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Lesedauer 4 Min.

Im Test: Ultimate Ears Miniroll

Klein, aber oho: Der Ultimate Ears Mini Roll trotzt Wasser, Staub und Stürzen. Doch kann der harte Winzling auch klanglich überzeugen?
© (Quelle: Ultimate Ears)

Vom Wonderboom bis zum Hyperboom: Das Lautsprecher-Line-up von Ultimate Ears bietet in jeder Grösse und für jeden Einsatzzweck etwas. Jüngstes Familienmitglied ist der Miniroll – ein runder, nur 122,67 × 105 × 48,15 mm (L × B × H) grosser Lautsprecher, der leichte 279 Gramm wiegt.

Die Grossfamilie von Ultimate Ears

© Quelle: Ultimate Ears

Laut Ultimate Ears hat der Miniroll aufgrund des Kundenbedürfnisses das Licht der Welt erblickt: Die Käufer «wollten einen Lautsprecher, den sie überallhin mitnehmen können und der mit ihrem aktiven Lebensstil Schritt halten kann», so der Hersteller. Der neue Lautsprecher kommt deshalb mit einem Silikongurt, mit dem er an einem «Fahrrad, Boot, einer Tasche oder an einer Gürtelschlaufe befestigt» werden kann.

Mit der Silikonschlaufe lässt sich der Miniroll einfach befestigen

© Quelle: Ultimate Ears

Genug des Herstellerlobs: Gehen wir ans Eingemachte und testen den Mini-Lautsprecher.

Spartanische Ausstattung

Leider ist es schon seit geraumer Zeit Mode, immer weniger Zugaben beizulegen. Ultimate Ears ist allerdings besonders geizig: Ausser dem Miniroll und einer Schnellstartanleitung findet sich in der Verpackung nichts – nicht einmal ein USB-C-Ladekabel. Auch eine funktionierende App habe ich nirgends gefunden. Die UE-Boom-App unterstützt den Miniroll nicht und die UE-Roll-App will mit meinem neueren Samsung Galaxy S23 nicht. Damit ist man allein auf die Bedienelemente des Miniroll angewiesen. Zusätzliche Einstellungen sind nicht möglich.

Nur eine Schnellstartanleitung und den Miniroll gibts in der Verpackung

© Quelle: Ultimate Ears

Zur Silikonschlaufe: Diese hielt im Test am Gürtel gut. Doch ich frage mich, wie lange: Sie wird oben nur eingesteckt, also nicht per Druckknopf befestigt oder durch ein anderes Band gezogen. Wie rasch solche Steckverschlüsse ausleiern, weiss wohl jeder – immerhin ist der Miniroll laut Hersteller bis zu 1,2 Meter sturzfest …

Wie gut solche Stöpselverschlüsse halten, weiss jeder

© Quelle: Screenshot von eBay

Was mich bei der Befestigung an meinem Gurt gestört hat: Der Lautsprecher vibriert sehr stark, da der Sound äusserst kraftvoll ist. Das fühlt sich nicht besonders angenehm an.

Schnell verbunden

Das Einrichten des Miniroll ist ein Klecks: einfach einschalten und die Ein-/Aus-Taste gedrückt halten. Nun geht der Lautsprecher in den Pairing-Modus und kann zum Beispiel mit einem Smartphone per Bluetooth gekoppelt werden. Er lässt sich mit bis zu zwei Quellgeräten gleichzeitig verkuppeln. Zudem kann man ihn mit weiteren Miniroll-Lautsprechern koppeln.

Über die Seitentasten sind alle wichtigen Aktionen wie Wiedergabe, Pause, zum nächsten Titel springen etc. möglich. Die Lautstärke wird über die zwei grossen Plus-/Minus-Tasten auf der Vorderseite geregelt. Drückt man beide Lautstärke-Tasten gleichzeitig, verrät der Miniroll den Akkustand. Der Ein-/Aus-Schalter leuchtet zudem rot, wenn der Akkustand unter 20 Prozent liegt.

Über die Seitentasten sind alle wichtigen Aktionen möglich

© Quelle: Ultimate Ears

Schade: Da (noch) keine App-Unterstützung vorhanden ist, lässt sich der Miniroll leider nicht weiter anpassen. Man muss also mit dem Soundprofil des Herstellers leben und hat keine Möglichkeit, per Equalizer den Klang an seine Vorlieben anzugleichen.

Druckvoll mit Schwächen

Der Miniroll ist zwar klein, brüllt aber wie ein grosser: Er kann sehr laut aufspielen. Nur ist der Sound nicht so gut wie bei einem ausgewachsenen Lautsprecher. Der Miniroll ist eher basslastig, aber kein Bassmonster. Die Tiefen sind zu stark betont, in den Mitten und Höhen gehen (für mich) zu viele Details verloren. Dadurch klingt der Lautsprecher unnatürlich und hohl. Alles in allem ist der Sound ordentlich, aber nicht mehr.

Die Miniroll-Lautsprecher können auch miteinander

© Quelle: Ultimate Ears

Wasserdicht und sturzfest

Der Miniroll ist robust konstruiert und sicher für draussen und unterwegs tauglich. Er kommt laut Hersteller auf 12 Stunden Spielzeit, bevor er wieder an den Strom muss. Das ist in Ordnung, aber nicht überragend. Die Schutzklasse gibt UE mit IP67 an: Das Gerät ist also staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen bis maximal 1 Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten geschützt. Der Wasserschutz bezieht sich auf klares Süsswasser. Zudem hält der Miniroll Stürze aus geringer Höhe aus.

Fazit: Zu viel Schwächen

Der Miniroll sieht schick aus, ist robust und ein handliches Kerlchen. Leider hat er einige Schwächen: kein mitgeliefertes USB-C-Kabel, anfällige Halterung, durchschnittlicher Sound, (noch) keine App … dafür ist der Preis von fast 90 Franken zu viel.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Handlich
  • robust
  • Bedienung
  • Kein USB-C-Kabel
  • (noch) keine App
  • Preis
  • Sound etwas unnatürlich

Details:  Bluetooth 5.3 (40 m Reichweite), 12 h Akkulaufzeit, zwei Aktivlautsprecher, wasser- und staubdicht nach IP67, sturzfest bis zu 1,2 m, Auracast, 122,67 × 105 × 48,15 mm (L × B × H), 279 g

Preis:  89.90

Infos: 

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