ist nicht obligatorisch, aber empfohlen. 

Lesen Sie auch das Merkblatt des Bundesamts für Strassen ASTRA [PDF] oder von der Stadt- und Kantonspolizei Zürich (Webseite und PDF-Download).

Dafür gibt es Bussen

Beispiele:

  • Mehr als eine Person fährt mit dem E-Trottinett.
  • Ein Kind unter 14 Jahren nutzt ein E-Trotti. Oder ein/e 14- bis 16-Jährige/r fährt damit ohne Führerausweis der Kategorie M (Töffliausweis) oder G (landwirtschaftliche Fahrzeuge). Ab 16 Jahren ist übrigens kein Führerausweis mehr nötig.
  • Sie fahren mit dem Gefährt z.B. auf dem Fussgängerweg.
  • Sie fahren mitten auf der Strasse, anstelle des rechten Strassenrandes.

Wie häufig die Stadtpolizei Zürich Bussen wegen E-Trottis verteilt hat, ist leider nicht verfügbar. Da E-Trottinetts nicht als separate Kategorie erfasst werden, ist dazu keine Statistik erhältlich.

Auf der Webseite der Stadtpolizei Zürich sind Merkblätter (Trendfahrzeuge) verfügbar. Sehen Sie sich auch das Video der Stadtpolizei Zürich an, wie man das E-Trotti richtig benutzt.

Diverse Verleiher am Start

Lime startete vor über drei Jahren in Zürich (PCtipp berichtete) und ist heute auch in Basel zu finden. Im Januar 2019 mussten über 500 E-Trottinetts vom Anbieter wegen technischer Probleme eingezogen werden, wie «Tages-Anzeiger» berichtete. Im September 2019 wagte Lime einen Relaunch in Zürich (PCtipp berichtete). Im Januar dieses Jahres startete Lime das E-Scooter-Sharing in Winterthur. Die Flotte in Winterthur besteht laut einer Mitteilung aus dem neuen E-Scooter-Modell Lime-S Gen-3.

Der E-Scooter-Verleiher Tier ist 2021 in Bern, Basel, St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich vertreten.

Das Berliner Start-up Circ (ehem. Flash) war vor zwei Jahren in Baar, Basel, Cham, Winterthur, Zug und Zürich vertreten. Circ wurde Anfang 2020 vom US-Sharing-Anbieter Bird aufgekauft. Bird ist 2021 in Basel, Winterthur und Zürich zu finden.

Der schwedische E-Scooter-Verleiher Voi startete im Mai 2020 mit 800 E-Trottis in Zürich ist ebenfalls in Winterthur vertreten. In Zürich arbeitet Voi mit den SBB zusammen. Voi bietet übrigens eine digitale Fahrschule für E-Scooter an. Mit der Yumuv-App kann man Voi-Scooter mieten. Lesen Sie hier mehr zu unserem Yumuv-Mobilitäts-App-Test.

Apps mit Info zu E-Trottinetten

Die SmartWay-App der SBB ist seit April 2021 nicht mehr in Betrieb. Sie zeigte in der Vergangenheit z.B. E-Scooter von Tier oder Voi.

Die App ZüriMobil der Zürcher Verkehrsbetriebe Zürich zeigt derzeit eher E-Bikes an. Nebst Publibikes finden Sie auch E-Sharing-Geräte von Tier, Bird oder Voi.

Links die ZüriMobil-App, mitte/rechts Google Maps mit Tier-/Voi-Infos

© Quelle: Screenshots/PCtipp.ch

Auch in Google Maps finden Sie mittlerweile E-Scooter in der Nähe, um zum Bahnhof zu düsen, beispielsweise in Zürich finden Sie in den Routeninfos auch E-Trottis von Lime, mittlerweile finden Sie auch Geräte von Tier oder Voi.

Nix für die Agglomeration

Sie sollten mit den E-Trottinetts übrigens die Stadt nicht Richtung Agglomeration verlassen.

Tier arbeitet mit einem IoT-Modul, das über GPS jederzeit sendet, wo sich der Scooter befindet. Verlassen Sie also den Stadtbereich, dann bremst das E-Trotti auf Schrittgeschwindigkeit. Der erlaubte Bereich sei in der App deutlich erkennbar, wurde uns von einem Tier-Sprecher versichert. Ein Beenden der Fahrt ist nicht möglich, man kann nur innerhalb der zugelassenen Zone parkieren und dort über die App die Fahrt beenden – und bis dahin bezahlt man.

Zum Beispiel bei Bird stoppt das Gefährt sogar (wenn auch nicht abrupt). Die Geschwindigkeit verringert sich langsam bis zum Stopp. Erst, wenn Sie wieder ins Fahrgebiet kommen, können Sie normal weiterfahren. Auch hier: Die Kosten pro Minute laufen derzeit weiter, bis man die Fahrt innerhalb des erlaubten Gebiets beendet.

Verleiher: Das kosten die E-Trottis in der Schweiz

Stand Oktober 2021

Beispiel: Eine Fahrt vom Zürcher Sihlcity bis zum Zürich Hauptbahnhof (ca. 2,6 km) dauert laut Google Maps ungefähr 10 Minuten.

Bird (ehem. Circ)

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) und Fr. 0.45 pro (angefangene) Minute. Ausserdem steht in der App, dass bei Fahrtbeginn ein Pfand in Höhe von Fr. 3.- abgebucht werden kann.
  • Von den vier genannten Angeboten ist Bird somit der teuerste. Eine geplante Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde rechnerisch somit Fr. 5.45 kosten (inkl. Freischaltgebühr).

Lime

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) plus Fr. 0.40 pro (angefangene) Minute. Die oben genannte Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde mit Lime rechnerisch somit Fr. 5.– kosten (inkl. Freischaltgebühr).
  • Laut App bezahlt man keine Freischaltgebühren, wenn man Lime Premium verwendet. Derzeit kann man ein Gratis-Test-Abo nutzen.

Bird und Lime in Zürich

© Quelle: Screenshots/PCtipp.ch

Tier

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) plus Fr. 0.40 pro Minute. Die oben genannte Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde mit Tier rechnerisch somit, wie bei Lime, Fr. 5.– kosten (inkl. Freischaltgebühr).
Voi

  • Kosten: Fr. 1.– Freischaltgebühr (bei jeder Fahrt) plus Fr. 0.39 pro Minute. Die oben genannte Fahrt Zürich-Sihlcity zum Zürich HB würde mit Voi rechnerisch somit Fr. 4.90 kosten (inkl. Freischaltgebühr).

Tipp: Voi hat eine eigene digitale Fahrschule für E-Scooter entwickelt. Wer die Voi-Fahrschule absolviert, erhält pro Kapitel einen Credit. Geht man alle 5 Kapitel durch, hat man am Ende also 5 Credits, was 5 Franken entspricht. Damit können Sie etwa 10 Minuten fahren. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Fahrschule-Artikel.

Tier und Voi.

© Quelle: Screenshots/PCtipp.ch

(Dieser Artikel erschien erstmals im August 2019 und wurde am 08.10.2021 aktualisiert.)

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