Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Mac-Tipp: Fehler sehen, bevor es andere tun

Niemand will sich beim Schreiben eine Blösse geben. Dabei helfen auch spezialisierte Dienste, etwa das kostenlose LanguageTool. Wir sehen uns an, wie es am Mac noch besser wird.
© (Quelle: Foto: Shutterstock/Andrey_Popov)

Zu den deutschsprachigen Hilfen zählt LanguageTool, das sich mit über dreissig Sprachen versteht – darunter auch Deutsch. Für die ganz Eiligen: Der Dienst lässt sich kostenlos und ohne Anmeldung unter languagetool.org nutzen. Setzen Sie einfach einen Text in das grosse Eingabefeld. (1) Mehr noch: Klicken Sie auf die Schaltfläche Ein Word-Dokument überprüfen, (2) um eine Word-Datei hochzuladen, mithilfe von LanguageTool zu korrigieren und in der verbesserten Form zu speichern. Auch diese Dienstleistung ist kostenlos; sie setzt allerdings eine Registrierung voraus. Dabei sollte noch erwähnt werden, dass die Korrektur auf den Servern des Dienstes durchgeführt wird, was den Text einsehbar macht.

LanguageTool lässt sich sofort und ohne Anmeldung im Browser nutzen

© Quelle: PCtipp.ch

Mac-Client laden

Komfortabler korrigiert es sich im eigenständigen Mac-Client mit seiner gelungenen Oberfläche, den Sie unter dieser Adresse kostenlos laden.

Der Mac-Client gefällt durch seine aufgeräumte Oberfläche

© Quelle: PCtipp.ch

Er enthält auch die Plug-ins, um das Tool direkt in Slack sowie Apples eigenen Programmen Mail, Notizen und Nachrichten zu nutzen.

Die Auswahl an installierbaren Plug-ins

© Quelle: PCtipp.ch

Beim ersten Start werden Sie aufgefordert, die nötigen Rechte in den Systemeinstellungen einzuräumen, dann geht es an die Wahl der Anwendungen.

Word-Erweiterung und mehr

LanguageTool kennt ausserdem ein Plug-in für Microsoft Word und andere Office-Programme, etwa jene von Google, die ebenfalls kostenlos geladen werden können. Obwohl die Installation nicht danach aussieht, als wäre sie für Macs gemacht, funktioniert sie einwandfrei. Bei Word wird allerdings ein Abo von Microsoft 365 (früher Office 365) vorausgesetzt. Ausserdem korrigiert die kostenlose Version von LanguageTool nur einzelne Absätze und streicht auch einige andere Funktionen, die den Abonnenten der Premium-Version vorbehalten sind.

LanguageTool kann direkt in Word verwendet werden, doch die Übersicht geht den Bach runter

© Quelle: PCtipp.ch

Die Premium-Version

Das Premium-Upgrade erfolgt in der App oder im Browser und wird mit Ihrem Konto verknüpft. Das Abo kostet 29 Franken monatlich, 49 Franken für 3 Monate oder 69 Franken jährlich.

Dabei werden weitere Fehler erkannt, etwa semantische Unstimmigkeiten: Schreiben Sie zum Beispiel «Wir treffen uns am Donnerstag, dem 3. Oktober», wird Sie LanguageTool darauf aufmerksam machen, dass dieses Datum im Jahr 2023 kein Donnerstag sein kann. Andere Funktionen wirken eher abgehoben, wie die Möglichkeit, in einem Browser-Textfeld statt 10'000 Zeichen bis zu 150'000 Zeichen zu kontrollieren. Und schliesslich lassen sich beliebig viele Sätze durch die K.I. umformulieren, während die kostenlose Version nur drei Sätze pro Tag erlaubt.

Doch auch wenn Sie kein Abo abschliessen: Bereits der kostenlose Funk­tionsumfang reicht für die meisten privaten Anwender aus, während sich das Abo vorwiegend an die berufsmässigen Redaktoren richtet, die hier für wenig Geld eine nützliche Unterstützung finden. Einen Vergleich der Versionen finden Sie unter languagetool.org/de/premium.

Die Premium-Funktionen, wie sie beim Schreiben dieser Zeilen aufgeführt wurden

© Quelle: PCtipp.ch

Schwächen in der Praxis

In meinem Alltag als Schreiberling hat sich LanguageTool als praktische Hilfe bewährt, um mit minimalem Aufwand eine zusätzliche Instanz zwischen Redaktor und Lektorat einzurichten. Trotzdem findet Word weiterhin Fehler, die von LanguageTool übersehen wurden – und umgekehrt. So kritisiert LanguageTool ohne Gnade auch Anführungszeichen, die nicht den deutschen Gepflogenheiten entsprechen. (Ich verwende für die private Korrespondenz die “amerikanische” Version, die mir optisch besser gefällt.) Ausserdem ist der Dienst aus unerfindlichen Gründen blind für doppelte Leerzeichen, die von Word erkannt werden. Word hingegen übersieht zuweilen Wörter, die schlicht und ergreifend falsch geschrieben sind.

Macht es DeepL Write besser?

Dass die Übersetzungen von deepl.com wahrscheinlich die besten der Welt sind, hat sich längst herumgesprochen. Wenn dasselbe Unternehmen dann auch noch verspricht, für bessere Texte zu sorgen, erregt das natürlich Aufmerksamkeit. Auf deepl.com/write gilt das gleiche Prinzip wie bei den Übersetzungen: Texte werden links abgefüllt, damit DeepL nur ­Sekunden später eine optimierte Version liefert. Das sorgt für beeindruckende Resultate – und für gemischte Gefühle.

DeepL Write funktioniert hervorragend, doch die Texte wirken steril

© Quelle: PCtipp.ch

So viel vorweg: Das Gros der vorgelegten Texte wurde tatsächlich besser, was Verständlichkeit, Stil und Klarheit angeht. In der rechten Spalte wird das korrigierte Manus­kript gezeigt, wobei die geänderten Passagen mit einem Klick durch alternative Formulierungen ersetzt werden können.

In der ersten Testphase musste ich neidlos zugeben, dass die Texte wirklich geschliffener daherkamen. Doch nach einigen weiteren Tests wurde DeepL immer nerviger, weil viele Texte zwar umformuliert, aber nicht automatisch besser wurden. Und schliesslich reifte die Erkenntnis, dass auch bei DeepL nicht alles perfekt ist: Lässt man der K.I. freien Lauf, wirken die Texte, als seien sie just einer Gebrauchsanweisung entsprungen. Ausserdem fühlt sich die Oberfläche im Browser genauso sperrig an, wie bei den Übersetzungen: Was DeepL seit jeher fehlt, ist ein gefälliger Client, so wie jener von LanguageTool. Kurzum, bei DeepL Write gilt: je schlechter das Manuskript, umso eindrücklicher die Verbesserungen.

Wenn Sie jedoch an Ihrem Schreibstil festhalten und sich sprachlich sattelfest fühlen, bietet LanguageTool den besseren Ansatz.

Kommentare

Mac Web-Dienste
Anzeige
Anzeige

Neueste Beiträge

Apple-Ecke
iCloud-Backups: wenig Aufwand, viel Wirkung
Apples iCloud ist kein Ersatz für klassische Backups. Doch mit dem richtigen Ansatz wird sie zur wichtigsten Verteidigungslinie gegen Datenverlust. Mit den folgenden Einstellungen werden wasserdichte Sicherheitskopien bei minimalem Aufwand realisiert.
6 Minuten
19. Mär 2026
Amazon plant offenbar ein eigenes Smartphone
Amazon entwickelt offenbar ein eigenes Smartphone. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Insider im Unternehmen. Es wäre der zweite Anlauf in diesem Segment für den Web-Riesen.
2 Minuten
23. Mär 2026
«ZüriA»
Stadt Zürich lanciert eigene KI-Assistenz
Seit Kurzem steht den Mitarbeitenden der Stadt Zürich mit «ZüriA» eine KI-Assistenz zur Verfügung, die die Bearbeitung von internen, vertraulichen und streng vertraulichen Informationen ermöglicht.
2 Minuten
18. Mär 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Apple-Watch-Tipps
Alles für die Gesundheit auf der Apple Watch
Die Apple Watch ist gespickt mit Funktionen, die sich der Überwachung der Gesundheit verschreiben. Damit wird die smarte Uhr zum Schutzengel aller Altersklassen, denn sie kann gesundheitliche Probleme erkennen, bevor sie problematisch werden.
10 Minuten
16. Mär 2026
Windows-Fotos
Fotos gratis bearbeiten
Die bei Windows mitgelieferte Foto-App eignet sich nur für einfachste Aufgaben? Falsch. Microsoft hat sie um nützliche Funktionen wie OCR-Texterkennung und KI-Retuschen erweitert. Der PCtipp gibt Tipps zur optimalen Bedienung.
8 Minuten
12. Mär 2026
Schweizer Bibliotheken
So funktioniert die Bücher-Ausleih-Plattform «Swisscovery»
Mitte November hat «Swisscovery» einen neuen Bestellprozess und weitere Funktionen erhalten. PCtipp erklärt, wie die Ausleih-Plattform funktioniert.
6 Minuten
17. Nov 2022
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentare