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Lesedauer 7 Min.

Panasonic Lumix S5 II im Test

Die neue Lumix S5 bringt genau das Feature, das alle von Panasonic wollten.

Die neue S5 II räumt mit dem Hauptproblem der ersten S5 auf

© (Quelle: Panasonic)

Gut zweieinhalb Jahre ist es her, seit Panasonic die S5 lanciert hat. Mit dem Vollformat-Allrounder wollte Panasonic damals eine breite Masse von ihrer Partnerschaft mit dem Leica-L-Mount überzeugen. Das gelang gut, hatte aber für viele Nutzer einen Haken: Panasonic verzichtete bei der S5 auf Phasenerkennungs-Autofokus. Besonders den Videografen und Actionfotografen war das ein Dorn im Auge.

Statt Dornen platziert Panasonic jetzt endlich den Autofokus auf dem Auge. Die Lumix S5 II kommt mit dem lange ersehnten Phasenerkennungs-Autofokus und wertet die Kamera damit ordentlich auf. Nicht nur ist der Autofokus schneller und zuverlässiger, er kann auch beim Filmen besser Subjekten folgen. Die S5 II muss dafür auch nicht ständig die Optik hin und her bewegen, um den Fokuspunkt zu finden. Alles geschieht in einer geschmeidigen Bewegung, die man als Zuschauer im Endprodukt gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Das Totschlag-Argument gegen Panasonic ist Geschichte.

Neben dem Autofokus hat Panasonic auch an einigen anderen Dingen gefeilt, wenn auch in einem kleineren Rahmen. Besonders im Videobereich gibt es Fortschritte. Da wäre zunächst die aktive Lüftung. Die S5 II kühlt ihren Bildsensor mit einem Lüfter, und kann somit unbegrenzt lange filmen. Für eine Kamera in dieser Grössen- und Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Die Lüftungsschlitze sind dabei schön unauffällig platziert und sollen laut Panasonic den Wasser- und Staubschutz nicht beeinträchtigen.

Die S5 II verbessert primär den Autofokus und verwendet neu ein Phasenerkennungs-System

© Quelle: Panasonic

Verbessert wurde zudem die Bildstabilisierung im Kameragehäuse. Laut Panasonic soll diese etwa doppelt so gut sein, wie bei der ersten S5. Das in Zahlen auszudrücken ist schwierig, allerdings lässt sich sagen, dass die Stabilisierung der S5 II ausgezeichnet ist. Kleinere Wackler kompensiert die Kamera komplett und sorgt für butterweiche Videoaufnahmen. Da die Kamera aber gewollte Bewegungen beibehalten soll, ist die Stabilisierung limitiert. Dies kann mit dem Boost-IS-Modus ausgehebelt werden. In diesem Modus versucht die S5 II jegliche Bewegungen komplett auszugleichen. Das funktioniert nur für spezifische Anwendungen, ist dort aber Gold wert.

Zuletzt spendiert Panasonic der S5 II einen neuen Prozessor, der in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt wurde. Dieser sorgt dafür, dass all die neuen Features auch genügend Rechenleistung haben. Da die S5 II in allen Anwendungen stets flüssig lief, gehen wir davon aus, dass der Prozessor seinen Job erledigt.

Bedienung & Ausstattung

In Sachen Bedienung ist die S5 II grösstenteils dem Vorgängermodell treu geblieben. Auf den ersten Blick könnte man sogar meinen, dass die zwei Kameras äusserlich identisch sind. Das ist aber nicht ganz korrekt. Und auch bei der Ausstattung haben sich einige kleinere Dinge geändert. Bereits erwähnt haben wir die neuen Lüftungsschlitze direkt unter dem Lumix-Logo und an der Seite des Sucherbuckels. 

Einen der Lüftungsschlitze der S5 II findet man auf der Unterseite des Sucherbuckels

© Quelle: PCtipp.ch

Auf der linken Seite gibt es fast die gleichen Anschlüsse wie bisher (2 × 3,5 mm, HDMI, USB-C), allerdings wurde der Micro-HDMI-Steckplatz durch einen grösseren Standard-HDMI-Steckplatz (Typ A) ersetzt. Das erhöht die Kompatibilität der Kamera deutlich. Der USB-C-Anschluss ist zudem etwas wichtiger geworden, da die Kamera im normalen Lieferumfang ausschliesslich darüber aufgeladen werden kann. Wer Akkus ausserhalb der Kamera laden möchte, muss ein externes Ladegerät dazukaufen. Für bestehende Panasonic-Kunden kein Problem, für Neukunden aber mühsam. Der Akku selbst hat sich nicht verändert, allerdings hat die Leistungsaufnahme der Kamera zugenommen. Statt für die 460 Bilder der S5, ist die S5 II nur noch für 370 Bilder CIPA-bewertet. Das ist immer noch okay, besonders da die CIPA-Ratings ausgesprochen streng sind, aber nicht mehr so berauschend wie noch bei der S5. Unter anderem auch, weil die Konkurrenz hier deutliche Fortschritte gemacht hat.

Der HDMI-Anschluss in voller Grösse ist eine willkommene Neuerung der S5 II

© Quelle: PCtipp.ch

Wechselt man auf die rechte Seite der Kamera, findet man wie bisher zwei SD-Kartenslots. Aber auch hier gibt es eine versteckte Neuerung. Panasonic verbaut neu zwei UHS-II-Steckplätze. So kann man in beiden Steckplätzen die volle SD-Power ausreizen. Display und Sucher sind identisch mit dem Vorgängermodell, was so auch in Ordnung ist. Hier gab es keinerlei Verbesserungsnot.

Ebenso gleich sind die Tastenbelegung und das Handling der Kamera. Und auch hier kann man sagen: gut so. Die S5 II ist ausgesprochen bequem zu bedienen und hat alle Tasten an einem sinnvollen Ort platziert. Besonders schön, und sonst leider selten, ist der Autofokus-Auswahlschalter. Damit können Sie einfach auf der Rückseite der Kamera den Autofokus-Modus zwischen einzeln, kontinuierlich, und manuell durchwechseln. Dazu gibt es in der Mitte einen Button, um den Fokusbereich auszuwählen.

Die Bedienung ist praktisch identisch geblieben

© Quelle: PCtipp.ch

Neu auf der Rückseite: Der Joystick geht in acht statt vier Richtungen

© Quelle: PCtipp.ch

Eine Verbesserung hätte sich Panasonic durchaus leisten dürfen: Das Steuerkreuz der S5 II ist noch immer schwammig und eher unbefriedigend zu bedienen. Allerdings kann man das ignorieren, indem man für die Menüführung eine Mischung aus dem Auswahlrad um das Steuerkreuz (Canon-Style), und dem Touch-Display verwendet. Für das Verschieben des Fokuspunktes ist ein separater Joystick verantwortlich. Dieser funktioniert übrigens neu in acht Richtungen, nicht mehr nur in vier.

Sensor & Bildqualität

Während die Aufnahmemethoden sich verbessert haben, ist die Bildqualität gleichgeblieben. Panasonic verbaut in der S5 II denselben Vollformat-Sensor wie in der ersten S5. Das kann sich Panasonic locker leisten, denn der Sensor war damals ausgezeichnet und ist es auch heute noch. Für Pixelfetischisten und Besitzer von 8K-Monitoren könnten die 24 Megapixel etwas knapp bemessen sein, allerdings dürfte es noch viele Jahre dauern, bis das auch für den Mainstream knapp wird. Schliesslich sind heute noch die meisten Videoproduktionen in Full HD und noch nicht einmal 4K.

Der Vollformat-Sensor der S5 II ist immer noch stark

© Quelle: Panasonic

Bei Fotos erledigt der Sensor ruhig und unauffällig seinen Job. Einen auffälligen Farbstil oder sonstige Eigenwilligkeiten sucht man vergeblich. In der S5 arbeitet schlicht ein solider Sensor, ohne Starallüren oder Sonderwünsche. Aus künstlerischer Sicht ist das nicht unbedingt inspirierend, muss es aber auch nicht sein. Nach wie vor stark ist die ISO-Leistung der S5 II. Bis 12'800 ISO kann man die Bilder aus der Kamera gut gebrauchen. Danach wird es heikel. Schön auch: Die S5 II kommt nativ bis auf 100 ISO runter, was nicht alle Systemkameras können.

Fotografisch hat sich nicht viel geändert

© Quelle: PCtipp.ch

Sogar bei 25'600 ISO sind brauchbare Ergebnisse möglich

© Quelle: PCtipp.ch

Dank des neuen Prozessors kann die S5 II neu den gesamten Sensor für Videoaufnahmen nutzen. 6K-Aufnahmen im 3:2-Format sind bis 30p möglich, ebenso wie 5,9K-Aufnahmen und UHD ohne Zuschnitt. UHD mit 60p gibt es nur mit einem 1,5-fachen Zuschnitt. Komprimiert wird mit H.265 oder H.264 Long GOP, ausgegeben in MP4 (für den Direktgebrauch) oder MOV (zur Weiterverarbeitung).

System

Wie schon bei den Micro-Four-Thirds-Kameras setzt Panasonic auch im Vollformat-System auf Zusammenarbeit. Und das funktioniert bisher bestens. Das L-Mount teilt sich Panasonic mit Leica und Sigma, wodurch das Angebot an Objektiven und Zubehör schnell anwachsen kann. Nach etwas über zwei Jahren bietet das L-Mount ein ansehnliches Arsenal an Objektiven, und kann damit problemlos mit den anderen Vollformat-Anbietern mithalten. Lediglich Sony hat mit seinem langjährigen Line-up noch mehr Auswahl.

Das Kit-Objektiv überzeugt nicht restlos, aber es gibt ja Alternativen

© Quelle: PCtipp.ch

Panasonic liefert die S5 II mit dem gleichen Kit-Objektiv aus wie die erste S5. Das ist marketingtechnisch verständlich, da es den Preis tief hält. Allerdings ist das Kit-Objektiv auch sehr mittelmässig. Mit seiner maximalen Blendenöffnung von ƒ/3.5-5.6 und einer Brennweite von 20-60 mm ist es weder besonders lichtstark, noch speziell vielseitig. Auch qualitativ kann das Objektiv nicht mehr mit dem ausgezeichneten Body der S5 II mithalten. Wir empfehlen daher, die S5 II ohne Kit-Objektiv zu kaufen, und ein besseres Objektiv separat zu erwerben. Eine Ausnahme gibt es für spezifische Videoanwendungen, bei denen Sie kaum Tiefenunschärfe benötigen, aber möglichst viel Gewicht sparen möchten. Beispielsweise für wenig cineastische Vlogs. In diesem Fall kann das Kit-Objektiv Sinn ergeben, da es leichter und kompakter ist als lichtstärkere Modelle, und die Nachteile der Optik weniger stark ins Gewicht fallen.

S5 IIX

Panasonic lanciert neben der S5 II noch die S5 IIX. Diese ist nicht etwa dazu da, Fans von römischen Zahlen zu triggern, sondern bietet zusätzliche Funktionalität für Videoprofis. Allem voran gibt es ProRes in 4:2:2, das direkt auf eine externe USB-SSD aufgenommen werden kann. RAW-Video-Output ist ebenfalls möglich, genauso wie All-I-Kompression und IP-Streaming mit oder ohne Kabel. Die Spezialversion für Video erscheint voraussichtlich Ende Mai und wird rund 200 Franken mehr kosten.

Die S5 IIX kommt im Stealth-Look daher

© Quelle: Panasonic

Fazit

Jahrelang haben Fotografen die Kommentarspalten gängiger Fotowebseiten zugespammt: Ohne Phasenerkennung geht nichts. Jetzt ist sie da, und zwar in einer Kamera, die ohne schon exzellent war. Mit ihrer breiten Ausstattung, dem schlauen Bedienungslayout und einem soliden Ökosystem dahinter, wird die Lumix S5 II zum wohl besten Allrounder auf dem Markt. Zumindest bis Ende Mai, wenn die S5 IIX erscheint.

Testergebnis

Pros + Cons

  • Autofokus
  • Ergonomie
  • Ausstattung
  • Kit-Objektiv
  • Steuerkreuz

Details:  24.4 Mpx Vollformat-Sensor, IBIS, ISO 100-51'200 (nativ), 7 Bilder/s, 6K/30p (4:2:0 10bit, 200Mbps), 4K/60p (1,5 × crop, 4:2:2, 10bit, 200 Mbps), Touch-LCD, USB-C, HDMI, 2× 3,5 mm Audio (Mic + Kopfhörer), 2× SD, 740 g (mit Akku und SD-Karte)

Preis:  Fr. 2299.- (body only), Fr. 2599.- (Kit)

Infos: 

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