KI-Produkte
Hier bringt KI einen echten Mehrwert
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein funktionaler Bestandteil aktueller Technik in Endgeräten. Moderne Geräte verfügen heute über eine eigene NPU (Kürzel für Neural Processing Unit), also einen speziellen KI-Prozessor. Und diese Art «Hirn» hat es sprichwörtlich in sich: NPUs können KI-Aufgaben wie Bilderkennung, Sprachverarbeitung oder Hintergrundunschärfe in Videokonferenzen deutlich schneller als eine Allzweck-CPU verarbeiten. Zudem sind die Spezialprozessoren darauf ausgelegt, Millionen von kleinen Rechenoperationen gleichzeitig mit minimalem Stromverbrauch auszuführen. Auch den Datenschutz verbessern sie, da sensible Daten die Geräte nicht mehr verlassen müssen, sondern direkt auf dem Gerät ausgeführt werden. Ausserdem bieten Sie eine optimierte Echtzeit-Verarbeitung. Sie ermöglichen Funktionen wie Live-Übersetzungen oder automatische Kameraanpassungen in Echtzeit bei geringer Latenz.
In dieser Kaufberatung erfahren Sie, welche Produkte diese Vorteile am besten umsetzen. Dabei konzentrieren wir uns auf Produkte aus den Bereichen Hardware, Software und Dienstleistungen, die in der Schweiz erhältlich sind und den Alltag effizienter, komfortabler und sicherer gestalten.
Gut zu wissen: Treibende Kräfte bei der Entwicklung der NPU-Recheneinheiten sind AMD, Intel und Nvidia für klassische PCs, Notebooks und Server. Bei Smartphones regieren Eigenentwicklungen von Apple und ARM-basierte Prozessoren (etwa von Qualcomm), die in Android-Smartphones von Samsung, Nothing oder Xiaomi stecken.
Die Produktkategorien
- Hardware
- Software
- Services
Bild 1: Samsung Galaxy Z Fold7 • Gesehen bei: brack.ch • Preis: ab Fr. 1399.–
PCtippHardware
Hardware bildet das Fundament für alle intelligenten Funktionen. Ein modernes Gerät ohne dedizierte KI-Hardware ist in naher Zukunft ein Auslaufmodell, da kommende Betriebssystem-Updates KI-Komponenten voraussetzen, um die volle Leistungsfähigkeit der System-Software auch auszuschöpfen.
Nur ein Beispiel von vielen sind die aktuellen Notebooks von HP, die in hohem Masse auf die Integration der KI-Technik setzen. So hat der Hersteller seine jüngsten Notebooks der Business- und Consumer-Linien (erkennbar am Zusatz AI für Artificial Intelligenz) konsequent auf KI-Workflows getrimmt. In den Modellen kommt zum Beispiel die Software Poly Camera Pro zum Einsatz. Diese nutzt die NPU des Laptops, um ein Videobild in Echtzeit zu verbessern. Die Kamera folgt automatisch dem Motiv, blendet Hintergründe präzise aus und filtert störende Nebengeräusche im Heimbüro oder sogar im Zug heraus. Der eigentliche Clou: Diese Aufgaben belasten nicht mehr wie früher den Hauptprozessor, sondern werden ausschliesslich von der NPU-Einheit verarbeitet. Dadurch bleibt das Gerät im Betrieb leise und der Akku hält deutlich länger durch. Ferner bietet HP den AI Companion an – ein Werkzeug, das direkt im System integriert ist und lokal läuft. Es hilft, komplexe Einstellungen per Sprache zu steuern oder umfangreiche PDF-Dokumente lokal zusammenzufassen.
Bei den Smartphones besetzt Samsung mit der Galaxy-Reihe die Spitzenposition im KI-Bereich, Bild 1. Die Galaxy AI greift tief in die Hardware ein. Ein konkreter Vorteil ist etwa die Live-Übersetzung bei Telefonaten: Wenn Sie beispielsweise ein Hotelzimmer in Italien reservieren und kein Italienisch sprechen, übersetzt das Telefon das Gespräch für beide Seiten, und zwar in Echtzeit. Ein weiterer Pluspunkt sind die weitreichenden Fotooptimierungsmöglichkeiten: Die Smartphone-NPU analysiert das Bildmaterial bereits während der Aufnahme und korrigiert Unschärfen oder Belichtungsfehler, bevor das Foto überhaupt gespeichert wird. Durch die lokale Verarbeitung dieser Prozesse bleibt die Reaktionsgeschwindigkeit des Smartphones auch bei intensiver Nutzung hoch.
Bild 2: TP-Link Tapo C460 Kit • Gesehen bei: brack.ch • Preis: Fr. 100.–
PCtippDass lokale KI-Verarbeitung auch mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden bedeuten kann, zeigt eindrücklich der Hersteller TP-Link, Bild 2. Ihre smarten Tapo-Überwachungskameras bis hin zum Smarthome-Center H500 verfügen über eine integrierte, lokal arbeitende KI, die zwischen vertrauten Menschen (Gesichtserkennung), Haustieren (Tiererkennung) und Fahrzeugen (Nummernschild) unterscheiden kann. Für Sie bedeutet das: Keine Fehlalarme mehr, nur weil sich etwa ein Vorhang im Wind bewegt oder eine Katze durch den Garten läuft. Die Kamera sendet nur dann eine Benachrichtigung, wenn wirklich ein relevanter Vorfall erkannt wird. Da die Analyse direkt auf der Kamera geschieht, wird Ihr WLAN nicht unnötig belastet und das Videomaterial bleibt dort, wo es auch sein soll: privat!
Info: KI-Hardware
- Wichtige Hersteller: Apple, Fritz!, HP, Joule Performance, Panasonic, Philips, Samsung, TP-Link
- Interessante Produktkategorien: Notebooks, Gaming-PCs, Smartphones, Sicherheitskameras, Smart-TVs, Router
- Kauftipp: Fragen Sie beim Kauf explizit nach der NPU-Leistung der Hardware. Für moderne Anwendungen sollte das Gerät über eine Rechenleistung von mindestens 40 bis 50 TOPS verfügen, um zukunftssicher zu sein. TOPS steht für Tera Operations per Second. Der Wert gibt an, wie viele Billionen mathematische Rechenoperationen (z. B. Additionen und Multiplikationen) pro Sekunde ein KI-Chip bewältigen kann. Er ist die grundlegende Leistungskennzahl für NPUs.
Und noch eine Hardware-Kategorie ist geradezu prädestiniert für KI. Smarte Fernseher, wie sie von Samsung, Panasonic oder auch Philips verkauft werden. So bieten die neusten Philips-TVs mit dem Hauptprozessor P5 9th Gen. viel künstliche Intelligenz, Bild 3. Der Rechenakrobat nutzt KI-Algorithmen, um die Bildqualität von «mittelmässigen» Fernsehbildern oder Streaming-Diensten in Echtzeit auf ein hochauflösendes Niveau anzuheben, das fast an natives 4K respektive 8K heranreicht. Im Detail ist die KI-Hardware in der Lage, Gesichter, Landschaften und Bewegungen zu erkennen und in Echtzeit den Kontrast sowie die Schärfe individuell für jedes dieser Bildelemente zu optimieren. Das Ergebnis ist ein natürliches und scharfes Bild, welches das Seherlebnis deutlich verbessert.
Bild 3: Philips 65OLED950 • Gesehen bei: fust.ch • Preis: Fr. 3099.90
PCtipp
Bild 4: ESET Home Security Ultimate • Gesehen bei: eset.ch • Preis: Fr. 124.99/Jahr
PCtippSoftware
Software ist das Werkzeug, mit dem Sie die Leistung Ihrer Hardware im Alltag nutzen. Hier geht der Trend weg von komplizierten Menüs hin zu Programmen, die Ihre Absichten verstehen und Ihnen Arbeitsschritte abnehmen. Im Bereich der IT-Sicherheit mit KI-Hilfe ist ESET unser favorisierter Anbieter im Schweizer Markt. ESET setzt bei seinen Sicherheits-Suiten nach eigenen Angaben auf eine fortschrittliche Verhaltensanalyse, die weit über herkömmliche Virenscanner hinausgeht. Die KI lernt das normale Verhalten Ihres Systems kennen. Wenn eine Software etwa plötzlich beginnt, im Hintergrund Dateien zu verschlüsseln – ein typisches Zeichen für Ransomware –, greift die Sicherheitsanwendung von ESET unverzüglich ein und blockiert den Prozess respektive die Schad-Software, Bild 4. Dieser Schutz funktioniert auch bei vollkommen neuen Bedrohungen (sogenannte Zero-Day-Exploits), für die es eben noch keine bekannten Signaturen gibt. Zudem schützt die KI von ESET Sie vor raffinierten Phishing-Angriffen, indem sie betrügerische Webseiten anhand kleiner Unstimmigkeiten in Layout und Code erkennt.
Sicherheit: Gefahren der KI
Trotz der immensen Vorteile ist beim Umgang mit KI auch besondere Vorsicht geboten. Der wichtigste Aspekt ist der Schutz Ihrer Privatsphäre: Geben Sie niemals vertrauliche Passwörter, Bankdaten oder hochsensible Geschäftsgeheimnisse in öffentliche, kostenlose KI-Chatbots ein, deren Datenverarbeitung unklar ist. Zudem können KI-Systeme «halluzinieren», also Fakten erfinden, die täuschend echt klingen. Verlassen Sie sich bei rechtlichen oder medizinischen Fragen niemals blind auf eine KI-Antwort. Schliesslich ist die Gefahr durch Deepfakes (manipulierte Bilder oder Stimmen) real. Seien Sie skeptisch, wenn Sie ungewöhnliche Anfragen erhalten, auch wenn die Stimme am Telefon bekannt klingt. Ein gesundes Mass an Skepsis ist und bleibt bei Verwendung einer KI-Applikation immer sehr wichtig.
Auch kreative Bildbearbeitungsprozesse werden dank KI erheblich vereinfacht. Die entsprechenden Programme vom Platzhirsch Adobe (Photoshop, Lightroom etc.) wurden speziell auf die Nutzung neuer NPU-Chips optimiert. Wenn Sie heutzutage ein (störendes) Objekt aus einem Ferienfoto entfernen möchten, müssen Sie es nicht mehr mühsam pixelgenau ausschneiden. Die KI erkennt das Objekt, entfernt es und füllt den Hintergrund so auf, dass praktisch kein Unterschied zum Original erkennbar ist. Da dies lokal auf der NPU berechnet wird, geschieht das fast verzögerungsfrei und verbraucht kaum Strom.
Für Anwender, die ihre Erinnerungen gerne in einem Fotobuch aufbewahren wollen, bietet sich die Fotobuch-Software vom Marktführer CEWE respektive dessen «Fotowelt-Software» an, Bild 5. Warum? Weil das PC-Offline-Tool (läuft ohne Internetverbindung) auf viele nützliche KI-Optimierungen zurückgreift. Wer will, kann das Zepter im ersten Schritt an den Fotobuch-Assistenten übergeben. Dieser wählt automatisch die besten Aufnahmen aus, erkennt doppelte oder unscharfe Bilder und schlägt zudem passende Layouts (nach Vorgabe des Anwenders) vor. Danach können User wieder die Kontrolle zu Feinjustage übernehmen, Bilder austauschen und Hintergründe oder auch andere individuelle Bildoptimierungen vornehmen – falls gewollt. Das grosse Plus: Anwender sparen immens Zeit, indem der Grossteil der mühsamen Vorarbeit von der KI übernommen wird.
Info: KI-Software
- Wichtige Hersteller: Adobe, CEWE, ESET, Google, Microsoft
- Interessante Produktkategorien: Security-Suiten, Foto- und Videobearbeitung, Layout-Software, Fotobuch-Software, Office-Anwendungen
- Kauftipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Software «NPU-ready» ist. So profitieren Sie von der Geschwindigkeit moderner Hardware und schonen gleichzeitig die Ressourcen.
Bild 5: CEWE Fotobuch • Gesehen bei: cewe.ch • Preis: ab Fr. 12.95
PCtipp
Bild 6: Google Gemini • Gesehen bei: one.google.com/ai • Preis: ab Fr. 17.–
PCtippAuch Microsoft und Google integrieren KI-Assistenten in ihre Office-Tools, um den Arbeitsablauf für klassische Büroaufgaben zu beschleunigen. So lassen sich bei den E-Mail-Tools Gmail (mit Gemini-KI, Bild 6) oder Outlook (mit OpenAI-Funktionen) etwa Termine aus E-Mails automatisch erkennen extrahieren oder auch der Posteingang «intelligent» vorsortieren. Antworten können zudem automatisch erstellt sowie auf Grammatik und Rechtschreibung kontrolliert werden, um sie im zweiten Schritt nach individuellen Vorgaben zu ergänzen.
Services
Bei Dienstleistungen spielt der Standort Schweiz eine entscheidende Rolle. Vertrauen und Datenschutz sind keine Nebensache, sondern die Basis für jedes Geschäftsmodell. Schweizer Anbieter haben KI-Tools entwickelt, die genau diesen Werten entsprechen. Der Hoster Infomaniak bietet zum Beispiel mit seinem KI-gestützten Website-Baukasten Site Creator eine Lösung an, die es jedem ermöglicht, «in kürzester Zeit professionell online zu gehen». Anstatt Wochen in Design und Programmierung zu investieren, geben Sie der KI lediglich einige Informationen zu Ihrem Vorhaben, so der Anbieter. Das Tool generiert daraufhin ein passendes Design, verfasst Texte und optimiert die Webseite für Suchmaschinen. Da der Hoster seine Server ausschliesslich in der Schweiz betreibt, unterliegen die Daten dem Schweizer Datenschutzgesetz, was Kunden eine hohe Sicherheit bietet.
Zudem hat Infomaniak mit dem neuen KI-Tool Euria eine Applikation für Smartphones, Tablets und den Webbrowser im Portfolio, die einen KI-Assistenten beinhaltet, der speziell auf den Datenschutz achtet (mehr dazu im PCtipp 2/2026), Bild 7.
Bild 7: Infomaniak Euria • Gesehen bei: euria.infomaniak.com • Preis: gratis
PCtippInfo: KI-Services
- Wichtige Hersteller (Auswahl): Hostpoint, Hosttech, Infomaniak
- Interessante Produktkategorien: Webseiten-Baukästen, KI-Assistenten, Domainsuche
- Kauftipp: Bevorzugen Sie für das Webhosting Anbieter mit dem Label «Swiss Hosting». Es garantiert die Einhaltung lokaler Datenschutzbestimmungen. Der Zugang zu den Daten ist für Dritte nur via Schweizer Behörden möglich.
Auch die beiden bekannten Schweizer Hosting-Anbieter Hostpoint und Hosttech, Bild 8, bieten KI-Support in zunehmendem Masse an. Sie ergänzen dabei ihr Angebot durch KI-gestützte E-Mail- und Cloud-Lösungen (Hard- und Software), die mit KI-Prozessoren von AMD oder Intel respektive Grafiklösungen von AMD oder Nvidia betrieben werden. Hosttech wartet darüber hinaus mit einer KI-gestützten Domainsuche namens Domain GPT auf. Hosttech stellt Anwendern ab der Webbaukastenversion Site Plus ausserdem eine KI-Funktion zur Verfügung, mit der sich automatisch Texte für Webseiten generieren lassen.
Bild 8: DomainGPT • Gesehen bei: hosttech.ch • Preis: ab Fr. 4.90
PCtippFazit: KI kann wirklich helfen
KI hat sich zu einem funktionalen Werkzeug gemausert, das richtig eingesetzt den Alltag massiv erleichtert und ein riesiges Anwendungsgebiet punkto Hard-, Software und Services abdeckt. Für Anwender bedeutet das: KI-Berechnungen bis hin zum gesamten Arbeitsablauf (Bildbearbeitung, Gaming, Webseitenerstellung) finden zunehmend direkt auf den Geräten statt. Hersteller von Notebooks, Smartphones oder auch TVs nutzen hierfür sogenannte NPU-Prozessoren (Neural Processing Unit), etwa von Herstellern wie AMD, Intel und natürlich Nvidia, deren Grafikprozessoren durch ihre parallele Arbeitsweise für komplexe KI‑Aufgaben prädestiniert sind. Diese haben einen spezialisierten Rechenkern, der KI-Aufgaben blitzschnell und äusserst stromsparend erledigt. Während im Bereich Software eine KI zum Beispiel für mehr Sicherheit durch eine proaktive Verhaltensanalyse sorgt, bieten Schweizer Service-Provider wie Infomaniak, Hostpoint oder auch Hosttech die Möglichkeit, Webseiten per Webbaukasten-Tool erstellen zu lassen und helfen hierbei mit KI-Assistenten.
In diesem Artikel stellen wir spannende und nützliche KI-Produkte aus den bereichen Hardware, Software und Service vor. Dabei stellen wir den tatsächlichen Nutzen in den Vordergrund.
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