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Lesedauer 5 Min.

Im Test: Teufel Motiv Go Voice

Der Motiv Go Voice ist ein tragbarer Speaker mit Wi-Fi- und Bluetooth-Schnittstelle. Ausserdem unterstützt er Google Home, ist also smart. Preislich bewegt er sich aber eher am oberen Ende für die Speaker seiner Zunft. Wird er dem Preis gerecht? PCtipp testet.
© (Quelle: Teufel)

Der Teufel Motiv Go Voice ist der Nachfolger des 2020 erschienenen Motiv Go und reiht sich in die Gilde der Bluetooth-Lautsprecher ein. Dabei handelt es sich um einen sehr kompakten Lautsprecher, den man zum Beispiel mit seinem Smartphone oder Tablet koppeln kann. Allerdings eignet er sich auch prima zum stationären Gebrauch und lässt sich gut «fernsteuern». Denn der grosse Unterschied – vom musikalischen abgesehen – ist seine «Smartness». Im Gegensatz zu seinem dreijährigen Vorgänger sind beim Go Voice Google Cast und Google Assistant mit von der Partie. Er kann also ins heimische Netzwerk eingebunden und mit der Google-Home-App gesteuert werden. Auch optisch macht er was her – das Drahtgitter auf der Front ist Stoff-bespannt, die Kanten in glänzendem Alu gehalten, mit einer gummierten Steuerungseinheit. Die Icons auf den Tasten hätte man allenfalls farblich etwas absetzen können, so sind sie bei weniger Helligkeit etwas schwierig zu identifizieren – in der grauen Variante (wir haben ihn in Schwarz) ist dies wohl besser erkennbar.

Erstes Hands-on

Vielfalt in Sachen Funktionen wird grossgeschrieben. Neben der bereits erwähnten Bluetooth- und WLAN-Konnektivität, lässt sich das Gerät auch über die Audiobuchse verbinden. An der rechten Seite des Lautsprechers befindet sich dafür eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Sofern man den Speaker hauptsächlich stationär einsetzen möchte, empfiehlt sich dies (oder WLAN). Punkto Bluetooth setzen die Teuflischen noch auf das doch in die Jahre gekommene Bluetooth 5.0 (aktuell: Bluetooth 5.3). Darunter leidet dann die Energieeffizienz (lies: die Akku-Lebensdauer) und die Stabilität der BT-Connection. Nicht, dass man jetzt permanente Verbindungsunterbrüche zu beklagen hätte, aber ein-, zweimal kam dies im Test schon vor. Schade und vermeidbar.

Akku

Und wo wir schon bei der Energieeffizienz sind: Teufel hat den Go Voice mit einem grosszügigen Akku ausgestattet, der eine Laufzeit von über 16 Stunden verspricht. Eine genaue mAh-Angabe machen die Beelzebuben nicht. Allerdings vermerken die Berliner auch, dass diese 16 Stunden sich auf einen Betrieb «bei mittlerer Lautstärke» beschränken. Dies reicht in der Regel ohnehin, aber sollte es dann mal lauter werden, sinkt die Dauer etwas. Für die Grillparty reicht es aber dennoch – nach zwei Abenden sollte man dann das Netzteil in Griffnähe haben. Oder eben: einfach dauerhaft einstecken. Der Ladeport ist übrigens proprietär und leider nicht etwa USB-C.

Sound, Google, Fazit

Wie sein Vorgänger Go hat der Voice zwei Fullrange-Treiber und zwei passive Basstreiber an Bord. Mit einer Gesamtleistung von 20 Watt wird’s beim grossen Ballsaal schwierig, aber fürs Wohnzimmer reichts – dafür ist er auch gedacht, ansonsten kann man im Arsenal der dunklen Prinzen auf was Grösseres zurückgreifen. Zusammenfassend kann man sagen: Der Teufel Motiv Voice liefert einen bemerkenswerten Klang – ohne Zugeständnisse, trotz seiner geringen Grösse. Er klingt sehr klar, vorwiegend die Stimmen werden trotz hoher Klangdynamik und starker Bässe gut herausgehoben. Also auch Radio- oder Podcasts-tauglich. Den fehlenden Equalizer in der App kann man deshalb verschmerzen.

Mit einem Tastendruck lässt sich der sogenannte Dynamore-Modus aktivieren. Dadurch wird der Klang nochmals breiter und «raumfüllender» und satter, allerdings zuungunsten von Stimmen – ist also vor allem für klassische oder elektronische Musik empfehlenswert. Zudem wird der Bass nochmals eine Ecke satter.

Google-Funktionen

Dank der Unterstützung des Google Assistant können Sie den Teufel-Lautsprecher auch innerhalb der Google-Home-App bedienen. Durch Antippen des Lautsprechers in der App können Sie die Lautstärke regeln und auch die Wiedergabe steuern.

Schön: Der Motiv Go Voice kann auch als Smart Speaker im Google-Verse verwendet werden. Wenn Sie also einen Raum ohne Assistant haben, lassen sich die üblichen Befehle auch so geben. Allerdings kann das Mikrofon auch ausgeschaltet werden, wenn man eher auf Privatsphäre setzt und lieber nur Musik hören würde. Dafür gibt es sogar extra einen kleinen Schieberegler auf der rechten Seite.

Genau wie in der Teufel-App fehlt in der Google-Home-App ein Equalizer. Theoretisch lässt sich in der Teufel-App allerhand steuern – sollte der bevorzugte Streaming-Dienst (z. B. Spotify) jedoch Googles Chromecast unterstützen, kann man sich die Teufel App schenken, finde ich.

Fazit

Unterm Strich mag ich den Speaker sehr. Optisch und akustisch gibt es nichts auszusetzen. Im Gegenteil, qualitativ ist der Speaker hervorragend und wenn man in Googles Smart-Home-Universum unterwegs ist, ist die Integration top. Die App, der etwas alte Bluetooth-Standard und der proprietäre Ladeanschluss hingegen trüben das Gesamtbild ein wenig. Auch die «Outdoor-Qualität» ist aufgrund des Materials und des geringen Wasserschutzes («nur» IPX5) eher beschränkt. Badezimmer ist easy, Camping im Regen hingegen … Sollten Sie gar nicht im Google-Universum unterwegs sein und tatsächlich nur einen mobilen BT-Speaker suchen, finden Sie wohl etwas Preiswerteres. Nutzt man die Netzwerk-Integration allerdings, kann man die Daumen heben.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Sound top
  • Verarbeitung top
  • Netzwerk-Integration im «Google-Verse» super
  • App mau
  • Outdoor-Qualität
  • Akku bei hohen Lautstärken
  • altes BT-Protokoll

Details:  Klinkenbuchsen-Eingang, BT 5, AAC, Wi-Fi, 20 Watt, 16 Stunden Akku, Passivmembran, Breitbandlautstprecher (je 2)

Preis:  Fr. 289.-

Infos: 
teufel.ch

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