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Energie-Labels erklärt

Zahlreiche Haushalts- und Elektronikgeräte tragen die bekannten Etiketten mit den bunten Balken. Doch was bedeuten die genau? PCtipp erklärt alles, was Sie zu den Energie-Labels wissen sollten.
© (Quelle: Shutterstock)

Die Angaben auf Energieetiketten, die auf vielen Neugeräten kleben, sollen seit rund zwei Jahrzehnten den Konsumentinnen und Konsumenten helfen, effizientere Geräte zu kaufen. Die auf den Klebern genannten Klassen lehnen sich an Schulnotensysteme an, wie sie in britischen Schulzimmern üblich sind: A als beste Wertung, G als schlechteste.

Welche Geräte haben überhaupt Energie-Labels?

Bei der Auswahl der Gerätekategorien hat man sich auf solche konzentriert, die entweder kurzzeitig einen eher hohen Stromverbrauch verursachen (Waschmaschinen, Tumbler, Backöfen, Fernseher) oder die täglich über mehrere Stunden hinweg oder sogar ununterbrochen laufen (typischerweise Kühlschränke). Kein Wunder, denn bei einer elektrischen Zahnbürste, die im Betrieb und beim Aufladen relativ wenig Strom braucht und täglich pro Person nur wenige Minuten genutzt wird, fällt der jährliche Verbrauch weniger ins Gewicht. Für welche Arten von Geräten es Energie-Labels gibt, erfahren Sie beim Bundesamt für Energie. Wagen wir einen kurzen Blick über die Landesgrenze: 

Welche Energieklassen gibt es?

Schon die ursprünglich angewendete Skala reichte von A bis G. Weil aber immer mehr Geräte stetig effizienter wurden, drängelten sich mit der Zeit zu viele in der Kategorie A, was einen Vergleich erschwerte. Auch die deswegen zusätzlich eingeführten Klassen A+ bis A+++ vereinfachten die Sache für die Konsumenten nicht gerade. So wurde beschlossen, die Skalen wieder auf A bis G zurechtzustutzen. A+ bis A+++ entfallen seit rund zwei Jahren zunehmend für verschiedene Gerätekategorien, während deren Skala gleichzeitig nach unten verschoben wird. Ein PDF von energieschweiz.ch zeigt, in welchen Gerätegruppen bereits die neuen Labels verwendet werden und welche derzeit noch die alten benutzen dürfen, hier mit einer Skala von A+++ bis D, Bild 1.

Bild 1: Hier sehen Sie, welche Gerätekategorien noch die alten Labels tragen – und welche die neuen

© Quelle: Energieschweiz.ch

Wundern Sie sich darum bitte nicht darüber, dass Sie derzeit keine neuen Smart-TVs finden, die aufgrund der aktualisierten Skala die Energieklasse A aufweisen. Damit schafft man Platz für die Auszeichnung zukünftiger, effizienterer Geräte, ganz im Stil von: Hier ist noch Luft nach oben! Das ist ein Anreiz nicht nur für die Verbraucher, sondern ganz besonders auch eine Herausforderung für die Hersteller. Das bedeutet: Die neue Klassifizierung laut EnEV 2020 (Energieeffizienzverordnung 2020) ist zwar nicht in Stein gemeisselt, wird aber sicher mehrere Jahre halten. Sucht man zum Beispiel bei brack.ch nach Smart-TVs und prüft die Filterkategorie Energieeffizienzklasse EnEV 2020, stehen nur die Klassen E, F und G zur Verfügung, Bild 2.

Bild 2: Die Fernseher (hier etwa bei(Brack.ch) bewegen sich derzeit noch in den Klassen E bis G

© Quelle: Brack/Screenshot PCtipp.ch

Sobald die Hersteller eine höhere Effizienz als ein wichtiges Verkaufsargument erkennen, dürften nach und nach auch erste Fernseher in den Kategorien D und C zu finden sein. Für ein A müssten LG, Samsung, Sony & Co. derzeit schon hexen können.

Was steht auf den Labels?

Bild 3: Das Energie-Label eines Phillips-TVs nach neuem Schema

© Quelle: Screenshot PCtipp.ch

Auf den neuen Labels finden Sie die sieben Energieklassen A bis G, Bild 3. Dahinter wird in einer Pfeilmarkierung die berechnete Klasse des vorliegenden Geräts genannt, hier ist es Klasse F. Oben finden Sie den Hersteller und Typ, unterhalb der Farbbalken den Verbrauch in Kilowattstunden im Normalbetrieb, bei Fernsehern ist hiermit der Betrieb im SDR-Modus gemeint (Standard Dynamic Range).

Die Angaben unterhalb der Balken unterscheiden sich je nach Kategorie. Da es sich in diesem Beispiel um einen Fernseher handelt, der auch HDR haben könnte (was mehr Strom braucht), finden Sie hier auch eine Einstufung des Geräts bei HDR-Nutzung. Unten stehen noch die Bildschirmdiagonale und Auflösung. Der QR-Code oben rechts ist in der EU obligatorisch, in der Schweiz freiwillig. Er enthält einen Link zum Eintrag mit Details zum Gerät in der europäischen EPREL-Datenbank eprel.ec.europa.eu (EPREL: European Product Registry for Energy Labelling).

Sollten Sie in Onlineshops Fernseher mit A oder B entdecken, können Sie davon ausgehen, dass diese entweder falsch oder noch nach altem Schema klassifiziert sind, Bild 4. Die alten Labels erkennen Sie daran, dass der QR-Code fehlt (bzw. in der Schweiz der Platzhalter für denselben) und dass Balken für A+, A++ oder gar A+++ vorhanden sind.

Bild 4: Beispiel eines alten Energie-Labels bei einem Gebrauchtfernseher im Online-Shop von Digitec

© Quelle: Digitec/Screenshot PCtipp.ch

Wie werden die Geräte eingeteilt? • Energiespartipps

Nebst der Einteilung in die Gerätekategorien erfolgt die Klassifizierung in A bis G aufgrund des «Energieeffizienzindex» eines Produkts. Dieser berechnet sich aus dem zu erwartenden Jahresstromverbrauch des Geräts, geteilt durch den Jahresstromverbrauch eines fiktiven Referenzgeräts, multipliziert mit 100.

Energiespartipps

Die Energieklassen werden es beim Versuch, Energie zu sparen, nicht alleine richten. Im PCtipp 9/2022 hat mein Kollege Daniel Bader viele Tipps zum effizienten Umgang mit den heimischen Gerätschaften zusammengetragen. Sie finden den Artikel unter pctipp.ch im Heftarchiv. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn direkt via go.pctipp.ch/2991.

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