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Lesedauer 4 Min.

Im Test – Sony LinkBuds Clip

Ein Kopfhörer für den ganzen Tag, der die Umwelt nicht aussperrt: Das verspricht Sony mit dem LinkBuds Clip. Dank offener Bauweise bleibt man ansprechbar, während die Audioqualität laut Hersteller erstklassig sein soll. Wir testen, ob dieses Konzept im Alltag überzeugt.
© (Quelle: Sony)

Wer klassische In-Ears gewohnt ist, muss sich bei Sonys LinkBuds Clip auf ein ganz anderes Hörerlebnis einstellen. Das beginnt bereits beim Design. Die Ohrhörer sehen wie Minikopfhörer aus. Sie werden nicht ins Ohr gesteckt, sondern ans Ohr geklemmt. Dabei sitzt ein Teil hinter dem Ohr, der Lautsprecher liegt vor dem Gehörgang – daher der Name LinkBuds Clip.

Der Sony-Kopfhörer sitzt wie ein Clip am Ohr

© Quelle: Sony

Gefummel statt Plug-and-play

Hängen die Hörer endlich am Ohr, halten sie sicher. Doch das Montieren ist anfangs ein Geduldsspiel. Es braucht einige Übungsrunden, bis sich der LinkBuds Clip so schnell wie ein herkömmlicher In-Ear anlegen lässt. Ein Vorteil hat der Clipmechanismus gegenüber anderen offenen Kopfhörervarianten mit Bügel: Der LinkBuds Clip eignet sich auch für Brillenträger. 

Damit die Konstruktion an jedem Ohr hält, legt Sony zwei Passform-Polster bei. Während der Tragekomfort für mich in Ordnung war, klagen Nutzer im Netz teils über Schmerzen nach längerem Tragen. Bei einem stolzen Preis von 189 Franken ist ein Probetragen daher Pflicht.

Das Anlegen des Kopfhörers benötigt Übung

© Quelle: Sony

Magere Ausstattung

Für fast 200 Franken ist der Lieferumfang mager. Hörer, Case, Passform-Polster und Kurzanleitung – mehr gibt es nicht. Das Ladekabel hat sich Sony gespart. Immerhin: Die Einrichtung gelingt problemlos. Bluetooth an der Soundquelle einschalten, Hörer aus dem Case nehmen, die Verbindung steht. Wer das Maximum herausholen will, sollte Sonys Sound-Connect-App installieren. Diese bietet einen mächtigen 10-Band-Equalizer und viele Konfigurationsmöglichkeiten. Leider wirkt sie optisch aus der Zeit gefallen und überladen. Ein Facelifting wäre dringend nötig.

189 Franken für so wenig Ausstattung sind eine stolze Ansage

© Quelle: Sony

Bedienung mit Schwächen

Die Steuerung erfolgt per Tippen auf die Bügel – haptisch wenig überzeugend. Das System reagiert teils träge, wer die Lautstärke ändern will, muss wie ein Specht auf sein Ohr einhacken. Das ist weder intuitiv noch komfortabel. Eine klassische Touchfläche wäre deutlich besser. Ferner sind die Möglichkeiten bei der Tippbedienung eingeschränkt – und man muss sich die verschiedenen Tippfolgen merken … zweimal ist Pause, dreimal ist Track überspringen, mehrmals ist Lautstärke etc. 

Die App von Sony ist nicht die schönste, aber unbedingt zu empfehlen

© Quelle: Sony

Nur ordentlicher Sound

Bei der Soundqualität hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Sie ist zwar ordentlich, mit genügend Details und einer guten Abstimmung zwischen Bass, Mitten und Höhen. Doch mir fehlt das gewisse Etwas – jener Enthusiasmus, der einen zum Mitsingen oder Mitwippen bringt. Das hat mehrere Gründe: Der Bass kommt sehr zahm daher, hier hätte mehr Kraft und Druck gutgetan. Den Höhen fehlt es zudem an Brillanz und den Mitten an Biss. Für fast 200 Franken erwarte ich mehr. 

Hinzu kommt: Durch die offene Bauweise hört man sämtliche Umgebungsgeräusche. Doch für mich passen Umgebungsgeräusche und Musikgenuss nicht unter einen Hut. Entweder will man seine Musik geniessen oder sich auf die Mitmenschen oder den Verkehr konzentrieren. Entsprechend eignet sich der LinkBuds Clip vorwiegend für Hörer, die Musik nebenbei hören wollen. Dafür reicht die Klangqualität aus. 

Schlechter wird der Sound, wenn man die Modi zur besseren Stimmwahrnehmung oder für weniger Nebengeräusche aktiviert. Dann tönt der Kopfhörer entweder blechern oder dumpf. Apropos Nebengeräusche: Aufgrund der offenen Bauweise hören die Mitmenschen mit. Dessen sollte man sich bewusst sein. Lob gibt es für die Telefonqualität, die im Test sehr gut war.

Den LinkBuds Clip gibt es in diversen Farben

© Quelle: Sony

Fazit: weder Fisch noch Vogel

Der LinkBuds Clip will ein Alltagsbegleiter sein, der sowohl erstklassigen Musikgenuss als auch die Wahrnehmung der Umgebung ermöglicht. Beides gelingt nur bedingt. Die Soundqualität ist nur Durchschnitt, der Trage- und Bedienkomfort durchwachsen. Wer seinen Mitmenschen oder dem Verkehr volle Aufmerksamkeit schenken möchte, ist meiner Meinung nach mit Kopfhörern generell schlecht beraten.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Design
  • einfache Installation
  • Anlegen fummelig
  • Tippbedienung
  • Soundqualität nur ordentlich

Details:  Offener True-Wireless-Kopfhörer (10-mm-Treiber), Bluetooth 5.3, Codecs: AAC, SBC, Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz, Akkulaufzeit: bis zu 37 Stunden (9 Stunden + 28 Stunden mit Ladecase), Schutz vor Spritzwasser nach IPX4, Multipoint, Aufladen per USB-C

Preis:  189.–

Infos: 
Gesehen bei: Brack

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