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Lesedauer 4 Min.

Im Test – Sony WF-1000XM6

Sony will mit der jüngsten Generation seiner Top-In-Ears den Sound und die Geräuschunterdrückung auf ein neues Level hieven. Das gelingt auch – würden nicht die fummelige Bedienung, der gewöhnungsbedürftige Formfaktor und die überfrachtete App den Eindruck trüben.
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© Sony

Sony kann Sound. Das zeigt der japanische Konzern immer wieder eindrücklich bei seinen High-End-Kopfhörern. Bei den kabellosen In-Ears ist das der WF-1000XM6, der mittlerweile in die sechste Runde geht. Doch was verbessert man an einem bereits ausgezeichneten Modell? Dieses Mal lag der Fokus auf noch besserem Noise Cancelling und weiter optimiertem Klang – letzterer wurde laut Sony in Zusammenarbeit mit renommierten Toningenieuren abgestimmt. Im Test zeigte sich allerdings: Trotz vieler Pluspunkte ist beim neuesten Modell aus dem Hause Sony nicht alles Gold, was glänzt.

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Dieses Mal hat sich Sony für den Sound mit bekannten Toningenieuren zusammengetan

© Sony

Kompaktes, praktisches Ladecase

Der WF-1000XM6 steckt in einem schlanken, schlichten, aber gelungenen Ladecase, das sich sowohl per USB-C als auch drahtlos mit Strom betanken lässt. Zum Lieferumfang gehören vier unterschiedlich grosse Memoryschaum-Aufsätze, eine Kurzanleitung sowie ein Ladekabel.

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Die Ähnlichkeit mit dicken Bohnen ist nicht von der Hand zu weisen

© Sony

Die beiden Ohrhörer erinnern an dicke Bohnen. Trotz der klobigen Anmutung liessen sie sich mit den mittleren Aufsätzen gut einsetzen. Ich stecke sie in den Gehörgang und drehe sie leicht; so sitzen sie fest und bequem. Allerdings vermittelt die runde Form das Gefühl, als könnten die Ohrhörer bei heftigen Bewegungen herauspurzeln, auch wenn sie sicher sitzen. Das dürfte nicht jedem gefallen. Zudem sind die Buds aufgrund ihrer Grösse sehr auffällig. Ein Probetragen ist daher empfehlenswert.

Klopf, klopf …

Mit der Bedienung des WF-1000XM6 konnte ich mich nicht anfreunden. Die Steuerung erfolgt per Tippen auf die Ohrhörer. Einmal tippen auf dem rechten Hörer pausiert den Song, mehrfaches Tippen erhöht die Lautstärke – und so weiter. Dieses ständige Geklopfe auf die Ohren ist nicht nur unangenehm, sondern stört auch den Musikgenuss.

Vielleicht bin ich motorisch zu ungeschickt, doch beim mehrmaligen Tippen zur Lautstärkeregelung löste ich regelmässig andere Aktionen aus – etwa Pause oder das Umschalten der Geräuschunterdrückung. Daher griff ich lieber zu den Lautstärketasten des Smartphones, als mich am WF-1000XM6 abzumühen.

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Unauffällig ist der WF-1000XM6 nicht gerade

© Sony

Ein weiterer Kritikpunkt ist Sonys Sound-Connect-App. Bei einem High-End-Produkt erwarte ich auch eine entsprechend hochwertige App. Zwar bietet Sound Connect zahlreiche Einstellmöglichkeiten, einen 10-Band-Equalizer sowie sinnvolle Trag- und Klangoptimierungen. Doch all das versteckt sich in langen, wenig intuitiven Menüstrukturen. Hier wäre weniger mehr gewesen.

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Die Sound-Connect-App erschlägt einen mit Menüpunkten
 

© PCtipp

Was hingegen hervorragend funktioniert: Die Ohrhörer koppeln schnell und unkompliziert via Bluetooth mit dem Smartphone, werden sofort von der App erkannt und verbinden sich nach dem Einsetzen ins Ohr automatisch und zuverlässig.

Ausgezeichneter Sound

Gibt es bei Bedienung und App Kritikpunkte, lässt sich Sony beim Klang nichts vormachen. Der WF-1000XM6 überzeugte im Test mit einem detaillierten, natürlichen Klangbild. Der Bass reicht tief hinab, bleibt dabei knackig und druckvoll, ohne andere Frequenzen zu überdecken.

Die Mitten sind klar, räumlich und natürlich abgestimmt – besonders Stimmen profitieren davon. Die Höhen wirken fein aufgelöst, ohne zu zischen oder schrill zu klingen. Insgesamt präsentiert sich das Soundprofil angenehm warm und langzeittauglich, ohne analytisch-kühl zu wirken. Es dürfte den meisten Hörern gefallen und funktioniert genreübergreifend ausgezeichnet.

Auch die Geräuschunterdrückung verdient Lob. Sie blendet einen Grossteil der Umgebungsgeräusche effektiv aus, wenn auch nicht vollständig. Beim Zugfahren etwa waren das Öffnen der Türen und Durchsagen noch leise wahrnehmbar, aber deutlich gedämpft.

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Für die gute Geräuschunterdrückung darf sich Sony auf die Schulter klopfen
 

© PCtipp

An der Sprachqualität hat Sony nach eigenen Angaben ebenfalls gearbeitet – mit Erfolg: Gespräche waren im Test klar und frei von störenden Umgebungsgeräuschen.

Mit einer Akkulaufzeit von 8 Stunden bei aktivierter Geräuschunterdrückung kommt man gut durch den Tag. Das Ladecase spendiert dem Kopfhörer zusätzliche 16 Stunden – insgesamt also bis zu 24 Stunden.

Fazit: Perfektion mit Mängeln

Ginge es bei einem Kopfhörer nur um Geräuschunterdrückung und Soundqualität, hätte ich bei Sonys WF-1000XM6 ohne zu zögern die Bestnote gezückt. Doch in der Praxis zählen auch Tragekomfort, Bedienung, App, Preis, Akkulaufzeit und weitere Faktoren. Daher reicht es «nur» für ein «Gut». Meine Bitte an Sony für die nächste Generation: Feilt nicht nur am ohnehin starken Sound, sondern optimiert dringend die App und die Steuerung.

Testergebnis

Gut

Pros + Cons

  • Hervorragender Sound, starke Geräuschunterdrückung, gute Telefonqualität
  • Gewöhnungsbedürftige Form, fummelige Steuerung, überladene App

Details: Offener True-Wireless-Kopfhörer (8,4-mm-Treiber), Bluetooth 5.3, DSEE Extreme, Codecs: AAC, SBC, LDAC, LC3, Frequenzgang: 20 Hz bis 40 kHz, Akkulaufzeit: bis zu 24 Stunden mit ANC (8 Stunden + 16 Stunden mit Ladecase), Schutz vor Spritzwasser nach IPX4, Multipoint, Aufladen per USB-C und kabellos

Preis: Fr. 249.–

Infos: Gesehen bei: galaxus.ch

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