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Lesedauer 4 Min.

Test: Seek Thermal Compact

Professionelle Wärmebildkameras kosten gut und gerne gegen die 1000 Franken. Die Seek Thermal Compact bringt Wärmebilder mit einem simplen Aufsatz aufs Smartphone, kostet weniger als 300 Franken und ist ausgesprochen benutzerfreundlich.
© (Quelle: PCtipp.ch)

Wärmebildkameras nutzen Infrarotstrahlung, um die Wärmesignatur von Objekten abzubilden. Die gemessenen Temperaturen werden in Farben dargestellt; sehr heiss oft als Weiss, kalt in Blautönen, Zwischenwerte in Rot, Gelb und Grün. Wer den Science-Fiction-Klassiker «Predator» mit Arnold Schwarzenegger kennt, erinnert sich sicher an die unheimlichen, bunten Wärmebilder. Der gruslige Jäger aus dem All konnte dank Wärmebildtechnik seine Opfer bei Tag und Nacht und im dichtesten Dschungel ausfindig machen.

Genauso sehen Wärmebilder aus – hier eine Szene aus «Predator»

© Quelle: PCtipp.ch

Und tatsächlich: Im Jagdbereich kommen Wärmebildkameras zum Einsatz. Doch nicht nur Jäger und fiese Aliens finden in einer Wärmebildkamera einen praktischen Helfer; auch im Heimwerkerbereich können die Geräte nützlich sein. Sie helfen dabei, Kältebrücken im Haus zu suchen, undichte Stellen im Dach aufzuspüren, schlecht isolierte Wasserleitungen zu entdecken oder herauszufinden, wo genau die Bodenheizung verläuft. Zudem lassen sich unerwünschte (tierische) Besucher im Dunkel der Nacht erspähen. Wer Bienen hält, kann einfach überprüfen, ob die fleissigen Honigsammler im tiefen Winter noch am Leben sind.

Die Bienen halten Ihr Zuhause im kalten Winter schön warm – aufgenommen mit der Seek Thermal Compact

© Quelle: PCtipp.ch

Die Seek Thermal Compact will all das bieten, und zwar – wie der Name schon verrät – in einem besonders schlanken Format. Sie ist mit USB-C-, Micro-USB- oder Lightning-Stecker erhältlich und wird am Smartphone angebracht. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die Website des Herstellers. Hier (https://support.thermal.com/hc/en-us/articles/204641029-Compact-Series-Phone-Compatibility) sind die kompatiblen Geräte aufgelistet. Leider scheint die Liste nicht auf dem neusten Stand zu sein: Mein Samsung Galaxy S23 funktioniert mit der Seek Thermal Compact problemlos, steht aber nicht drauf.

Wir haben die USB-C-Version für Android getestet

© Quelle: PCtipp.ch

Zur Kamera gibt es zusätzlich ein wasserdichtes Gehäuse

© Quelle: PCtipp.ch

Die Kamera wiegt leichte 13 Gramm und misst 45 × 20 × 18 Millimeter (L × B × H). Die wichtigsten Eckdaten: 206 × 156 Pixel Auflösung, 36-Grad-Sichtfeld (vertikal), fokussierbare Linse, 9-Hz-Bildwiederholfrequenz, messbarer Temperaturbereich von –40 Grad Celsius bis zu 330 Grad Celsius, funktioniert auf bis zu 305 Meter Distanz, 10-Farben-Palette. Den Strom bezieht die Kamera direkt vom Handy; ein gut gefüllter Akku ist also bei längeren Wärmebildsessions Pflicht.

Eingerichtet ist die Wärmebildkamera in wenigen Sekunden. Zuerst wird die kostenlose «Seek Thermal»-App aus dem entsprechenden App-Shop geladen, danach die Kamera aufs Smartphone gesteckt. Die App öffnet sich automatisch.

Seek bietet eine eigene Kamera-App an

© Quelle: PCtipp.ch

Wer eine andere Farbpalette für seine Wärmebilder will, kann das problemlos anpassen

© Quelle: PCtipp.ch

In der App sieht man sofort das Wärmebild der Umgebung. Zudem bietet sie praktische Einstellmöglichkeiten: Unter anderem lässt sich die Farbpalette ändern. Es geht aber noch viel mehr: So gibt es mehrere Wärmemodi; Nutzer können einzelne Punkte messen, die höchste und niedrigste Temperatur anzeigen, das ganze Temperaturspektrum betrachten oder eine Temperaturspanne festlegen. Die Wärmebilder lassen sich auch als Foto oder Video aufnehmen und exportieren. Ebenfalls sehr praktisch: In der App sind direkt ein Handbuch und diverse Tutorial-Videos verlinkt. Noch ein Hinweis für empfindliche Ohren: Die Kamera macht sich durch ein stetes Klicken bemerkbar – mich hat das nicht gestört … aber auf der Pirsch empfiehlt sich solch eine lautstarke Kamera nicht.

Format und Bedienung sind top. Wie sieht es mit den Bildern aus? Auch hier kann ich Entwarnung geben: Die sind zwar nicht so scharf und detailliert wie bei Profi-Wärmebildkameras, aber ich konnte das Gewünschte gut erkennen – etwa den Verlauf der Bodenheizung oder Kältebrücken wie das Katzentürchen. Anfangs braucht es ein wenig Geduld und Probieren beim Fokussieren, aber nach kurzer Zeit hat man den Dreh raus.

Die Bodenheizung ist deutlich zu erkennen (links), genauso die Kälte, die durchs Katzentürchen ins Haus kommt

© Quelle: PCtipp.ch

Hühner beim Picken – auch das zeigt die Kamera gut

© Quelle: PCtipp.ch

Für meine Zwecke reicht die Kamera aus. Wer hingegen feinen Details auf die Schliche kommen will und eine Wärmebildkamera im täglichen Gebrauch oder für den Beruf verwendet, dem würde ich eine mit schärferem und umfassenderem Bild empfehlen.

Fazit: Die Seek Thermal Compact ist eine bezahlbare Wärmebildkamera, die vor allem durch ihr einfaches, unkompliziertes Handling besticht. Für den gelegentlichen Gebrauch im Heimbereich kann ich sie empfehlen, nicht aber für den Profi-Einsatz.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Preis
  • Bedienung
  • App
  • Bildschärfe
  • keine Echtbildüberlagerung
  • kein Akku

Details:  Details: 13 Gramm, 45 × 20 × 18 Millimeter (L × B × H), 206 × 156 Pixel, 36-Grad-Sichtfeld (vertikal), fokussierbare Linse, 9-Hz-Bildwiederholfrequenz, Temperaturbereich: –40 bis 330 Grad Celsius, 10-Farben-Palette

Preis:  288.46

Infos: 
Gesehen bei: digitec.ch

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